Unternehmer Elon Musk | REUTERS

Für "erzwungenen" Twitter-Deal Musk verkauft Millionen Tesla-Aktien

Stand: 10.08.2022 10:06 Uhr

Elon Musk hat Tesla-Aktien im Wert von 6,9 Milliarden Dollar innerhalb weniger Tage verkauft. Er will damit einen Notverkauf der Aktien verhindern, falls Twitter einen Abschluss des Übernahme-Deals fordert.

Tesla-Gründer Elon Musk hat erneut Aktien des amerikanischen Elektroautoherstellers verkauft. Diesmal veräußerte er Wertpapiere in Höhe von 6,9 Milliarden Dollar. Wie aus Dokumenten hervorgeht, die die US-Börsenaufsicht SEC gestern veröffentlichte, stieß der Milliardär zwischen vergangenem Freitag und gestern dafür rund 7,9 Millionen Tesla-Aktien ab. Berechnungen zufolge hält Musk nun nur noch knapp 15 Prozent der Tesla-Anteile.

Die Gelder könnten zur Finanzierung einer möglichen Twitter-Übernahme verwendet werden, falls er den Rechtsstreit mit dem Kurznachrichtendienst verliere, erklärte er. "Für den (hoffentlich unwahrscheinlichen) Fall, dass Twitter den Abschluss dieses Deals erzwingt und einige Kapitalpartner nicht mitgehen, ist es wichtig, einen Notverkauf von Tesla-Aktien zu vermeiden", schrieb der Unternehmer. Weitere Verkäufe seien nicht geplant.

Papiere im Gesamtwert von 32 Milliarden Dollar verkauft

Musk hatte im April eine Übernahme von Twitter für einen Preis von 44 Milliarden Dollar angekündigt und bereits Tesla-Aktien im Wert von 8,5 Milliarden Dollar verkauft. Auch damals twitterte er: "Nach heute keine weiteren Tesla-Verkäufe mehr geplant."

"Die Wall Street wird aus diesem Pokerzug lesen, dass die Chancen auf einen Twitter-Deal jetzt wahrscheinlicher sind", twitterte Dan Ives, Analyst bei Wedbush Securities. Mit den jüngsten Verkäufen hat Musk in weniger als einem Jahr Tesla-Aktien im Gesamtwert von rund 32 Milliarden Dollar verkauft.

Streit mit Twitter

Am 8. Juli ließ Musk den Twitter-Deal wegen angeblich "falscher und irreführender" Angaben des Kurzbotschaftendienstes platzen. Der reichste Mann der Welt wirft Twitter unter anderem vor, eine zu niedrige Zahl von Spam- oder Fake-Konten auf der Plattform ausgewiesen zu haben.

So argumentierte Musk in einer in der vergangenen Woche eingereichten Klage gegen den Vollzug des Kaufs, dass die tatsächliche Zahl der Nutzer, denen auf der Plattform Werbung angezeigt werden kann, weit unter der vom Unternehmen angegebenen Zahl liege. Twitter habe zudem Informationen zurückgehalten um zu verhindern, "dass der Betrug aufgedeckt werde", hieß es weiter.

Mögliche gerichtliche Niederlage

Twitter bezeichnete dies als "Heuchelei" und will Musk gerichtlich zum Vollzug des vertraglich vereinbarten Kaufs zwingen. Man wies Musks Vorwürfe als unzutreffend und unglaubwürdig zurück und bekräftigte, dass man die Übernahme auch gegen Musks Widerstand durchsetzen will.

Beobachter halten eine gerichtliche Niederlage des Tesla-Gründers für durchaus denkbar. Möglich wäre auch, dass der Multimilliardär Twitter eine in der Vereinbarung vorgesehene Vertragsstrafe von bis zu einer Milliarde Dollar zahlen muss.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 10. August 2022 um 12:00 Uhr.