Der EnBW-Solarpark "Weesow-Willmersdorf" im brandenburgischen Landkreis Barnim. | ZB

Förderung des Ökostroms EEG-Umlage sinkt 2022 deutlich

Stand: 15.10.2021 12:26 Uhr

Weil der Börsenpreis für Strom derzeit hoch ist, kann die EEG-Umlage zur Förderung der erneuerbaren Energien 2022 von 6,5 auf rund 3,7 Cent sinken. Für Verbraucher wird Strom dadurch aber vermutlich nicht billiger.

Die EEG-Umlage zur Förderung des Ökostroms sinkt 2022 auf den niedrigsten Stand seit zehn Jahren. Wie die Betreiber der großen Stromnetze bekanntgaben, liegt die Umlage im kommenden Jahr bei 3,723 Cent pro Kilowattstunde. Derzeit beträgt sie 6,5 Cent.

Dazu trägt auch ein Bundeszuschuss von 3,25 Milliarden Euro bei, der ausschließlich aus den Einnahmen der CO2-Bepreisung im Verkehrs- und Wärmebereich finanziert werde. Ohne diesen Zuschuss läge die EEG-Umlage 2022 bei 4,657 Cent.

Altmaier für komplette Abschaffung

Wichtigster Grund für die Senkung sind den Angaben zufolge aber der derzeit hohe Börsenstrompreis und der dadurch hohe EEG-Kontostand. Betreiber von Ökostrom-Anlagen, die Strom in das Netz der öffentlichen Versorgung einspeisen, erhalten dafür eine festgelegte Vergütung. Die Übertragungsnetzbetreiber verkaufen den eingespeisten Strom dann an der Strombörse. Da die Preise an der Börse unter den gesetzlich festgelegten Vergütungssätzen liegen, wird den Netzbetreibern der Differenzbetrag erstattet. Steigt der Börsenpreis, sinkt also die Umlage.

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier forderte angesichts der stark gestiegenen Energiepreise eine komplette Abschaffung der EEG-Umlage. Dass sie 2022 sinke, sei zwar sowohl für private Verbraucher wie für die Wirtschaft eine gute Nachricht. Aber: "Auf diesem Niveau dürfen wir mit der EEG-Umlage nicht stehenbleiben." Dies dürfe nicht als Einmaleffekt verpuffen. "Wir müssen die EEG-Umlage so schnell wie möglich komplett abschaffen, um gerade in der aktuellen Entwicklung zu Entlastungen zu kommen."

Beschaffungskosten steigen

Die EEG-Umlage ist allerdings nur ein Bestandteil des Strompreises. In der Branche wird damit gerechnet, dass eine sinkende Umlage die Strompreise zwar insgesamt stabilisiert, die Stromkosten aber unterm Strich nicht sinken. Auf der anderen Seite nämlich sind etwa Beschaffungskosten, die die Energieversorger für Strom zahlen müssen, deutlich gestiegen.

Die zuletzt rasant gestiegenen Sprit-, Gas- und Strompreise kurz vor dem Wintereinbruch haben europaweit die Regierungen alarmiert. Der Wirtschaftsaufschwung nach der Corona-Krise und geleerte Gas-Speicher nach einem strengen Winter hatten die Preise getrieben. Der Gas-Preis hat zudem einen erheblichen Einfluss auf die Strompreise.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 15. Oktober 2021 um 08:00 Uhr.