Ein Traktor zieht auf einem abgeernteten Getreidefeld eine große Staubwolke hinter sich her. | Bildquelle: dpa

Bilanz der Dürre Länder melden Milliardenschäden

Stand: 18.08.2018 11:13 Uhr

Acht Bundesländer haben Dürreschäden von fast drei Milliarden Euro nach Berlin gemeldet. Der Bauernverband fordert Bund und Länder auf, die Nothilfesituation zu erklären und ein Hilfsprogramm zu starten.

Einem Bericht der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (NOZ) zufolge haben acht Bundesländer Schäden durch die anhaltende Dürre in Höhe von insgesamt fast drei Milliarden Euro an die Bundesregierung gemeldet.

Fast eine Milliarde allein in Niedersachsen

Die größte Summe fällt demnach mit 980 Millionen Euro in Niedersachsen an. Der Betrag setze sich aus Schätzungen der Landwirtschaftskammern in Niedersachsen und aus feststehenden Schäden bei bereits abgeernteten Feldfrüchten zusammen, meldet die Zeitung. So werde der Verlust allein bei Weizen in dem norddeutschen Flächenland mit 136 Millionen Euro beziffert. Bei Weiden, die Futtergrundlage für Nutztiere wie etwa Milchkühe, soll der Schaden demnach auf 190 Millionen Euro geschätzt worden sein.

Mecklenburg-Vorpommern hatte dem Bericht zufolge in den vergangenen Tagen 531 Millionen Euro nach Berlin gemeldet, Schleswig-Holstein 422 Millionen. Zudem hätten Sachsen 308 Millionen, Brandenburg 260 Millionen, Rheinland-Pfalz 180 Millionen, Thüringen 150 Millionen und das Saarland 5,3 Millionen Euro an Schäden aufgrund der Trockenheit in diesem Sommer gemeldet. In der Summe belaufen sich laut "NOZ" die bisher geschätzten Schäden in den acht Bundesländer auf rund 2,9 Milliarden Euro.

"Etliche Betriebe in Existensnot"

"Das derzeitige Schadensbild von nur acht Bundesländern bestätigt unsere Befürchtungen", sagt Bauernverbandspräsident Joachim Rukwied. Die Schäden seien enorm, etliche Betriebe seien in Existenznot. "Deshalb fordern wir Bundesländer und Bund auf, die Nothilfesituation zu erklären und ein Hilfsprogramm für die betroffenen Landwirte auf den Weg zu bringen", so Rukwied.

Ob es sich in diesem Jahr erneut um eine Extremwettersituation von nationalem Ausmaß handelt, prüft die Regierung derzeit. Am kommenden Mittwoch will Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner im Kabinett des Erntebericht vorstellen. Auf dessen Basis soll dann entschieden werden, ob die Dürreschäden ein nationales Ausmaß haben und damit Bundeshilfen infrage kommen.

Für Hilfsmaßnahmen bei Extremwetterereignissen sind eigentlich die Länder zuständig, bei Ereignissen von nationalem Ausmaß kann aber auch der Bund einspringen. Zuletzt war dies 2003 der Fall.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 13. August 2018 um 18:21 Uhr sowie am 18. August 2018 um 09:00 Uhr und 11:00 Uhr in den Nachrichten.

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