Discounter Mere | Bildquelle: FILIP SINGER/EPA-EFE/REX

Discounterkette Mere Russische Konkurrenz für Aldi und Lidl?

Stand: 29.01.2019 14:42 Uhr

Der russische Konzern Torgservice hat in Leipzig die erste Filiale seines Discounters Mere eröffnet und will Aldi und Lidl die Kunden abjagen. Doch das Konzept der Kette steht auf teils wackeligen Füßen.

In Leipzig hat der erste Mere-Markt seine Türen geöffnet. Mere gehört zur russischen Discounterkette Torgservice, die den deutschen Marktführern Aldi und Lidl Konkurrenz machen möchte.

Das Konzept: Hauptsächlich sind Lebensmittel im Angebot, dazu kommen Haushaltswaren, Textilien und Drogerieprodukte. Die Ausstattung der Mere-Filiale ist schlicht und pragmatisch gehalten: Neonröhren an der Decke, die Waren teils auf Paletten oder in hohen Metallregalen aufgestapelt.

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"Jeden Tag nur Tiefstpreise"

Gerade von diesem Konzept haben sich Aldi und Lidl in den vergangenen Jahren abgewendet, um sich höheren Ansprüchen der Kunden anzupassen: Sie sind schicker geworden, mit mehr Auswahl und höherer Qualität der Produkte bis hin zum Bio-Status.

Doch gerade dadurch sind laut NDR Info auch Lücken auf dem Markt freigeworden - und die will Torgservice mit Mere füllen, ganz nach dem Motto: "Jeden Tag nur Tiefstpreise". Auf die Filiale in Leipzig sollen im Osten Deutschlands weitere folgen.

Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) befürchtet dadurch eine Verschärfung des Preiskampfes in den Lebensmittelsparte. Wer mit dem Versprechen antrete, die ohnehin schon günstigen Discounter in Deutschland drastisch zu unterbieten, der drehe weiter an der Preis-Abwärtsspirale, warnte der NGG-Vorsitzende Guido Zeitler. Lebensmittel seien jedoch Qualitätsprodukte, die nicht unter Wert verkauft werden dürften.

Kunden an der Kasse der Mere-Filiale in Leipzig | Bildquelle: dpa
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Mit täglichen Tiefstpreisen will die russische Mere-Kette auch in Deutschland Kunden anlocken.

Geht Billig-Konzept auf deutschem Markt auf?

In Russland zählt Torgservice nicht zu den Großen auf dem Markt, gilt mit rund 900 Filialen aber als wirtschaftlich starkes Unternehmen. Weitere Läden betreibt der Konzern in Osteuropa und Asien und kommt auf einen Jahresumsatz von mehr als einer Milliarde Euro.

Ob sich die Mere-Kette in Deutschland fest etablieren kann, ist unklar. Hier muss das Unternehmen höhere Standards für Lebensmittelqualität erfüllen und die Kunden müssen das Konzept der Ultra-Billig-Preise annehmen, denn diese kann Mere nur über Gewinn über Masse ermöglichen. Hinzu kommen drohende Lieferengpässe. Immerhin wirbt die Kette mit bis zu 2000 Eigenmarken im Sortiment, die zum Großteil aus Russland kommen. Schon die Eröffnung der Leipziger Filiale musste mehrfach verschoben werden, weil die Ware wohl noch in Sibirien feststeckte.

Nach Angaben von Torgservice sollen aus der ersten deutschen Filiale in Zukunft 100 Geschäfte werden. Eine ähnliche Zielmarke hatte sich der russische Konzern auch in Rumänien gesetzt. Hier eröffnete im vergangenen Juli die erste Filiale, doch seitdem ist deren Zahl gerade einmal auf 16 angewachsen. Auch nach Polen wollte Torgservice expandieren - bislang liegen diese Vorhaben jedoch auf Eis.

Mit Informationen von Susanne Tappe, NDR Info

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 29. Januar 2019 um 14:00 Uhr.

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