Das Deutsche Bank Gebäude in Frankfurt | Bildquelle: dpa

Preismanipulation Millionenstrafe für Deutsche Bank

Stand: 30.01.2018 10:03 Uhr

Die Deutsche Bank muss in den USA 30 Millionen Dollar Strafe zahlen. Mit Scheinangeboten versuchte sie offenbar jahrelang, den Preis von Edelmetallen zu lenken. Es ist nicht ihre erste Strafe wegen Manipulationen.

Jahrelang soll die Deutsche Bank auf dem Markt für Edelmetalle die Preise manipuliert haben. Nun muss sie in den USA eine Strafe dafür zahlen. Im Rahmen eines Vergleichs akzeptierte die Bank eine Geldbuße von 30 Millionen Dollar (umgerechnet 24 Millionen Euro), wie die Aufsichtsbehörde für Rohstoffhandel CFTC mitteilte.

Spoofing: Scheinangebote zur Preislenkung

Von Februar 2008 bis mindestens September 2014 soll das Geldhaus den Ermittlungsergebnissen zufolge mittels "Spoofing" den Preis für Gold und andere Edelmetalle manipuliert haben. Bei der illegalen Methode werden auf dem Terminmarkt erst Aufträge zum Kauf oder Verkauf platziert, dann aber zurückgezogen. Ziel dieser Scheinaufträge ist es, den Preis für das jeweilige Edelmetall in die gewünschte Richtung zu lenken. Seit 2009 ist "Spoofing" in den USA verboten, um eine neue Finanzkrise zu verhindern.

Goldbarren bei einem Händler in München | Bildquelle: dpa
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Die Ermittler sind sicher: Mittels "Spoofing" trieb die Deutsche Bank jahrelang den Preis für Gold und andere Edelmetalle.

Nicht nur die Deutsche Bank soll diese Methode genutzt haben. Auch die Schweizer Bank UBS und die britische HSBC müssen Strafen in Höhe von 15 Millionen beziehungsweise 1,6 Millionen Dollar zahlen. Im Rahmen des Ermittlungsverfahrens wurden auch Strafanzeigen gegen sechs Börsenhändler gestellt, die für die Banken "Spoofing" betrieben haben sollen. Damit sich solche Gesetzesverstöße nicht wiederholen, hat die Deutsche Bank einem Sprecher zufolge inzwischen ihre internen Kontrollen verschärft.

Finanzkrise, Libor-Skandal, Russland-Ermittlungen

Der Ruf der Deutschen Bank in den USA hat in den vergangenen Jahren bereits stark gelitten, unter anderem wegen ihres Handels mit faulen Hypothekenpapieren vor der Finanzkrise von 2008 und Manipulationen an den Referenzzinssätzen Euribor und Libor, die 2012 bekannt wurden. Sowohl die US-amerikanische als auch die britische Finanzaufsichtsbehörde belegten die Bank 2015 infolge der Tricksereien mit einer Rekordstrafe von mehr als 2,5 Milliarden Dollar, zudem stimmte die Deutsche Bank mehreren Vergleichszahlungen im Zusammenhang mit den Zinssatzmanipulationen zu.

Derzeit ist das Geldhaus im Zusammenhang mit den Russland-Verbindungen von US-Präsident Donald Trump im Fokus der Ermittler.

Über dieses Thema berichtete am 30. Januar 2018 Inforadio um 08:04 Uhr und tagesschau24 um 11:30 Uhr.

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