Ein Airbus A320 der Gesellschaft Condor hebt vom Boden ab. | Bildquelle: dpa

Sanierungs-Tarifvertrag Condor streicht 150 Flugbegleiterstellen

Stand: 16.01.2020 11:24 Uhr

Die Airline Condor und die Gewerkschaft UFO sind sich einig: Das Unternehmen wird 150 Stellen bei den Flugbegleitern abbauen. Die Konzernspitze will so die Kosten senken und den Ferienflieger attraktiver für potenzielle Käufer machen.

Der Ferienflieger Condor ist im Überlebenskampf nach der Pleite des Mutterkonzerns Thomas Cook einen Schritt weitergekommen. Die Airline schloss mit der Flugbegleitergewerkschaft UFO einen Tarifvertrag zum Abbau von 150 der 2400 Arbeitsplätze in der Kabine.

"Wir können bestätigen, dass wir mit allen Sozialpartnern für sämtliche Berufsgruppen bei Condor tragfähige Tarifverträge abgeschlossen haben", erklärte eine Sprecherin von Condor. "Das ist ein wichtiger Schritt zur Sicherung der Zukunft von Condor." Zuvor hatte die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi bereits grünes Licht gegeben, dass 150 Flugbegleiterstellen gestrichen werden können.

"Um den Fortbestand der Condor zu sichern, haben wir letzten Endes zugestimmt, den veröffentlichten Abschluss mit Verdi in vielen Teilen mitzutragen", erklärte UFO. Doch seien zusätzlich Abfindungen und andere Regelungen vereinbart worden, um den Abbau weitgehend sozialverträglich ohne Kündigungen zu vollziehen.

Kein Personalabbau im Cockpit

Nachdem der britische Mutterkonzern Thomas Cook im vergangenen Jahr pleiteging, konnte die Konkurrentin von Lufthansa und TUI fly dennoch weiterarbeiten. Dies gelang dank eines auf sechs Monate befristeten Staatskredits über 380 Millionen Euro und eines speziellen Insolvenzverfahrens. Zum Zeitpunkt der Pleite beschäftigte Condor rund 4900 Mitarbeiter.

Airline-Chef Ralf Teckentrup will die Gewinnaussichten des Ferienfliegers mit Kostensenkungen in die Höhe treiben, um Käufer von der Zukunftsfähigkeit des Unternehmens zu überzeugen. In der Verwaltung wurden bereits 170 Stellen abgebaut. Verdi und der Betriebsrat stimmten dem bereits zu. Im Cockpit gibt es keinen Personalabbau. Die Airline handelte mit der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit aber Beschäftigungskonditionen aus, die Einsparungen ermöglichen. Ende Januar sollen neue Eigentümer präsentiert werden.

Das Magazin "Wirtschaftswoche" hatte im Dezember ohne Angabe von Quellen berichtet, mindestens drei mögliche Käufergruppen hätten unverbindliche Angebot vorgelegt. Darunter sei der US-Investor Apollo.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 16. Januar 2020 um 14:00 Uhr.

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