China, Qingdao: Ein Containerschiff fährt vor einem Containetrterminal.  | Bildquelle: dpa

Konjunktur China exportiert mehr - trotz Handelsstreit

Stand: 08.08.2019 14:03 Uhr

China und die USA fechten ihren Handelsstreit mit aller Härte aus. Der Handel ist zwischen beiden Staaten eingebrochen. Doch trotzdem kann die Volksrepublik mit überraschend guten Exportzahlen auftrumpfen.

Trotz des Handelskonflikts mit den USA haben Chinas Exporte im Juli zugelegt. Wie die chinesische Zollbehörde mitteilte, stiegen die Ausfuhren im Vergleich zum Vorjahresmonat um 3,3 Prozent auf 221,5 Milliarden US-Dollar (199 Mrd. Euro). Analysten hatten angesichts des sich abschwächenden Wirtschaftswachstums mit einem erneuten Rückgang gerechnet. Im Juni waren die Exporte im Jahresvergleich noch um 1,3 Prozent gesunken.

Einen erneuten deutlichen Rückgang gab es nach Angaben der Behörden bei den Importen: Die Einfuhren sanken im Juli um 5,6 Prozent, nachdem sie im Juni um 7,3 Prozent zurückgegangen waren. Damit wurden den dritten Monat in Folge weniger Waren nach China eingeführt als im Jahr zuvor.

Der Handelsüberschuss mit den USA schrumpft

Allerdings hatten Beobachter bei den Importen mit einem noch stärkeren Rückgang gerechnet. Denn Chinas Wirtschaft war im zweiten Quartal mit einem Anstieg des Bruttoinlandsproduktes um 6,2 Prozent so wenig gewachsen wie seit fast drei Jahrzehnten nicht mehr.

Der von US-Präsident Donald Trump immer wieder kritisierte Handelsüberschuss Chinas blieb im Juli mit insgesamt 45,05 Milliarden Dollar (rund 40,2 Milliarden Euro) ungefähr stabil. Im Juni hatte er 44,23 Milliarden Dollar betragen. Allein im Handel mit den USA betrug der Überschuss 27,97 Milliarden Dollar. Damit schrumpfte er jedoch, im Juni hatte das Plus 29,9 Milliarden Dollar betragen.

Belastet wird die chinesische Wirtschaft vor allem durch den Handelsstreit mit den USA. Trump hatte eine Strafzollspirale in Gang gesetzt, die inzwischen einen großen Teil aller Importe aus China in die USA betrifft. Die chinesischen Exporte speziell in die USA sanken im Juli im Vergleich zum Vorjahresmonat um 6,5 Prozent. Noch deutlicher gingen die Importe aus den USA zurück: Sie sackten um 19,1 Prozent ab. In den ersten sieben Monaten des Jahres brach der Handel zwischen den beiden größten Volkswirtschaften der Welt um 13,4 Prozent ein. 

Auswirkungen auf die Weltwirtschaft

Eine weitere Verschärfung des Konflikts zwischen Peking und Washington dürfte nach Ansicht von Ökonomen dennoch deutliche Auswirkungen auf die beiden größten Volkswirtschaften und die gesamte Weltwirtschaft haben. 

Der US-Präsident fordert eine Beseitigung von Marktschranken, kritisiert die Verletzung von Urheberrechten, zwangsweisen Technologietransfer und staatliche Subventionen Chinas. Seither hat Trump die Hälfte der Importe aus China mit 25-prozentigen Sonderzöllen belegt. China reagierte wiederum mit Gegenzöllen. 

Im neuesten Eskalationsschritt kündigte Trump an, ab September sämtliche Einfuhren Chinas mit Strafzöllen belegen zu wollen. China kündigte an, deshalb US-Agrarprodukten zu boykottieren. Zudem ließ die chinesische Zentralbank eine Abwertung der Landeswährung Yuan zu, was chinesische Exporteure begünstigt, da Ausfuhren billiger werden. Dadurch können Unternehmen einen Teil der Zolllasten kompensieren.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 08. August 2019 um 06:50 Uhr.

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