Eine Boeing 737 MAX 8 auf einen Rollfeld | picture alliance / Dirk Waem/BEL

"Lieferpause" nach Absturz Boeing liefert keine 737 Max mehr aus

Stand: 22.03.2019 08:56 Uhr

Noch ist unklar, warum eine Boeing 737 Max 8 in Äthiopien abstürzte. Bis die Ursache geklärt ist, will der Konzern keine Maschinen der Modellreihe mehr ausliefern. Die Produktion läuft aber weiter.

Der Flugzeughersteller Boeing will vorerst keine Maschinen des Typs 737 Max mehr ausliefern. Das kündigte der Konzern als Reaktion auf den Absturz einer Ethiopian-Airlines-Maschine und die folgenden Start- und Landeverbote für das Flugzeugmodell in zahlreichen Ländern an. "Wir setzen die Lieferung der 737 Max aus, bis wir eine Lösung finden", erklärte ein Boeing-Sprecher.

Das Unternehmen betonte zugleich, dass die Produktion der Flugzeuge dieses Modells ungeachtet der "Lieferpause" weiterlaufe. "Aber wir bewerten unsere Kapazitäten neu", sagte der Konzernsprecher.

Boeing 737 MAX 8 | Unternehmen

Die Montage der Boeing 737 Max soll weitergehen. Bild: Unternehmen

Boeing: 5000 Bestellungen liegen vor

Die Boeing 737 Max ist erst seit Mai 2017 in Betrieb. Weltweit sind rund 450 Maschinen des Typs registriert. Wegen des geringen Spritverbrauchs war das Flugzeug bislang sehr begehrt. Nach Angaben auf der Homepage des Konzerns liegen von mehr als 100 Kunden insgesamt rund 5000 weitere Bestellungen für das Flugzeug vor.

Eine Boeing 737 Max 8 war am Sonntag in Äthiopien abgestürzt, alle 157 Menschen an Bord kamen dabei ums Leben. Die Absturzursache ist noch unklar, Experten vermuten aber ein technisches Problem bei der Maschine. Erst im Oktober war in Indonesien eine Maschine des gleichen Typs der Gesellschaft Lion Air wenige Minuten nach dem Start abgestürzt. Satellitendaten zeigen, dass es Ähnlichkeiten beim Flugverlauf der beiden Unglücksmaschinen gab.

Auswertung der Flugschreiber beginnt

Die Flugschreiber der Unglücksmaschine aus Äthiopien wurden gestern zur Auswertung nach Frankreich gebracht. Die französische Luftsicherheitsbehörde BEA bestätigte den Erhalt der bei dem Absturz beschädigten Blackboxes, die Auswertung der Daten soll heute beginnen.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 15. März 2019 um 03:00 Uhr.

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KOMMENTARE

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träumensollteerlaubtsein 15.03.2019 • 15:50 Uhr

14:31 von karwandler

Was @miauzi schreibt, "Die "neue" 737 ist nicht "überarbeitet" worden - man hat die Konstruktion derart verzerrt das sie ihre bisherige aerodynamische Stabilität *komplett* verloren hat", ist so natürlich nicht zutreffend. Eine Verbildlichung hilft manchmal beim Verständnis: Ein Kind (737 MAX) wurde mit einer dauerhaften Gehbehinderung (designbedingte Vulnerabilität der Aerodynamik in bestimmten Fluglagen) geboren. Um diese zu kompensieren und dem Kind ein dennoch sicheres Laufen zu ermöglichen, wurde ihm eine Beinschiene (MCAS) angepasst, die bei z.B. unebenem Untergrund (kritische Bewegungssituation) die durch das Handicap bedingte erhöhte Sturzneigung abfangen soll. Die Beinschiene kann aber aufgrund ihrer Funktionsweise in ebenselber kritischer Bewegungssituation andere natürliche Ausgleichsfähigkeiten (Gleichgewichtserhalt) in ihrer Ausführung behindern, was dann genau zu dem führen kann, was eigentlich verhindert werden sollte: Dem Sturz.