BMW-Chef Krüger | Bildquelle: AFP

Nach mehr als vier Jahren BMW-Chef Krüger gibt 2020 Posten ab

Stand: 05.07.2019 13:44 Uhr

Seit Mai 2015 stand er an der Spitze des BMW-Vorstands - nun will Krüger den Konzern 2020 verlassen. Dem Konzernchef wurde zuletzt vorgeworfen, den Bereich der Elektromobilität zu zögerlich auszubauen.

Nach mehr als vier Jahren an der Spitze des BMW-Vorstandes hört Harald Krüger nach Auslaufen seines Vertrages im kommenden Jahr auf. Das teilte der Konzern auf seiner Internetseite mit. Krüger habe den Aufsichtsrat über seine Entscheidung selbst informiert. Er begründete den Schritt demnach damit, sich neu orientieren zu wollen:

"Die BMW Group ist seit mehr als 27 Jahren meine berufliche Heimat. Nach über zehn Jahren im Vorstand, davon mehr als vier Jahre als Vorstandschef der BMW Group, will ich mich nun beruflich neu orientieren und meine vielfältige internationale Erfahrung in neue Aufgaben und Projekte einbringen."

Aufsichtsrat will am 18. Juli über Nachfolge beraten

Der heute 53-Jährige war schon 2003 in den Vorstand von BMW berufen worden und war Personalchef und Chef der Marken Mini und Rolls-Royce. Seit dem 13. Mai 2015 führt Krüger den BMW-Vorstand an. Über einen möglichen Nachfolger will der Aufsichtsrat des Autobauers am 18. Juli beraten. Bis zum Ende seiner Vertragslaufzeit soll Krüger das Unternehmen weiterhin führen.

Nach Informationen der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" hat Produktionsvorstand Oliver Zipse die besten Aussichten auf Krügers Nachfolge. Der 55-Jährige könnte schon in der kommenden Aufsichtsratssitzung ernannt werden, wie die Zeitung unter Berufung auf Konzernkreise berichtete.

Zipse war im Mai 2015 in den Vorstand des Konzerns berufen worden und folgte damals Krüger auf dem Posten des Produktionsvorstands. Entwicklungsvorstand Klaus Fröhlich, der ebenfalls als möglicher Nachfolger gehandelt worden war, solle sein derzeitiges Amt fortführen. BMW wollte dies demnach nicht kommentieren.

Kritik an Elektro-Strategie

Bereits vor seiner offiziellen Entscheidung, nicht mehr für eine zweite Amtszeit als Chef zur Verfügung zu stehen, hatte es Berichte gegeben, der Aufsichtsrat zweifle eine Vertragsverlängerung für Krüger an. Krüger stand in der Kritik, weil er den Bereich der Elektromobilität zu zögerlich ausgebaut habe.

In der schriftlichen Erklärung auf der Unternehmensseite dankte Krüger ausdrücklich dem Team, mit dem er bei BMW zusammengearbeitet habe. Die Autobranche sei in den vergangenen Jahren "von enormen Umbrüchen" geprägt gewesen, "die mehr Veränderungen gebracht haben als die 30 Jahre zuvor". Diese hätten von den Mitarbeitern "enorme Kraftanstrengungen" abverlangt.

"Mit großer Leidenschaft wichtige Akzente gesetzt"

Auch der Vorsitzende des BMW-Aufsichtsrates, Norbert Reithofer, fand lobende Worte für den scheidenden Vorstandsvorsitzenden:

"Harald Krüger hat über ein Vierteljahrhundert für die BMW Group in den verschiedensten Funktionen mit großer Leidenschaft wichtige Akzente gesetzt. Für sein Engagement möchte ich mich persönlich bedanken. Gleichzeitig habe ich großen Respekt für seine jetzige Entscheidung und volles Verständnis für seine weiteren Pläne."

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 05. Juli 2019 um 13:00 Uhr.

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