Bitcoin-Münzen | Bildquelle: dpa

Rätsel um Bitcoin-Erfinder scheint gelöst "Satoshi Nakamoto" ist offenbar Australier

Stand: 02.05.2016 11:58 Uhr

Ist das Geheimnis um die Identität des Bitcoin-Erfinders tatsächlich gelüftet? Nach jahrelangen Spekulationen präsentiert sich nun ein australischer Geschäftsmann als Gründer der Digitalwährung. Dieser war bislang nur als "Satoshi Nakamoto" bekannt.

Es wäre die Lösung eines der großen Rätsel in der Internet-Welt: Der australische Computerfachmann und Unternehmer Craig Steven Wright hat sich in der BBC und den Zeitschriften "Economist" und "GQ" als Erfinder der Digitalwährung Bitcoin präsentiert. Wright legte demnach Daten vor, die ausschließlich der Erfinder in seinem Besitz haben kann. Der Bitcoin-Gründer war bislang nur unter dem Pseudonym "Satoshi Nakamoto" bekannt.

Wright ist bereits als Bitcoin-Experte bekannt und hatte auch den Aufbau einer Bank für die Digitalwährung angekündigt. Bereits im Dezember kam Wrights Name auf, nachdem durchgesickerte Dokumente auf ihn hinwiesen. Damals äußerte er sich nicht. "Ich wollte keine Öffentlichkeit, aber ich will jetzt, dass die Sache ein für alle mal geklärt ist", sagte Wright dem "Economist". Er habe sich für sein Pseudonym vom Namen eines japanischen Philosophen aus dem 17. Jahrhundert inspirieren lassen, Tominaga Nakamoto.

Eine Million Bitcoins werden dem Erfinder angerechnet

Die Identität des Bitcoin-Erfinders war seit Jahren ein Mysterium. Ein Grund dafür ist auch, dass ihm eine Million Bitcoins zugerechnet werden. Das Paket wäre aktuell rund 400 Millionen Euro wert. Es war bislang nicht angerührt worden. "Satoshi Nakamoto" entwarf das Bitcoin-System und schrieb auch die erste Version der Software dahinter.

Die virtuelle Währung Bitcoin war 2009 als Antwort auf die Finanzkrise erfunden worden - als eine von Staaten, Zentralbanken und anderen Finanzinstituten unabhängige Währung. Bitcoins werden in einem aufwendigen Verfahren auf Computern erzeugt, und können dann im Netz auch für Dollar oder Euro gekauft werden. Die Währung lässt anonyme Zahlungen zu, funktioniert unabhängig von Regierungen oder Banken und kommt vor allem bei Zahlungen im Internet zum Einsatz. Maximal sollen 21 Millionen Bitcoins generiert werden können.

Steuerbehörden und Polizei durchsuchen im Dezember 2015 das Haus des möglichen Bitcoin-Erfinders Craig Wright | Bildquelle: REUTERS
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Im Dezember durchsuchte die Steuerbehörde gemeinsam mit der Polizei das Haus von Craig Wright. Kurz zuvor berichteten mehrere Medien, Wright könnte der Bitcoin-Erfinder sein.

Unter dem Radar bleiben

Bei einem öffentlichen Auftritt im Oktober antwortete Wright auf die Frage, seit wann er sich mit Bitcoin beschäftige, er sei schon länger involviert und versuche, unter dem Radar zu bleiben. Im Dezember berichteten das Magazin "Wired" und die Technologie-Webseite "Gizmodo" unter Berufung auf zugespielte E-Mails und andere Unterlagen, Wright könnte der Erfinder sein. Kurz nach den damaligen Veröffentlichungen durchsuchte die Polizei Wrights Haus. Sie erklärte jedoch anschließend, der Einsatz unter Federführung der Steuerbehörde habe nichts mit den Medienberichten über Bitcoins zu tun.

Laut "Economist" sind die Zweifel an der wahren Identität des Erfinders jedoch nicht gänzlich beseitigt: "Unsere Schlussfolgerung ist, dass Mr. Wright sehr wohl Mr. Nakamoto sein kann - aber auch dass wichtige Fragen bleiben." Möglicherweise werde nie zweifelsfrei geklärt werden können, wer Bitcoin wirklich geschaffen habe.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 02. Mai 2016 um 18:19 Uhr

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