Dieter Kempf | Bildquelle: FELIPE TRUEBA/EPA-EFE/REX/Shutte

BDI-Chef zur Wirtschaftslage Industrie warnt vor Stagnation

Stand: 25.08.2019 13:20 Uhr

Der Bundesverband der deutschen Industrie warnt vor einer stagnierenden Wirtschaft. Weniger Aufträge, weniger Produktion - das könnte bei einem No-Deal-Brexit zu einer Rezession führen.

Industriepräsident Dieter Kempf sieht die deutsche Wirtschaft vor schwierigen Zeiten - und im Falle eines Chaos-Brexit die Gefahr einer wirtschaftlichen Stagnation in Deutschland.

Der Präsidenten des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) sagte, die Unsicherheiten in der Wirtschaft sei weiter sehr groß - vor allem wegen internationaler Handelskonflikte.

"Die Auftragseingänge und die Industrieproduktion gehen zurück, die Unternehmen investieren weniger. Wir erwarten in diesem Jahr ein Wachstum von höchstens 0,5 Prozent. Im Falle eines harten Brexit Ende Oktober droht das Wachstum in Richtung Null zu gehen."

Internationale Handelskonflikte und die Abkühlung der Weltkonjunktur hatten die exportorientierte deutsche Wirtschaft im zweiten Quartal ausgebremst. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) schrumpfte nach Zahlen des Statistische Bundesamts um 0,1 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Zum Jahresanfang war Europas größte Volkswirtschaft noch um 0,4 Prozent gewachsen.

Der BDI und andere Wirtschaftsverbände haben von der schwarz-roten Koalition wiederholt steuerliche Entlastungen für Firmen, einen Abbau von Bürokratie und einen Ausbau der digitalen Infrastruktur gefordert.

Wenig Anzeichen für Erholung der Wirtschaft

Sinkt die Wirtschaftsleistung zwei Quartale in Folge, sprechen Ökonomen von einer "technischen Rezession". Es handelt sich in diesem Fall aber nur um eine sehr milde Rezession. Anders sähe es aus, wenn die Wirtschaftsleistung im Gesamtjahr gegenüber dem Vorjahr schrumpft. Damit wird jedoch derzeit nicht gerechnet.

Kempf gegen Brexit-Aufschub

Kempf sprach sich gegen einen erneuten zeitlichen Aufschub für Großbritannien beim Ausstieg aus der EU aus. "Die Unternehmen wollen endlich Klarheit. Am besten wäre gar kein Brexit, das Zweitbeste ein Brexit mit Abkommen. Ein harter Brexit oder eine neue Vertagung wären sehr schmerzhaft."

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 25. August 2019 um 12:00 Uhr.

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