Ein Traktor ist bei der Ernte von Getreide auf einem trockenen, staubigen Feld in Sachsen-Anhalt unterwegs. | Bildquelle: dpa

Nach Dürresommer Bauernverband beklagt schlechte Ernte

Stand: 23.08.2019 08:49 Uhr

Die Getreideernte der deutschen Landwirte ist in diesem Jahr erneut unterdurchschnittlich ausgefallen. Der Dürresommer von 2018 wirke spürbar nach, klagt der Bauernverband. Regional gibt es jedoch große Unterschiede.

Der Deutsche Bauernverband beziffert das in diesem Jahr geerntete Getreide auf 45 Millionen Tonnen - das entspricht einer unterdurchschnittlichen Erntebilanz.

Schon vergangenes Jahr war die Ernte bedingt durch anhaltende Dürre geringer ausgefallen. Doch selbst wenn man das Jahr 2018 in der Berechnung nicht berücksichtige, seien das im Vergleich zum Durchschnitt der vorausgegangenen fünf Erntejahre etwa sechs Prozent weniger, schrieb der Bauernverband auf seiner Facebookseite.

"Die Klimaveränderungen spüren wir", sagte Verbandspräsident Joachim Rukwied. "Das ist eine zunehmende Herausforderung."

Die Erträge aus dem Rapsanbau hätten in diesem Jahr "enttäuscht", auch für Obst und Gemüse sei 2019 "erneut ein schwieriges Jahr" gewesen. Für Betriebe, die Tiere halten, komme das geringe Grundfutteraufkommen erschwerend hinzu. Einzig der Weinernte prognostizierte Rukwied eine "sehr gute Qualität", wenngleich die Menge nicht an die Rekordzahl von 2018 heranreichen werde.

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23.08.2019

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Staatliche Hilfen für Bauern in Existenznot

Die Ernteschäden von 2018 hatte Bundesagrarministerin Julia Klöckner als Ereignis "nationalen Ausmaßes" eingestuft. Besonders in Mittel- und Ostdeutschland sowie in Teilen des Nordens gab es nur wenig Niederschläge.

Auch in diesem Jahr gebe es erhebliche regionale Unterschiede, sagte Rukwied im ARD-Morgenmagazin: "Genau dort, wo es im letzten Jahr sehr trocken war, haben wir wieder Regionen, die 50 Prozent weniger als im Schnitt der letzten Jahre gedroschen haben. Dort geht es jetzt an die Existenz." In Bayern und Baden-Württemberg seien die Erträge etwa durchschnittlich gewesen.

Bauern in existenzbedrohender Finanzlage bekamen bislang insgesamt 228 Millionen Euro an staatlichen Hilfen - die größte Einzelsumme entfiel mit 69,7 Millionen Euro auf Brandenburg. Auszahlungen sind noch bis zum 31. August möglich.

Mähdrescher sind in der Agrargenossenschaft "Hellbach" bei der Ernte von Weizen im Einsatz, große Staubwolken entstehen dabei. | Bildquelle: dpa
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Mähdrescher sind in der Agrargenossenschaft "Hellbach" bei der Ernte von Weizen im Einsatz, große Staubwolken entstehen dabei.

"Wenn es nicht regnet, hilft alles nichts"

Auf die Frage, wie die Bauern sich auf die veränderten Witterungsbedingungen umstellten, sagte Rukwied: "Das Wetter können wir nicht ändern, aber wir können im Ackerbau beispielsweise verstärkt auf Mulch- und Direktsaatverfahren setzen." Außerdem könnten sie verstärkt neue Sorten anbauen und die Fruchtfolge diversivizieren. Bund und EU-Kommission könnten den Landwirten finanziell unter die Arme greifen, doch das ändere nichts am Grundproblem, sagte Rukwied: "Wenn es nicht regnet, dann hilft das alles nichts. Wir arbeiten in der Natur mit der Witterung - und die ist manchmal hart."

Angesichts der Ernteeinbußen forderte Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter Agrarministerin Klöckner auf, eine umfassende Agrarstrategie vorzulegen. Nach dem Dürresommer 2018 "hätte das Landwirtschaftsministerium alle Register ziehen müssen, um schnell einen Plan für einen zukunftsfähigen, klimarobusten Ackerbau vorzulegen", sagte er der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Klöckner stehe "mit leeren Händen" da, während viele Bauern zum zweiten Mal in Folge vor existenzbedrohender Situation stünden.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 23. August 2019 um 09:00 Uhr.

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