Mitarbeiter einer Agrargenossenschaft auf einem Weizenfeld | Bildquelle: dpa

Ernteausfälle Hilfe für Bauern nicht vor Ende August

Stand: 30.07.2018 15:09 Uhr

Angesichts der anhaltenden Dürre fordert der Bauernverband Unterstützung von der Bundesregierung. Die reagiert verhalten: Über zusätzliche Gelder werde erst entschieden, wenn der Erntebericht vorliegt.

Die Bundesregierung reagiert verhalten auf die Forderung des Deutschen Bauernverbands nach Milliardenhilfe: Mit Soforthilfe können die Landwirte angesichts anhaltender Hitze und Trockenheit nicht rechnen.

Vor der Entscheidung über Unterstützung müsse der komplette Erntebericht Ende August abgewartet werden, sagte eine Sprecherin des Bundeslandwirtschaftsministeriums in Berlin. Am Dienstag werde es bei einem Arbeitstreffen von Bund und Ländern eine erste Bestandsaufnahme geben. Tags darauf will Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner ihre Kabinettskollegen über die Lage unterrichten.

Bauernverband fordert eine Milliarde Euro Hilfe

Zuvor hatte Joachim Rukwied, der Präsident des Bauernverbands, eine hohe Liquiditätshilfe für die betroffenen Bauern gefordert: "Eine Milliarde Euro wäre wünschenswert, um die Ausfälle auszugleichen", hatte er den Zeitungen der Funke Mediengruppe gesagt. Betriebe, deren Ertrag mehr als 30 Prozent unter dem Schnitt der letzten Jahre liege, könnten damit direkt unterstützt werden.

Der Bauernverband rechnet in diesem Jahr mit geringen Erträgen im Anbau von Getreide und Feldfrüchten. Rinder- und Schweinehalter kämpfen zudem mit Ausfällen bei der Maisernte und müssen deshalb Futter zukaufen. In manchen Betrieben ist es deshalb zu Notschlachtungen gekommen.

Sollten die Ernteeinbußen so hoch wie befürchtet ausfallen, könnten auch einige Lebensmittel wegen knapperer Rohstoffe teurer werden. Angesichts der Futterknappheit fordert der Bundesverband Deutscher Milchviehhalter bereits höhere Literpreise für Milch. Staatliche Hilfen lehnte Verbandssprecher Hans Foldenauer allerdings als "Heftpflasterpolitik" ab. "Die paar Euro vom Staat können unsere höheren Kosten nicht abdecken", sagte er.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 30. Juli 2018 um 09:00 Uhr.

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