Ein Mann arbeitet auf einer Baustelle | Bildquelle: dpa

Schlichtung zeichnet sich ab Bau-Tarifverhandlungen abgebrochen

Stand: 17.04.2018 15:53 Uhr

Keine Einigung auf höhere Löhne für Bauarbeiter: Die Tarifverhandlungen für die 800.000 Beschäftigten sind ohne Ergebnis abgebrochen worden. Jetzt geht es wohl in die Schlichtung.

Die dritte Tarifrunde für die rund 800.000 Beschäftigten am Bau ist ohne Ergebnis abgebrochen worden. Die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt teilte mit, sie habe sich mit den Arbeitgebern nicht auf eine konkrete Lohnerhöhung einigen können.

Vom Scheitern zur Schlichtung?

Die Tarifkommission der Gewerkschaft empfahl ihrem Bundesvorstand, das Scheitern der Verhandlungen zu erklären, so ein Sprecher. Folgt der Vorstand am kommenden Montag diesem Votum, wird ein Schlichtungsverfahren in Gang gesetzt. Als Schlichter ist bereits der frühere Bundesminister Wolfgang Clement vorgesehen.

Männer arbeiten auf einer Baustelle | Bildquelle: dpa
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Keine Einigung für die Bauarbeiter

Sollte dieser binnen 14 Tagen keinen Kompromiss erreichen, drohen Streiks. "Wir brauchen eine kräftige prozentuale Erhöhung", erklärte IG-Bau-Verhandlungsführer Dietmar Schäfers. "Dazu sind die Arbeitgeber aber trotz hervorragender Baukonjunktur nicht bereit gewesen."

Die Gewerkschaft fordert sechs Prozent mehr Lohn. Die Arbeitgeber hatten in der zweiten Tarifrunde zwar sechs Prozent geboten - allerdings gestreckt über zwei Jahre. Das sei aber nicht akzeptabel. "Unsere Unternehmen brauchen Planungssicherheit", so Arbeitgeber-Verhandlungsführer Frank Dupré. Dem käme ein langfristiger Tarifvertrag entgegen. Zudem könnten die meisten Unternehmen die geforderten Tariferhöhungen nicht verkraften. Dupré betonte, die Arbeitgeber seien weiterhin verhandlungsbereit. 

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 17. April 2018 um 15:00 Uhr und 16:00 Uhr in den Nachrichten.

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