Häuserzeile in Berlin | Bildquelle: picture alliance / dpa Themendie

Haus- und Wohnungskauf Barley will Maklergebühr neu regeln

Stand: 25.02.2019 13:15 Uhr

"Wer bestellt, der zahlt" - der Grundsatz soll laut Justizministerin Barley auch für Maklergebühr beim Immobilienkauf gelten. Vor allem junge Käufer will sie so entlasten. Das Bauministerium ist skeptisch.

Bundesjustizministerin Katarina Barley will durchsetzen, dass beim Kauf und Verkauf von Wohnungen und Häusern künftig derjenige den Makler bezahlt, der ihn beauftragt - so wie das schon bei Vermietungen seit 2015 bereits der Fall ist. "Ein eigenes Zuhause wird gerade für junge Menschen und Familien immer schwerer zu finanzieren. Oft müssen Käufer enorme Maklerkosten tragen, obwohl der Verkäufer den Makler beauftragt hat", sagte die SPD-Politikerin der "Süddeutschen Zeitung". Mit der Neuregelung sollten Käufer bei den Nebenkosten entlastet werden, wenn sie eine Immobilie kaufen.

Katarina Barley | Bildquelle: picture alliance/dpa
galerie

Barley will durchsetzen, dass beim Kauf und Verkauf von Wohnungen und Häusern künftig derjenige den Makler bezahlt, der ihn beauftragt.

Skeptische Töne zu Barleys Vorschlag kamen aus dem für Bau zuständigen Innenministerium. "Wir sind davon nicht überzeugt", sagte der zuständige Staatssekretär Marco Wanderwitz. Der CDU-Politiker verwies darauf, dass nach Prüfung durch sein Haus viele andere Instrumente für besser befunden worden seien. Um die Kosten beim Wohneigentumerwerb zu mindern, seien zum Beispiel eine Begrenzung der Grunderwerbssteuer oder Freibeträge bei der Grunderwerbssteuer als Vorschläge erarbeitet worden.

Jedes Jahr eine halbe Million Immobilienverkäufe

Dem Bericht zufolge wechseln in Deutschland nach einer Schätzung des Statistischen Bundesamtes jedes Jahr 500.000 Wohnimmobilien den Eigentümer. In fast zwei von drei Fällen seien Makler beteiligt - mit einer Provision von bis zu 7,14 Prozent der Kaufsumme. Bei einer 400.000 Euro teuren Immobilie mache dies schon knapp 30.000 Euro aus.

Gerade in den Regionen mit großer Wohnungsnot sei es üblich, dass die Provision allein vom Käufer gezahlt wird. Barley sagte, für sie sei klar, dass der Grundsatz "Wer bestellt, der zahlt" auch bei Immobilienkäufen gelten müsse. "Das sorgt für einen echten Wettbewerb und faire Preise bei den Maklerkosten", sagte die Ministerin der "Süddeutschen Zeitung".

Barley will Bestellerprinzip auf Verkauf ausweiten
Katrin Brand, ARD Berlin
25.02.2019 07:40 Uhr

Download der Audiodatei

Wir bieten dieses Audio in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Audiodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 25. Februar 2019 um 08:24 Uhr.

Darstellung: