Bahn-Fahrkartenautomat | Bildquelle: dpa

Durchschnittlich ein Prozent Bahn erhöht die Fahrkartenpreise

Stand: 06.10.2020 13:07 Uhr

Bahnfahren wird wieder teurer. Zum Fahrplanwechsel Mitte Dezember steigen die Fahrkartenpreise im Fernverkehr um durchschnittlich ein Prozent. Verbraucherschützer sprechen von einer Unverschämtheit.

Die Deutsche Bahn erhöht die Preise. Das teilte der Konzern heute mit. Demnach verteuern sich Fahrkarten zum sogenannten Flexpreis im Schnitt um 1,5 Prozent, für Streckenzeitkarten und die BahnCard 100 liegt der Aufschlag im Durchschnitt bei 1,9 Prozent. Super-Sparpreise und Sparpreise blieben unverändert, ebenso die Preise für die Bahncards 25 und 50. Diese seien nunmehr das sechste Jahr in Folge zum gleichen Preis erhältlich.

ICE bei der der Einfahr in München | Bildquelle: dpa
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Die Bahn will Milliarden in modernere Züge investieren.

"Preiserhöhung moderat"

Die Preise lägen immer noch "unter Vorjahresniveau", erklärte die Bahn. Moderat falle die Erhöhung aus, heißt es, und der Konzern erinnerte daran, dass die Preise noch zu Jahresbeginn um zehn Prozent gesunken waren. Grund war eine Mehrwertsteuersenkung im Zuge des Klimapakets von 19 auf sieben Prozent. Das Sitzplatzangebot und den Komfort in den Intercity- und ICE-Zügen will das Unternehmen erhöhen. Bis 2026 will die Bahn insgesamt 8,5 Milliarden Euro in neue und modernisierte Züge investieren.

"Bahn bittet ihre treuesten Kunden zur Kasse"

Verbraucherschützer nannten höhere Ticketpreise hingegen "unverschämt". Der Chef des Verbraucherzentrale Bundesverbandes, Klaus Müller, kritisierte die Preiserhöhung scharf: "Auf der einen Seite erhält das Unternehmen dieses Jahr eine fünf-Milliarden-Finanzspritze vom Steuerzahler. Auf der anderen Seite werden die Züge immer unpünktlicher, gibt es wenig Kulanz für die Kunden, versagt die Bahn bei der Digitalisierung." Indem sie Flexpreise, Streckenkarten und die Bahncard 100 teurer mache, bitte die Bahn außerdem ausgerechnet die treuesten Kunden zur Kasse, so Müller.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 06. Oktober 2020 um 13:00 Uhr.

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