Ein Zug fährt in den Kölner Hauptbahnhof ein. | dpa

Nach Ende des GDL-Streiks Die Bahn pocht auf Verhandlungen

Stand: 07.09.2021 12:08 Uhr

Der Streik der Lokführergewerkschaft GDL ist vorbei - vorerst. Eine Lösung in dem Konflikt mit der Bahn zeichnet sich nicht ab: Der Konzern forderte die GDL auf, die "Blockade aufzugeben" und wieder zu verhandeln.

Trotz des mehr als fünftägigen Streiks der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) zeichnet sich in dem Tarifkonflikt vorerst kein neues Angebot der Deutschen Bahn ab. "Es liegt ein Angebot auf dem Tisch, das bereits wesentliche Forderungen der Gewerkschaft erfüllt", teilte eine Bahn-Sprecherin mit. "Die GDL muss endlich ihre Blockade aufgeben und mit uns verhandeln. Wir sind dazu jederzeit bereit."

Weselsky: Vorerst kein vierter Streik

Die GDL plant vorerst keinen neuen Ausstand. "Man muss natürlich der anderen Seite auch ein stückweit etwas Zeit geben und Gelegenheit, sich zu korrigieren", sagte GDL-Chef Claus Weselsky im MDR. Er denke, dass das immer noch möglich sei. Weselsky zufolge hat sich der Bahnvorstand festgefahren. "Dann ist es natürlich nicht einfach, von diesem gesattelten Pferd abzusteigen." Er setze aber auf eine Lösung. Auch der Bund als Eigentümer sei gefordert.

Weselsky betonte, die Forderung der GDL, einen Tarifvertrag für alle ihre Mitglieder abzuschließen, sei legitim. Dazu gehörten auch Fahrdienstleiter oder Werkstattmitarbeiter. "Solange uns die Deutsche Bahn begrenzen will auf Lokführer und Zugbegleiter, werden wir nicht in den Verhandlungsmodus einrücken können."

Bahn: Einzelne Unregelmäßigkeiten im Verkehr möglich

Die bislang dritte Arbeitskampfrunde im laufenden Tarifkonflikt war in der Nacht zu Dienstag planmäßig zu Ende gegangen. Nach Bahn-Angaben startete der Verkehr wieder "weitgehend normal". Die Bahn ist laut einer Sprecherin "ganz zuversichtlich", dass die für den Tag geplanten 860 Züge im Fernverkehr als auch 21.000 Regional- und S-Bahnzüge wieder planmäßig fahren werden. In einzelnen Fällen könne es noch zu Unregelmäßigkeiten kommen. Reisende werden deshalb aufgefordert, sich im Internet oder über die App DB Navigator vorab über die von ihnen gebuchte Verbindung zu informieren. Auch über die Hotline 08000-996633 seien den gesamten Tag über weiter Auskünfte zu erhalten.

Bereits dritte Arbeitsniederlegung in dem Konflikt

Der GDL-Streik hatte am vergangenen Donnerstag im Personenverkehr begonnen. Es war bereits die dritte Arbeitsniederlegung in dem Tarifkonflikt - und die bislang längste. Hintergrund der Auseinandersetzung ist neben Gehaltserhöhungen auch die Position der Gewerkschaft GDL innerhalb der Bahn.

Die GDL fordert insgesamt 3,2 Prozent höhere Löhne und Gehälter bei einer Laufzeit von 28 Monaten sowie einer Corona-Prämie von 600 Euro. Die Bahn hatte zuletzt eine Laufzeit von 36 Monaten angeboten und der Corona-Prämie zugestimmt. Gestritten wird zudem um die künftige Form der Altersvorsorge.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 07. September 2021 um 12:00 Uhr.