Ein Zug des Typs ICE 4 der Deutschen Bahn verlässt den Hauptbahnhof in München | Bildquelle: picture alliance / Sven Hoppe/dp

Deutsche Bahn Mehr Reisende machen die Kasse nicht voll

Stand: 25.07.2019 15:00 Uhr

Die Bahn hofft, ihren Fahrgastrekord vom vergangenen Jahr zu toppen. Die Zahlen aus dem ersten Halbjahr bescheinigen zwar ein Plus an Reisenden im Fernverkehr, aber auch ein Minus in den Kassen des Konzerns.

Immer mehr Menschen nutzen den Zug, um weitere Strecken oder Reisen zurückzulegen. Das spiegeln zumindest die Zahlen der Halbjahresbilanz der Deutschen Bahn wider: Rund 71,8 Millionen Fahrgäste waren seit Jahresbeginn mit den ICE- oder den IC-Zügen des staatlichen Konzerns unterwegs - gegenüber dem Vergleichszeitraum in 2018 ein Plus um 1,3 Prozent.

Die Bahn hofft daher, bis zum Jahresende einen Rekord aufstellen zu können, indem die Marke von 150 Millionen Reisenden geknackt wird.

Abwärtstrend beim Gewinn setzt sich fort

Doch mehr Fahrgäste in den Zügen bedeutet für das Unternehmen nicht gleich mehr Gewinn. Zwar stiegen die Umsatzzahlen im ersten Halbjahr leicht auf 22 Milliarden Euro an. Doch die Bahn kämpft nach wie vor mit ihren alten Schwachstellen, allen voran steht dabei die Konzerntochter DB Cargo. Neben dem Güterverkehr auf Schienen schwächelt auch der Nahverkehr - die Bahn selbst nennt die Lage in beiden Geschäftsfeldern "angespannt".

Das Resultat: ein deutlich schwächerer Betriebsgewinn als erwartet. Mit 757 Millionen Euro seit Jahresbeginn blieb dieser laut der Nachrichtenagentur Reuters um 22 Prozent hinter den Erwartungen des Unternehmens zurück. Trotzdem hält die Bahn weiter an ihrer Prognose von einem Gewinn bis Jahresende von rund 1,9 Milliarden Euro fest.

Bereits im vergangenen Jahr musste die Bahn mit einem Gewinn von 542 Millionen Euro im Vergleich zu 2017 ein Minus von 29,2 Prozent in den Kassen hinnehmen - trotz Fahrgastrekord im Fernverkehr.

Halbjahresbilanz der Deutschen Bahn: Mehr Reisende im Fernverkehr
tagesschau 15:00 Uhr, 25.07.2019, Ole Hilgert, RBB

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Alles beim Alten bei der Pünktlichkeit

Auch bei der Pünktlichkeit bleibt alles so wie es ist. Die Quote der Züge, die nach Fahrplan ihr Ziel erreichten, blieb mit 77,2 Prozent nahezu auf gleichem Niveau wie im ersten Halbjahr 2018. Ein Zug gilt nach Konzernstatistik dann als pünktlich, wenn er mit einer maximalen Verspätung von weniger als sechs Minuten am Fahrtziel ankommt.

Bund gibt Milliarden für Infrastruktur

Einen Fortschritt hingegen kann die Deutsche Bahn im Punkt Sanierung und Ausbau der eigenen Infrastruktur vermelden. Anfang Juni hatte der Konzern ein neues Strategiepapier vorgestellt: Das Schienennetz ausbauen und mehr Züge auf die Gleise bringen - so die beiden Hauptziele.

Und dafür gibt es finanzielle Unterstützung vom Bund. Wie Bahnvorstand Ronald Pofalla ankündigte, will der Bund im Rahmen eines Investitionsabkommens in den kommenden zehn Jahren deutlich mehr als 60 Milliarden Euro zusteuern. Konkrete Summen nannte Pofalla noch nicht. Noch liefen die letzten Arbeiten am Vertragstext, der solle bis Ende August vorliegen.

Die "Verjüngung" droht auszubleiben

Einen Punkt, in den das Geld teils fließen soll, konnte Pofalla bereits nennen: in Brücken. Oft marode oder den heutigen Ansprüchen nicht mehr gerecht sollen bis Ende des Jahres 875 Brücken bundesweit saniert werden. Laut Bahnvorstand werde diese Zusage auch eingehalten. In den kommenden zehn Jahren sollen nochmals 2000 Brücken des deutschen Schienennetztes erneuert werden.

Doch noch bevor der Vertrag steht, gibt es erste Kritik am Investitionsabkommen. Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft EVG hatte erst am Mittwoch den Investitionsrückstau bei der Bahn auf eben die Summe von 60 Milliarden Euro beziffert. Sollte die Vereinbarung zwischen Bahn und Bund sich auf etwa diese Summe belaufen, werde es "die dringend notwendige Verjüngung der Infrastruktur" nicht geben, sagte EVG-Chef Alexander Kirchner.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 25. Juli 2019 um 12:00 Uhr.

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