Eine US-Flagge spiegelt sich in einem VW-Logo. | Bildquelle: dpa

Bilanz 2018 VW und BMW legen auf US-Markt zu

Stand: 04.01.2019 02:25 Uhr

Der "Dieselgate"-Schock scheint in den USA für VW überstanden: Die Wolfsburger konnten das zweite Jahr in Folge bei den Verkäufen zulegen. BMW profitierte vor allem von der stabilen Nachfrage nach SUV-Modellen.

Die deutschen Autobauer haben auf dem US-Markt für das abgelaufene Jahr 2018 eine gemischte Bilanz gezogen. Nach dem Absatzeinbruch im Zuge des Abgas-Skandals hat Volkswagen seine US-Verkäufe 2018 das zweite Jahr in Folge steigern können. Laut Angaben aus Wolfsburg wurden dort dank gefragter SUV-Modelle insgesamt 354.064 Pkw mit dem VW-Logo an die Kundschaft gebracht. Das entspricht einem Anstieg von 4,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Auch die Volkswagen-Tochter Porsche erhöhte ihre Verkäufe 2018 um 3,2 Prozent.

Die US-Schwergewichte mussten dagegen spürbare Rückgänge vermelden. Beim Marktführer GM sanken die Verkäufe 2018 um 1,6 Prozent auf knapp 3,0 Millionen Fahrzeuge und bei Ford um 3,5 Prozent auf 2,5 Millionen Autos.

Japaner schwächeln

Die japanischen Branchengrößen mussten 2018 auf dem US-Markt ebenfalls Federn lassen: Nissan verkaufte 6,2 Prozent weniger Autos, Honda 2,2 Prozent.

Für andere Autobauer war der Jahresabschluss weniger enttäuschend: Fiat Chrysler konnte beim Absatz mit plus neun Prozent die beste Marke seit 2001 verbuchen. Zugpferd bei den 2,2 Millionen verkauften Fahrzeugen war der Jeep.

Die ungebremste Nachfrage nach SUV-Modellen auf dem US-Markt bescherte BMW erstmals seit 2015 wieder ein Absatzplus. Bei der Stammmarke stiegen die Verkäufe um 1,7 Prozent auf 311.014 Autos, wie der Konzern mitteilte. Zuvor hatte BMW in den USA zwei magere Jahre mit Rückgängen verzeichnet. Die Zweitmarke Mini allerdings schwächelte 2018: 43.684 Fahrzeuge bedeuteten ein Minus von 7,3 Prozent.

Smart verhagelt Daimler-Bilanz

Der Autobauer Daimler musste ebenfalls einen Absatzrückgang hinnehmen. Insgesamt seien die Verkäufe um 5,3 Prozent auf 355.413 Fahrzeuge gesunken, teilte das Unternehmen mit. Dabei brach der Absatz des Kleinwagen Smart um mehr als die Hälfte ein. Die Marke Mercedes-Benz verzeichnete ein Minus von 6,3 Prozent auf 315.959 Stück.

Nach jahrelangem Absatzboom kühlt sich der US-Markt angesichts höherer Zinsen und gestiegener Spritpreise schon seit längerem ab. Analysten sehen auch im neuen Jahr keine Trendwende. GM und Ford machen darüber hinaus steigende Materialkosten zu schaffen, was unter anderem am US-Zollstreit mit Handelspartnern wie China und der EU liegt.

GM hatte im November bereits angekündigt, die Produktion zu drosseln und massiv Arbeitsplätze in Nordamerika abzubauen. Auch Ford will die Kosten drastisch senken.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 04. Januar 2019 um 12:00 Uhr.

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