Neuwagen in einem Autoturm im VW-Werk Wolfsburg | Bildquelle: dpa

Neuzulassungen im September Erstes Absatzplus für Autobranche

Stand: 05.10.2020 13:48 Uhr

Die Autohersteller hoffen, die Trendwende geschafft zu haben. Im September übertraf die Zahl der Neuzulassungen erstmals in der Corona-Krise den Wert des Vorjahresmonats. Für einige Konzerne ging es dagegen weiter bergab.

Im September hat der Auto-Absatz in Deutschland zum ersten Mal in diesem Jahr den Vorjahreswert übertroffen. 265.227 Neuzulassungen bedeuteten ein Plus von 8,4 Prozent im Vergleich zum September 2019, wie das Kraftfahrt-Bundesamt mitteilte. Dennoch hinterlässt die Corona-Krise weiter tiefe Spuren bei den Herstellern. Zwischen Januar und September wurden in der Bundesrepublik 25,5 Prozent weniger Pkw neu zugelassen als im Vergleichszeitraum des Vorjahres.

Audi mit starker Zuwachsrate

Ein Audi Q5 steht in der Produktion | Bildquelle: dpa
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Audi verbuchte im September eine starken Anstieg der Neuzulassungszahlen.

Im vergangenen Monat profitierte bei den deutschen Herstellern Audi mit einem Plus von 42,4 Prozent besonders stark vom Aufwärtstrend der Branche. VW, BMW und Mercedes erreichten dagegen nur Zuwachsraten zwischen 1,6 und 1,9 Prozent. Von den internationalen Autokonzernen steigerten vor allem Seat, Subaru, Alfa Romeo und Renault ihre Neuzulassungszahlen.

Der Elektroautohesteller Tesla schaffte im September mit einem Plus von 82,7 Prozent die größte Steigerungsrate. Er ist weiter der einzige Autokonzern, der im Gesamtjahr 2020 trotz der Corona-Krise bislang höhere Zulassungszahlen in Deutschland verzeichnet. Schon jetzt übertrifft Tesla den Gesamtabsatz des Jahres 2019. Dank staatlicher Förderung alternativer Antriebe schnellte die Zahl der Neuzulassungen bei reinen Elektroautos im September insgesamt um 260 Prozent auf 21.188 Wagen nach oben. Das waren acht Prozent der Pkw-Neuzulassungen des Monats. Pkw mit Hybridmotoren machten schon ein Fünftel aller Neuwagen aus.

Abstürze bei Smart, Opel und Porsche

Von der schrittweisen Erholung der Branche profitieren aber keineswegs alle Hersteller. Die Smart-Neuzulassungen lagen im September mehr als 41 Prozent unter dem Vorjahresmonat. Opel musste einen Rückgang um 27,6 Prozent verkraften, Porsche ein Minus von knapp 20 Prozent. "Der deutsche Pkw-Markt hat das tiefe Tal des ersten Halbjahres zunächst hinter sich gelassen", erklärte Reinhard Zirpel, Präsident des Verbandes der Internationalen Kraftfahrzeughersteller. "Treibende Kraft im Pkw-Markt sind die Privatkunden, die im dritten Quartal deutlich kauffreudiger waren als andere Kundengruppen."

Am gefragtesten waren im September SUVs, die einen Anteil von 21,2 Prozent aller Neuzulassungen ausmachten. Dahinter folgten die Kompaktklasse mit 21,0 Prozent. Den stärksten Zuwachs im Vergleich zum September 2019 gab es bei Wohnmobilen mit einem Plus von rund 160 Prozent.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 05. Oktober 2020 um 16:00 Uhr.

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