Auszubildende im 2. Lehrjahr in Leipzig | dpa

Ausbildungsmarkt in der Pandemie Zwölf Prozent weniger Azubis

Stand: 15.12.2020 16:25 Uhr

Im Jahr der Corona-Krise haben deutlich weniger junge Menschen eine Ausbildung angefangen als im Jahr zuvor. Die Zahl der Lehrverträge ging um zwölf Prozent zurück, wie das Bundesinstitut für Berufsbildung mitteilte.

Im Jahr der Corona-Pandemie haben deutlich weniger junge Menschen eine Ausbildung begonnen als noch 2019. Das Bundesinstitut für Berufsbildung (Bibb) zählte von Oktober 2019 bis Ende September dieses Jahres 467.500 neu abgeschlossene Ausbildungsverträge. Das waren 57.600 oder zwölf Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum, wie das Bundesbildungsministerium mitteilte.

Fast 20 Prozent bleiben unversorgt

Laut der Bibb-Erhebung ging das Ausbildungsangebot um 8,8 Prozent auf 527.400 Ausbildungsplätze zurück; die Zahl der Bewerber nahm sogar um 9,6 Prozent auf 496.800 ab. Das Institut zählte Ende September 59.900 noch offene Ausbildungsstellen, 12,8 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Bei der Zahl der unversorgt gebliebenen Bewerber ergebe sich ein Anstieg um 19,7 Prozent auf 29.300 Personen.

"Wir beobachten für nahezu alle Branchen einen Rückgang der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge", erklärte Bundesbildungsministerin Anja Karliczek. Sie betonte, neben der Pandemie seien auch die demografischen Entwicklungen ein Grund für den geschrumpften Ausbildungsmarkt: Die Zahl der Schulabgänger nimmt ab. "Entsprechend kamen in diesem Jahr trotz Pandemie - unverändert zum Vorjahr - auf 100 Bewerberinnen und Bewerber nahezu 106 Ausbildungsplätze."

Mit Bildung aus der Krise

Arbeitgeber- wie Arbeitnehmervertreter appellierten an die Unternehmen, weiterhin Ausbildungsplätze anzubieten, gerade in der Krise. "Der Weg der Unternehmen aus der pandemiebedingten Krise heraus kann nur mit ausreichend Fachkräften in Industrie, Handel und Handwerk gelingen", mahnten auch Arbeitgeberpräsident Rainer Dulger sowie der Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB), Reiner Hoffmann. "Wir stehen hier gemeinsam in der Verantwortung", heißt es in einer gemeinsamen Erklärung.

Über dieses Thema berichtete MDR aktuell am 15. Dezember 2020 um 16:00 Uhr.