Menschen stehen in einer Agentur für Arbeit in einer Schlange. | ARD-aktuell / Dölling

Arbeitslosenquote gestiegen Fast 2,5 Millionen Menschen ohne Job

Stand: 29.07.2022 10:47 Uhr

Die Zahl der Menschen ohne Beschäftigung ist im Juli erneut gestiegen. Ein Grund: In der Statistik werden inzwischen auch Ukraine-Flüchtlinge erfasst. Gleichzeitig gibt es bundesweit deutlich mehr offene Jobs als im Vorjahr.

Bundesweit sind derzeit fast 2,5 Millionen Menschen ohne Job. Das teilte die Bundesagentur für Arbeit mit. Den erneuten Anstieg der Arbeitslosenquote führte die Behörde unter anderem auch darauf zurück, dass seit dem vergangenen Monat auch Geflüchtete aus der Ukraine ohne Beschäftigungsverhältnis in die Bilanz miteingerechnet werden.

Die Bundesagentur für Arbeit beruft sich mit ihren Angaben auf Daten, die bis einschließlich dem 12. Juli vorlagen. Demnach ist die Zahl der Erwerbslosen im Vergleich zu Juni um 107.000 auf 2,47 Millionen Menschen ohne Job gestiegen. Die Arbeitslosenquote beträgt mit aktuell 5,4 Prozent 0,2 Prozentpunkte mehr als vor rund vier Wochen.

Gegenüber dem Vorjahresmonat verzeichnet die Behörde jedoch einen Rückgang der Zahl der Arbeitslosen um 120.000.

Höhere Arbeitslosigkeit als zur Jahreszeit üblich

"Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung haben im Juli kräftiger zugenommen als jahreszeitlich üblich", bewertete Daniel Terzenbach, Vorstandsmitglied der Bundesagentur für Arbeit, die derzeitige Lage auf dem Arbeitsmarkt. Ein Hauptgrund für die Entwicklung sei, dass Geflüchtete aus der Ukraine, die zunächst als Asylbewerber eingestuft waren, nun Anspruch auf Grundsicherung hätten und damit auch in der Statistik zur Arbeitslosigkeit erfasst würden. Der Arbeitsmarkt sei jedoch "trotz aller Belastungen und Unsicherheiten" weiterhin insgesamt stabil, so Terzenbach weiter.

Die Bundesagentur für Arbeit hatte im vergangenen Monat erstmals auch Ukraine-Flüchtlinge in ihrer Statistik erfasst - und hatte bereits im Juni den Anstieg der Arbeitslosenzahlen teils darauf zurückgeführt. Im vergangenen Monat war die Zahl der Menschen ohne Erwerbstätigkeit gegenüber dem Mai um 103.000 auf etwa 2,36 Millionen Menschen gestiegen. Im Juni des vergangenen Jahres waren bundesweit etwa 251.000 Menschen mehr arbeitslos gewesen.

Mehr offene Stellen als im Vorjahr

Die Zahl der Beschäftigten in Kurzarbeit geht laut Bundesagentur für Arbeit weiter zurück. Die zugrundeliegenden Daten liegen bis Mai vor - zu diesem Zeitpunkt befanden sich bundesweit etwa 328.000 Berufstätige in Kurzarbeit. Im April war noch 401.000 Menschen Kurzarbeitergeld gezahlt worden.

Zugleich meldet die Bundesbehörde, dass im Vergleich zum Vorjahr deutlich mehr offene Stellen auf dem Arbeitsmarkt ausgeschrieben sind. In ganz Deutschland gebe es aktuell rund 881.000 freie Jobs - und damit etwa 136.000 mehr unbesetzte Stellen als vor einem Jahr.