Prinz Mohammed bin Salman | Bildquelle: AFP

Aramco-Börsengang Das Öl-Geschäft ist Prinzen-Sache

Stand: 03.11.2019 16:48 Uhr

Es ist der größte Energiekonzern der Welt und die wichtigste Einnahmequelle der saudischen Königsfamilie. Kein Wunder, dass der baldige Aramco-Börsengang für Aufregung sorgt. Experten warnen vor zu hohen Erwartungen.

Von Björn Blaschke, ARD-Studio Kairo

"Ich verkünde hiermit Aramcos Absicht, an die saudi-arabische Börse zu gehen". Das erklärte Amin al-Nasser, der Präsident des weltgrößten Energiekonzerns. Die Kapitalmarktbehörde des Königreiches Saudi-Arabien teilte daraufhin offiziell mit, sie sei entschlossen, den Antrag von Aramco für die Registrierung als Börsenunternehmen anzunehmen.

Wann der Börsengang genau stattfindet, wurde noch nicht mitgeteilt. Der Termin bleibt erst einmal das Staatsgeheimnis, das der saudi-arabische Energieminister, Abdulaziz bin Salman, vor ein paar Tagen aus dem Zeitpunkt für den Börsengang machte.

Saudi-Arabien gibt Börsengang des staatlichen Ölkonzerns Aramco bekannt
tagesschau 13:15 Uhr, 03.11.2019

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"Er wird zur richtigen Zeit kommen, mit dem richtigen Ansatz, und bestimmt mit der passenden Entscheidung. Und es wird eine saudi-arabische Entscheidung. Genauer gesagt: eine Entscheidung von Prinz Mohammed." Aramco gehört derzeit noch zu 100 Prozent der saudi-arabischen Königsfamilie und erbringt etwa 60 Prozent der Regierungseinnahmen Saudi-Arabiens. Und: Kronprinz Mohammed - der Sohn von König Salman - gilt als tatsächliches Oberhaupt der Familie und als eigentlicher Herrscher über Saudi-Arabien.

2016 hatte der Kronprinz den Börsengang von Aramco angekündigt - als Teil seiner "Vision 2030". Mit der will er die saudi-arabische Wirtschaft umbauen. Sie ist heute noch fast vollständig abhängig vom Öl. Die erhofften Gewinne aus dem Aramco-Börsengang will Kronprinz Mohammed in andere Wirtschaftssektoren investieren, um so unabhängig vom Öl zu werden.

Nach Kronprinz Mohammeds Plan soll die Aramco-AG mit bis zu zwei Billionen US-Dollar bewertet werden. An der Börse verkaufen will er einen Anteil von fünf Prozent. Das soll 100 Milliarden Euro bringen. Die Erwartungen seien übertrieben, sagen Experten. Sie stellen Vergleiche an, zum Beispiel mit US-Technologie-Giganten wie Microsoft oder Apple. Beide werden mit jeweils einer Billion US-Dollar bewertet.

Auch Mamdouh Salameh dämpft den saudi-arabischen Optimismus. Salameh ist Spezialist für die Öl-Wirtschaft, berät unter anderem die Weltbank und äußerte sich beim Nachrichtensender Al Jazeera. "Es gibt Zurückhaltung bei den möglichen Aramco-Investoren. Sie sagen: 'Bis wir keine unabhängige und internationale Prüfung der saudi-arabischen Reserven vorliegen haben, werden wir die erhofften Summen nicht investieren'".

Rauchschwaden am Himmel | Bildquelle: VIDEOS OBTAINED BY REUTERS
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Rauchschwaden am Himmel nach dem Drohnenangriff auf saudi-arabische Ölfelder Mitte September.

Zumal die Ölpreise ohnehin gefallen sind, schon allein, weil die USA ihre Ölproduktion gesteigert haben. Außerdem hat der Angriff auf zwei Aramco-Anlagen im September zu Produktionsausfällen geführt und viele Investoren beunruhigt.

Börsengang Mitte Dezember

Mit der Bekanntgabe des Aramco Börsengangs nimmt Kronprinz Mohammed möglicherweise eine geringere Bewertung von Aramco in Kauf. Wahrscheinlich hofft er, dass ein guter Börsenstart in Saudi-Arabien den Wert des Unternehmens wieder steigert, bevor die Aktien dann auch im Ausland angeboten werden. Nächsten Monat gibt es vielleicht mehr Klarheit: Es heißt aus eingeweihten Kreisen, Mitte Dezember sollen Aramco-Aktien erstmals in Saudi-Arabien gehandelt werden.

Saudi-Arabien: Börsengang des staatlichen Öl-Giganten Aramco formell angekündig
Björn Blaschke, ARD Kairo
03.11.2019 16:30 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 03. November 2019 um 13:15 Uhr.

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