Eine Produktionsstätte des saudi-arabischen Ölkonzerns Aramco | Bildquelle: REUTERS

Staatlicher Ölkonzern Saudi-Arabien lässt Aramco an die Börse

Stand: 03.11.2019 09:37 Uhr

Immer wieder war der Börsengang des profitabelsten Unternehmens der Welt verschoben worden. Nun ist der Weg frei, Saudi-Arabiens Ölkonzern Aramco an die Märkte zu bringen. Mitte Dezember soll es losgehen.

Bereits 2016 war der Börsengang von Saudi-Arabiens staatlichem Ölkonzern Aramco (Arabian American Oil Company) angekündigt worden - 2017 hätte es eigentlich soweit sein sollen. Doch es gab mehrfach Verzögerungen. Nun hat Aramco die Genehmigung für den Schritt an die Börse erhalten. Das teilte die Finanzmarktbehörde CMA des Königreichs mit.

Damit kann ein Teil der Aramco-Aktien künftig an der saudi-arabischen Wertpapierbörse Tadawul gehandelt werden. Das Königreich plant, fünf Prozent des Unternehmens an die Börse zu bringen. Berichten zufolge soll der Deal ein Volumen von rund 100 Milliarden Dollar (etwa 85 Mrd. Euro) haben.

Ein Zeitplan für die weiteren Schritte des Börsengangs wurde noch nicht genannt. Zuletzt hatte der von Saudi-Arabien finanzierte Nachrichtenkanal Al-Arabija unter Berufung auf Insider jedoch berichtet, die Preisfindung für die Aktien werde am 17. November beginnen, der Startpreis am 4. Dezember festgelegt. Als erster Handelstag sei der 11. Dezember geplant.

Saudi-Arabien gibt Börsengang des staatlichen Ölkonzerns Aramco bekannt
tagesschau 13:15 Uhr, 03.11.2019

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Bin Salman treibt Umbau der Wirtschaft voran

Zuletzt hatte es Zweifel gegeben, ob das profitabelste Unternehmen der Welt die von Kronprinz Mohammed bin Salman erhoffte Bewertung von mehr als zwei Billion Dollar erreichen kann. Experten halten das für sehr optimistisch. Zum Vergleich: Die US-Technologie-Ikonen Apple und Microsoft etwa werden mit jeweils einer Billion Dollar bewertet.

Der Börsengang ist Teil des wirtschaftlichen Reformprogramms "Vision 2030", mit dem der Kronprinz sein Land unter anderem unabhängiger vom Öl machen will.

Aramco gehört derzeit zu 100 Prozent der saudischen Königsfamilie und erbringt etwa 60 Prozent der Regierungseinnahmen Saudi-Arabiens. Der Konzern ist zuständig für fast alle Ölvorkommen im Wüstenstaat und fördert mehrere Millionen Barrel Öl täglich. Im April hatte sich Aramco erstmals in die Bücher schauen lassen und dabei gigantische Gewinne enthüllt. Demnach summierte sich der Nettogewinn im vergangenen Jahr auf 111,1 Milliarden Dollar. 

Im Oktober kündigte der Staatskonzern auf seiner Webseite für 2020 eine Dividende von insgesamt 75 Milliarden Dollar an. Sollte dieser Wert in den Jahren bis 2024 sinken, würden "Nicht-Regierungsteilhaber" bevorzugt ausgezahlt, hieß es.

Schäden nach Drohnenangriff weitgehend behoben

Die Ankündigung des Börsengangs kommt anderthalb Monate nach einem Drohnenangriff, bei dem zwei Aramco-Ölanlagen in Saudi-Arabien zerstört worden waren. Die Produktionskapazität des Landes sank dadurch um die Hälfte, was die Ölpreise weltweit nach oben trieb. Mittlerweile sind Aramco zufolge die Schäden weitgehend behoben - schneller als zunächst erwartet.

Rauchschwaden am Himmel | Bildquelle: VIDEOS OBTAINED BY REUTERS
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Rauchschwaden am Himmel nach dem Drohnenangriff auf saudi-arabische Ölfelder Mitte September.

Die Angriffe hatten auch die Furcht vor einem neuen Krieg in der Golf-Region geschürt. Die mit dem Iran verbündeten Huthi-Rebellen im Bürgerkriegsland Jemen reklamierten damals die Attacke für sich. Saudi-Arabien macht hingegen wie die US-Regierung den Iran verantwortlich. Dieser Einschätzung schlossen sich auch Deutschland, Frankreich und Großbritannien an. Der Iran bestreitet eine Verwicklung.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 03. November 2019 um 09:00 Uhr in den Nachrichten.

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