Paket von Amazon in einem Logistikzentrum in Graben in der Nähe von Augsburg | Bildquelle: REUTERS

Ausstand bei Amazon Streik im Weihnachtsgeschäft

Stand: 17.12.2018 11:33 Uhr

Beschäftigte des Versandhändlers Amazon streiken an zwei Standorten. Die Gewerkschaft ver.di warnt, Weihnachtsgeschenke könnten in Gefahr sein. Amazon betont, es werde keine Lieferengpässe geben.

An den Amazon-Standorten Leipzig und Werne streiken 350 Mitarbeiter des Online-Händlers. Die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di hat zu dem mehrtägigen Ausstand aufgerufen. Ein ver.di-Sprecher betonte, es bestehe die Gefahr, dass Geschenke nicht rechtzeitig ankommen.

Weihnachtsgeschenke nicht in Gefahr

Das Unternehmen widerspricht. Sorgen, dass Geschenke nicht rechtzeitig zu Weihnachten ankommen könnten, seien unbegründet. Das Versprechen, dass alle Bestellungen rechtzeitig geliefert würden, werde eingehalten. Die "überwältigende Mehrheit" der Mitarbeiter arbeite normal.

Ver.di will mit dem Streik die Forderung unterstreichen, Arbeitsbedingungen tarifvertraglich zu regeln. Die Gewerkschaft drängt Amazon seit mehr als fünf Jahren, Tarifverhandlungen analog zum Einzel- und Versandhandel zu führen. Der US-Konzern lehnt dies ab.

Beschäftigte fertigen Pakete am Fließband ab.
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Wie ist die Arbeit bei Amazon zu werten? Ist das Unternehmen ein Einzelhändler oder ein Logistikkonzern?

Einzelhändler oder Logistikunternehmen?

Amazon sieht sich als Logistikunternehmen und verweist darauf, dass die Bezahlung in den elf deutschen Versandzentren am oberen Ende dessen liege, was in der Logistikbranche üblich sei. Amazon biete den Mitarbeitern in den Versandzentren Überstundenzuschläge, Boni bei entsprechender Leistung, berufliche Ausbildung sowie Mitarbeiteraktien. Die Beschäftigten hierzulande stiegen mit einem Lohn von mindestens 10,78 Euro brutto pro Stunde ein und bekämen nach zwei Jahren im Schnitt knapp 2400 Euro im Monat inklusive Zusatzleistungen wie Boni.

Streik bei Amazon: Vor Weihnachten verstärkt das Unternehmen seine Schichten
Mischa Erhardt, DLF
17.12.2018 15:12 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 17. Dezember 2018 um 12:00 Uhr.

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