Maschinen der Lufthansa am Frankfurter Flughafen. | Bildquelle: dpa

Krise am Golf Diese Airlines umfliegen den Iran

Stand: 08.01.2020 13:36 Uhr

Internationale Airlines reagieren auf die angespannte Lage am Golf: Sie ändern ihre Flugrouten im Nahen Osten. Für US-Linien ist der Luftraum über dem Persischen Golf verboten.

Zahlreiche Fluggesellschaften weltweit haben ihre Flüge über dem Iran und Irak vorerst gestoppt. Grund sind die iranischen Raketenangriffe auf internationale Militärstützpunkte im Irak. Die US-Luftfahrtaufsicht FAA verbot Airlines aus den USA den Überflug über die gesamte Golfregion.

Ein Lufthansa-Sprecher sagte, die Flüge über dem Irak und Iran würden umgeleitet - das werde sich auf die Dauer der betroffenen Flüge auswirken. Details stünden noch nicht fest. Entgegen ersten Meldungen soll der für heute geplante Flug nach Teheran aber nun doch stattfinden, Austrian Airlines wird ihn durchführen, mit sechs Stunden Verspätung. Eine für Samstag angesetzte Verbindung nach Erbil im Nordirak wurde gestrichen.

Auch die französische Fluggesellschaft Air France stoppte als "Vorsichtsmaßnahme" bis auf weiteres Überflüge über den Iran und Irak, ebenso die Schwestergesellschaft KLM aus den Niederlanden. 

Passagiere steigen aus einem Air-France-Flugzeug aus | Bildquelle: REUTERS/
galerie

Air France stoppte Überflüge über den Iran und Irak.

Qantas nimmt längere Strecke in Kauf

Die polnische LOT hatte bereits am Wochenende ihre Flüge umgeleitet, um den iranischen Luftraum zu meiden. Emirates aus den Vereinigten Arabischen Emiraten und Flydubai erklärten, sie hätten ihre Flüge nach Bagdad aus "operationellen Gründen" gestrichen. Flüge in die irakischen Provinzen Basra und Nadschaf mit Flydubai gebe es aber nach wie vor.

Die australische Fluggesellschaft Qantas änderte ihre Verbindung von London nach Perth, um den Iran und den Irak zu umfliegen. Die längere Strecke bedeutet, dass Qantas weniger Passagiere mitnehmen kann und mehr Treibstoff verbraucht, um etwa 40 bis 50 Minuten zusätzlich zu fliegen.

Singapore Airlines, Malaysia Airlines und die indischen Airlines Air India und Air India Express teilten mit, sie hätten ihre Flüge über der Golfregion bis auf weiteres umgeleitet. Vietnam Airlines, ANA und JAL aus Japan sowie Cathay Pacific mit Sitz in Hongkong fliegen nach eigenen Angaben nicht über den Iran und Irak. 

Der aserbaidschanische Billigflieger Buta Airways gab bekannt, die täglichen Flüge von der Hauptstadt Baku nach Teheran weder einstellen noch umleiten zu wollen.

US-Behörde untersagt Überflug

Die US-Luftfahrtbehörde FAA teilte in der Nacht mit, sie habe US-Passagiermaschinen den Überflug über den Irak, den Iran, den Persischen Golf sowie den Golf von Oman untersagt. Sie werde die Ereignisse in der Golfregion "weiter genau verfolgen". Die russische Luftfahrtbehörde Rosawiatsia empfahl allen Fluggesellschaften, das Fliegen über den Iran, den Irak, den Persischen Golf und den Golf von Oman zu vermeiden. Grund seien bestehende Sicherheitsrisiken für internationale Passagierflüge.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 08. Januar 2020 um 13:00 Uhr.

Darstellung: