Zuschauer beobachten und filmen einen Airbus A380 bei der Farnborough International Airshow. (Juli 2016) | Bildquelle: dpa

Staatskredit für A380 Airbus sieht keine Pflicht zur Rückzahlung

Stand: 25.03.2019 21:08 Uhr

Um den A380 zu entwickeln, hatte Airbus Staatskredite bekommen. Mit jedem ausgelieferten Flugzeug sollte ein Teil zurückgezahlt werden. Nun wird der Riesenflieger aber bald nicht mehr gebaut - und Airbus will nicht weiter zahlen.

Der Flugzeugbauer Airbus sieht sich nicht in der Pflicht, die Staatskredite für den vor dem Aus stehenden Riesenflieger A380 zurückzuzahlen. Die deutschen Steuerzahler bleiben damit womöglich auf rund 600 Millionen Euro für die Entwicklung des Großraumflugzeugs sitzen. Hintergrund ist ein Staatskredit, den der Flugzeugbauer 2002 bekommen hatte.

Airbus-Chef Thomas Enders spricht im Airbus-Werk in Hamburg-Finkenwerder bei einer Pressekonferenz. | Bildquelle: dpa
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Es sei eine "Risikopartnerschaft" gewesen, sagt Airbus-Chef Enders.

Die Regierungen hätten ihre Unterstützung für den weltgrößten Passagierjet damals als "Risikopartner" gewährt, sagte der scheidende Airbus-Chef Tom Enders der "Financial Times". "Es ist Fakt, dass das eine Risikopartnerschaft ist, und die Darlehen basieren auf dem Versprechen der kreditgewährenden Regierungen, dass ihr Geld bei fehlendem Erfolg des Flugzeugs in Gefahr ist."

Airbus hatte Mitte Februar bekannt gegeben, dass die Produktion des doppelstöckigen Flugzeugs mangels Aufträgen im Jahr 2021 endet. Zuvor hatte Großkunde Emirates eine Order über 39 Maschinen storniert.

Auch der Flugzeugfinanzierer Amedeo nimmt seine georderten 20 Maschinen nicht ab.

Ein Drittel der 942 Millionen Euro zurückgezahlt

Airbus hatte von Deutschland, Großbritannien und Frankreich hunderte Millionen Euro erhalten, die als rückzuzahlende Startinvestition definiert waren. Bisher zahlte Airbus mit jeder ausgelieferten A380 einen Teil des Geldes zurück. Allerdings wird der Hersteller zum Produktionsende deutlich weniger Maschinen gebaut haben als ursprünglich gedacht.

Die Bundesregierung hat angekündigt, die Auswirkungen des Produktionsstopps zu analysieren und mit Airbus zu erörtern. Das für die Entwicklung des A380 seinerzeit von Deutschland gewährte Darlehen von 942 Millionen Euro sei bisher erst zu rund einem Drittel zurückgezahlt.

Airbus hatte erklärt, das Unternehmen werde mit der Bundesregierung über Rückforderungen sprechen. Allerdings habe die Bundesrepublik seit Gewährung des A380-Darlehens im Jahr 2002 hohe Zinszahlungen von Airbus erhalten. Außerdem habe der Jet in den vergangenen 18 Jahren in Deutschland zu einer großen Zahl von Jobs und der Entwicklung von Technologie in hohem Ausmaß geführt. Diese Ansicht bekräftigte Enders in dem Interview.

alt Arbeiten am A380

Hier wird am A380 gebaut

Die Fertigung des A380 ist auf mehrere Standorte in Europa verteilt. In Deutschland ist Hamburg-Finkenwerder der wichtigste Produktionsort. Hier werden unter anderem Teile von Rumpf und Bug gefertigt. Auch die Außenhaut wird in Hamburg lackiert sowie die Kabine ausgestattet.

Bremen produziert die Landeklappen, Stade das Seitenleitwerk und Buxtehude die Kabinenkommunikation. Die Auslieferung an einen Teil der Kunden ist dann wieder in Hamburg angesiedelt.

Im französischen Toulouse, Sitz des Airbus-Konzerns, wird an der Flugsteuerung gearbeitet. Hier  erfolgt die Endfertigung. Weitere Standorte in Frankreich sind Nantes und Saint-Nazaire. Broughton in Großbritannien ist für die Flügel zuständig. Auch im spanischen Getafe wird am A380 mitgearbeitet.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 08. März 2019 um 15:00 Uhr in den Wirtschaftsmeldungen.

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