Kran arbeitet an der Absturzstelle des Privatjets in der Nähe des Dorfes Kuschenkino in der Region Twer.
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Krieg gegen die Ukraine ++ Flugschreiber des abgestürzten Jets geborgen ++

Stand: 25.08.2023 23:10 Uhr

Nach dem Flugzeugabsturz haben russische Ermittler gemeldet, dass sie auch die Flugschreiber gefunden haben. Der ukrainische Präsident Selenskyj hat mit dem türkischen Außenminister über ein neues Getreideabkommen beraten. Alle Entwicklungen im Liveblog.

25.08.2023 • 23:10 Uhr

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Auf der von Russland annektierten Schwarzmeer-Halbinsel Krim haben der ukrainische Geheimdienst SBU und Kiews Streitkräfte nach einem Bericht der "Ukrajinska Prawda" mit Drohnen militärische Stellungen angegriffen. Es gebe Dutzende Tote und Verletzte, berichtete das Internetportal unter Berufung auf informierte Kreise beim Geheimdienst SBU. Veröffentlicht wurde auch ein Foto von Rauchwolken.

Demnach soll die 126. Brigade der russischen Schwarzmeerflotte in dem Dorf Perewalnoje unweit der Krim-Hauptstadt Simferopol angegriffen worden sein. Auch andere ukrainische Medien berichteten darüber. Informationen dazu von russischer Seite gab es zunächst nicht. Die Angaben waren unabhängig nicht überprüfbar.

Die Drohnen schlugen den Berichten zufolge unter Umgehung der russischen Flugabwehr auch in ein Munitionslager ein. Auch Militärtechnik sei schwer beschädigt worden, hieß es. Die russischen Besatzer seien auf die Spezialoperation des Geheimdienstes SBU und der ukrainischen Streitkräfte nicht vorbereitet gewesen.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj drängt zur Eile für einen Einsatz der Kampfjets vom Typ "F-16" gegen die russische Aggression. "Unser Ziel ist, uns an den Zeitpunkt anzunähern, da die F-16 uns helfen, die russischen Terroristen fernzuhalten. So schnell wie möglich", teilte er auf der vormals als Twitter bekannten Plattform X mit.

Nach der angekündigten Lieferung der Kampfflugzeuge durch die Niederlande und Dänemark würden die dort bei seinen jüngsten Besuchen getroffenen Vereinbarungen umgesetzt, sagte Selenskyj auch in seiner in Kiew verbreiteten abendlichen Videobotschaft.

Russland zieht nach Darstellung der Ukraine seine Truppen für eine neue Offensive zusammen. "Nach einem Monat heftiger Kämpfe und erheblichen Verlusten bei Kupjansk und Lyman ordnet der Feind seine Kräfte und Mittel neu", erklärte Generaloberst Oleksandr Syrskyj, der Kommandeur der ukrainischen Bodentruppen. Es müssten unverzüglich Schritte zur besseren Verteidigung der gefährdeten Frontabschnitte eingeleitet werden. Einzelheiten nannte er nicht. Die Angaben können von unabhängiger Seite nicht überprüft werden. Eine russische Stellungnahme liegt nicht vor.

25.08.2023 • 22:37 Uhr

Konfliktparteien als Quelle

Angaben zu Kriegsverlauf, Beschuss und Opfern durch offizielle Stellen der russischen und der ukrainischen Konfliktparteien können in der aktuellen Lage nicht unmittelbar von unabhängiger Stelle überprüft werden.

Westliche Nachbarländer der Ukraine haben sich einstimmig für eine Verlängerung der Einfuhrbeschränkungen für ukrainisches Getreide ausgesprochen. "Wir unterstützen eine Verlängerung des Importstopps in unsere Länder bis zum Ende des Jahres", erklärte der polnische Landwirtschaftsminister Robert Telus nach einer Videokonferenz mit seinen Amtskollegen aus Ungarn, Rumänien, der Slowakei und Bulgarien. Sollte die EU einer Verlängerung der Einfuhrbeschränkungen nicht zustimmen, werde Polen diese einseitig aufrecht erhalten, betonte Telus. Auch Ungarn werde so verfahren. Die bisherige Vereinbarung mit der EU läuft am 15. September aus.

Zwei Tage nach dem mutmaßlichen Tod des russischen Söldnerführers Jewgeni Prigoschin bei einem Flugzeugabsturz sind neben den Trümmern auch die Flugschreiber zu Untersuchungen abtransportiert worden. Das meldete die staatliche Nachrichtenagentur Ria von der Unfallstelle im Gebiet Twer. "Die Flugschreiber wurden von den Ermittlern sichergestellt", teilte die russische Ermittlungskommission im Onlinedienst Telegram mit. Deren Auswertung könnte Rückschlüsse auf die Absturzursache geben. Um die Identität der zehn Todesopfer festzustellen, würden die Leichen derzeit genetisch untersucht, hieß es weiter. 

Die Ukraine hat von Lettland einen weiteren Hubschrauber als Militärhilfe zur Verteidigung gegen den russischen Angriffskrieg erhalten. Die Armee des EU- und NATO-Landes habe einen Helikopter vom Typ "Mi-17" geliefert, schrieb Verteidigungsministerin Inara Murniece auf der vormals als Twitter bekannten Plattform X.  Lettland hatte bereits zuvor mehrere Exemplare der einst in der Sowjetunion entwickelten Flugmaschinen, die in dem Baltenstaat nun von Militärhubschraubern vom Typ "UH-60M Black Hawk" ersetzt wurden, geliefert. 

Die USA wollen nach eigener Aussage die Getreide-Exporte der Ukraine auf Vorkriegsniveau heben. Es gebe "machbare Wege", das Getreide über See und Land zu exportieren, sagt der Leiter des Büros für Sanktionskoordination im US-Außenministerium, James O'Brien, der Nachrichtenagentur Reuters. Dies solle über die kommenden Monate erfolgen.

Russland blockiert seit der Invasion in der Ukraine im Februar 2022 die Häfen des Landes. Zudem hat sich die Regierung in Moskau aus einem Abkommen zum Getreide-Export zurückgezogen. Die Ukraine ist ein bedeutender globaler Getreideproduzent und -exporteur.

Litauen beobachtet nach dem mutmaßlichen Tod des russischen Söldnerführers Jewgeni Prigoschin die Aktivitäten von dessen Wagner-Gruppe im benachbarten Belarus ganz genau. "Wir können bereits die Veränderungen sehen, wir können die Aufspaltung sehen, wir können die Versuche sehen, Belarus in Richtung Russland zu verlassen. Es passieren alle möglichen Arten von Dingen", sagte Verteidigungsminister Arvydas Anusauskas bei einem Besuch in der Grenzregion im Südosten des baltischen EU- und NATO-Landes.

Dort hielten der litauische Grenzschutz und die Armee gemeinsam eine taktische Übung ab. Auf die Frage, was aus der Wagner-Gruppe nach dem mutmaßlichen Tod ihres Chefs werden könnte, antwortete Anusauskas ausweichend. "Ich kann nur sagen, dass jeder Prigoschin durch einen neuen Prigoschin ersetzt wird", sagte er litauischen Medienberichten zufolge. Dessen Platz könne einfach von anderen Leuten mit Verbindungen zum russischen Verteidigungsministerium eingenommen werden. Auch wenn die Wagner-Gruppe "gefährlich" sei, hänge die Lage an der litauischen Grenze eng mit der allgemeinen Sicherheitslage in der Region zusammen, welche im Wesentlichen durch Russlands Krieg in der Ukraine bestimmt werde, sagte Anusauskas weiter.

Der belarussische Präsident Alexander Lukaschenko hat nach eigener Darstellung den russischen Söldnerchef Jewgeni Prigoschin vor Lebensgefahr gewarnt. Jedoch habe Prigoschin die Warnungen zwei Mal in den Wind geschlagen, zitierte die staatliche Nachrichtenagentur Belta Lukaschenko. Das erste Mal sei im Juni während des Marsches der Wagner-Söldner auf Moskau gewesen. "Zur Hölle damit - ich werde sterben", habe Prigoschin erwidert. Beim zweiten Mal habe er neben Prigoschin auch dem Mitgründer von Wagner, Dmitri Utkin, gesagt: "Jungs - passt auf." Wann dies genau geschah, ging aus der Belta-Meldung nicht hervor.

Der belarussische Machthaber Alexander Lukaschenko hält es nach eigenen Worten nicht für wahrscheinlich, dass der russische Präsident Wladimir Putin hinter dem mutmaßlichen Tod von Söldnerführer Jewgeni Prigoschin bei einem Flugzeugabsturz in Russland steckt.

"Ich kenne Putin", zitierte die staatliche Nachrichtenagentur Belta den belarussischen Machthaber. "Er ist ein abwägender Mann, sehr ruhig. Ich kann mir also nicht vorstellen, dass es Putin war, dass er verantwortlich ist." Der Flugzeugabsturz, bei dem Prigoschin mutmaßlich getötet wurde, wäre eine "zu grobe und unprofessionelle Arbeit", als dass Putin dahinterstecken könnte, sagte Lukaschenko. Zuvor hatte der Kreml jegliche Verstrickung in den Fall bestritten.

Zwei Tage nach dem mutmaßlichen Tod des russischen Söldnerführers Jewgeni Prigoschin bei einem Flugzeugabsturz sind die Trümmer der Maschine zu Untersuchungen abtransportiert worden. Das meldete die staatliche Nachrichtenagentur Ria von der Unfallstelle im Gebiet Twer.

Ein Video der Agentur zeigte, wie ein großes Wrackteil verhüllt auf einem Lastwagen weggefahren wurde. Die Teile würden in eine Fahrzeugreparaturwerkstatt der Armee gebracht, berichtete die kremlnahe Zeitung "Iswestija".

Auf dem Telegram-Kanal des russischen Militärbloggers Rybar zeigte ein Video, wie eine Tragfläche des Geschäftsfliegers aus einem dichten Waldstück gezogen wird.

Ein Lastwagen transportiert ein Wrackteil von der Absturzstelle des Privatjets in der Nähe des Dorfes Kuschenkino in der Region Twer.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat den türkischen Außenminister Hakan Fidan in Kiew empfangen. Bei dem Treffen sei es unter anderem um das Getreideabkommen gegangen, schrieb Selenskyj beim Twitter-Nachfolger X. Weitere Details wurden vorerst nicht bekannt.

Russland war aus dem für die Welternährung wichtige und unter Vermittlung der Türkei und der Vereinten Nationen geschlossene Abkommen Ende Juli ausgestiegen. Die Vereinbarung hatte den Export ukrainischen Getreides über das Schwarze Meer ermöglicht.

Ein führendes Wagner-Mitglied ist laut Social-Media-Einträgen der russischen Söldner-Gruppe auf Verlangen der Ukraine in Finnland festgenommen worden. Dabei soll es sich um den Gründer und Chef der Wagner-Untergruppe Rusich, Jan Petrowsky, handeln. Gegen Petrowsky bestehen Sanktionen der Europäischen Union und der USA. Laut einem Telegram-Eintrag kämpfte Petrowsky bereits seit 2014 in der Ukraine und wurde vor einem Monat festgenommen. Er könne jetzt an die Ukraine ausgeliefert werden.

Mitglieder russischer paramilitärischer Organisationen wie der Söldner-Truppe Wagner müssen künftig einen Treueeid auf den russischen Staat ablegen. Ein entsprechendes Dekret unterzeichnete Präsident Wladimir Putin zwei Tage nach dem mutmaßlichen Tod des Wagner-Chefs Jewgeni Prigoschin bei einem Flugzeugabsturz.

Laut dem auf der Website des Präsidialamts veröffentlichten Dekret müssen alle "freiwilligen Kämpfer" und Mitglieder privater militärischer Organisationen - wie bisher schon reguläre Soldaten - Russland "Treue" und "Loyalität" schwören und zudem geloben, "die Befehle der Kommandeure und Vorgesetzten strikt zu befolgen". Ziel der Maßnahme sei es, "die geistigen und moralischen Grundlagen für die Verteidigung der Russischen Föderation zu legen", hieß es.

Die russische Luftabwehr habe eine Drohne über der Region Kaluga südwestlich von Moskau abgeschossen, teilt der regionale Gouverneur über Telegram mit. Zuvor erklärte das Verteidigungsministerium in Moskau, eine umgebaute S-200 Rakete sei ebenfalls über Kaluga abgeschossen worden.

Konfliktparteien als Quelle

Angaben zu Kriegsverlauf, Beschuss und Opfern durch offizielle Stellen der russischen und der ukrainischen Konfliktparteien können in der aktuellen Lage nicht unmittelbar von unabhängiger Stelle überprüft werden.

Der Bundesregierung liegen nach Angaben eines Sprechers keine eigenen Erkenntnisse über den mutmaßlichen Tod des russischen Söldner-Chefs Jewgeni Prigoschin vor. Man habe die Berichterstattung zur Kenntnis genommen, sagt der Sprecher in Berlin und fügt hinzu: "Besonders überraschend wäre ein gewaltsames Ende Prigoschins nicht."

Ein Sprecher des Auswärtigen Amts ergänzt, es handele sich zunächst um "eine innerrussische Angelegenheit". Es seien bereits einige Oppositionelle in Russland gewaltsam zu Tode gekommen. "Insofern ist da ein Muster zu erkennen", sagt er. Rückschlüsse auf das Schicksal Prigoschins könnten aber noch nicht gezogen werden.

Russische Ermittler haben nach Angaben aus informierten Kreisen einen ersten Toten aus dem Wrack des Flugzeuges, in dem auch Söldner-Chef Jewgeni Prigoschin gereist sein soll, identifiziert. Demnach liegen "dokumentarische Beweise" vor, dass Pilot Alexej Lewschin unter den Toten ist, sagt eine mit dem Vorgang vertraute Person. Ein genetischer Abgleich mit seinen Verwandten stehe aber noch aus.

In Lettland haben die Sicherheitsbehörden vier Personen wegen des Verdachts der Zusammenarbeit mit dem russischen Inlandsgeheimdienst FSB festgenommen. Im Auftrag des FSB sollten die lettischen Staatsbürger Aktivitäten unternommen haben, die gegen die Sicherheit Lettlands und dessen Bevölkerung gerichtet waren. Dies teilte die Sicherheitspolizei des EU- und Nato-Landes mit.

Demnach ist am 1. August ein Strafverfahren gegen die Verdächtigen eingeleitet worden, von denen sich drei weiterhin in Untersuchungshaft befinden. Bei Durchsuchungen an landesweit 14 Orten seien auch zahlreiche Datenträger und Dokumente sichergestellt worden. Zudem wurden Geräte gefunden, bei denen es sich vermutlich um Güter von strategischer Bedeutung handele, die den Behörden zufolge für rechtswidrige operative Tätigkeiten genutzt werden könnten. Nähere Angaben machte die Sicherheitspolizei aus Rücksicht auf laufende Ermittlungen nicht.

Der russische Präsident Wladimir Putin wird nicht zum Gipfeltreffen der Zwanzigergruppe wichtiger Industrie- und Schwellenländer (G20) Anfang September in Indien fahren. Reisen stünden derzeit nicht im Terminkalender, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow Moskau. Putin konzentriere sich auf die militärische Spezialoperation, wie Moskau den Angriffskrieg gegen die Ukraine nennt.

Putin habe gerade erst per Videoschalte am Gipfeltreffen der BRICS-Staaten (Brasilien, Russland, Indien, China, Südafrika) teilgenommen, sagte Peskow russischen Agenturmeldungen zufolge. Die Form seiner Teilnahme am G20-Gipfel werde geklärt. Das Treffen findet am 9./10. September in Neu-Delhi statt. Putin war auch nicht zum Gipfel der Gruppe im vergangenen Jahr nach Indonesien geflogen.

Die russische Regierung bezeichnet Annahmen, Söldner-Chef Jewgeni Prigoschin sei auf ihren Befehl hin getötet worden, als Spekulation und "absolute Lüge". Regierungssprecher Dmitri Peskow erklärt weiter, die Untersuchungen der Absturz-Ursache des Flugzeugs, in dem offiziellen Angaben zufolge Prigoschin saß, liefen.

Die Ergebnisse würden veröffentlicht, wenn sie vorliegen. Peskow vermied eine direkte Antwort auf die Frage, ob er den Tod des Söldner-Chefs bestätigen kann.

Der mutmaßliche Tod des Söldnerführers Jewgeni Prigoschin bedeutet nach Einschätzung von US-Militärexperten wohl das Ende der Wagner-Gruppe als quasi-unabhängige Privatarmee. Der Verlust der zentralen Führungsfigur schwäche ihre Fähigkeit, der Kampagne des Kremls und des russischen Verteidigungsministeriums entgegenzutreten, die die Gruppe nach ihrer Rebellion am 24. Juni destabilisieren und zerstören wollten, schrieb das US-Institut für Kriegsstudien ISW in seiner Analyse.

Berichten zufolge habe das Ministerium bereits selbst private Militärgruppen eingerichtet, welche derzeitiges und früheres Wagner-Personal rekrutierten, hieß es weiter. Dabei gehe es um die Kontrolle von Wagner-Operationen im Ausland. Unklar sei, ob der Kreml Wagner komplett auflösen oder als kleinere, dem Verteidigungsministerium unterstehende Organisation neu aufstellen wolle. Dass Wagner als quasi-unabhängige Gruppe mit neuer, kremltreuer Führung erhalten bleibe, sei als dritte Option zwar möglich, aber nach ISW-Einschätzung unwahrscheinlich.

Die russische Regierung kritisiert US-Präsident Joe Biden wegen dessen Bemerkungen zum mutmaßlichen Tod von Söldner-Chef Jewgeni Prigoschin. Der stellvertretende Außenminister Sergej Rjabkow nennt Bidens Äußerungen laut staatlicher Nachrichtenagentur Tass inakzeptabel.

Biden hatte nach dem Absturz von Prigoschins Flugzeug gesagt, er sei darüber nicht verwundert. Der US-Präsident fügte hinzu, in Russland passiere nicht viel, ohne dass Staatschef Wladimir Putin dahinter stecke.

Der niederländische Brauereikonzern Heineken hat seinen angekündigten Rückzug aus Russland abgeschlossen. Der Prozess habe "länger gedauert als erhofft", sei nun aber beendet, erklärte Konzernchef Dolf van den Brink . Zuvor hatte Heineken nach längerer Verzögerung seine Geschäfte an die russische Arnest Group veräußert. Die jüngsten Entwicklungen zeigten, wie schwierig ein geordneter, verantwortungsvoller Rückzug großer Unternehmen aus Russland sei, erklärte van den Brink.

Der tschetschenische Machthaber Ramsan Kadyrow hat den mutmaßlichen Tod des russischen Söldnerführers Jewgeni Prigoschin öffentlich betrauert. "Sein Tod ist ein großer Verlust für den ganzen Staat", schrieb er auf seinem Telegram-Kanal, kurz nachdem Russlands Präsident Wladimir Putin von einer Tragödie gesprochen hatte.

"Wir waren seit langer Zeit befreundet", behauptete Kadyrow. Auf Telegram postete er ein Foto, das ihn bei der Entgegennahme eines Ordens der Söldnertruppe Wagner aus den Händen Prigoschins zeigt. Prigoschin habe in den letzten Monaten das große Gesamtbild aus den Augen verloren. "Ich habe ihn gebeten, seine persönlichen Ambitionen hintenan zu stellen zugunsten von Angelegenheiten höchster Wichtigkeit für den Staat", schrieb er.

Der tschetschenische Präsident Ramsan Kadyrow

Kadyrow und Prigoschin waren beide mit ihnen unterstellten Truppen an Russlands Angriffskrieg in der Ukraine beteiligt.

Der russische Söldnerführer Jewgeni Prigoschin ist nach Einschätzung britischer Geheimdienste "sehr wahrscheinlich" tot. Zwar gebe es noch keinen endgültigen Beweis, dass Prigoschin an Bord des abgestürzten Flugzeugs gewesen sei, zumal er stets außergewöhnliche Sicherheitsmaßnahmen ergreife, betonte das britische Verteidigungsministerium. Doch Prigoschins Tod würde die Privatarmee Wagner zutiefst destabilisieren, hieß es in London weiter.

Die Ukraine hat nach russischen Angaben eine Rakete in Richtung Moskau abgefeuert. Das russische Verteidigungsministerium erklärt, es habe eine modifizierte S-200-Rakete über der Region Kaluga abgeschossen. Die Region Kaluga grenzt an Moskau, die Stadt Kaluga ist weniger als 200 Kilometer von Moskau entfernt. Es habe keine Verletzten gegeben, erklärt Gouverneur Wladislaw Schapscha

Das S-200-Flugabwehrsystem wurde von der Sowjetunion in den 1960ern entwickelt und stationiert. Die Ukraine musterte die letzten Einheiten schon vor Jahren aus, könnte das Waffensystem jedoch reaktiviert haben. Eine offizielle Bestätigung dafür gibt es nicht.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat dem US-Präsidialamt zufolge gemeinsam mit US-Präsident Biden über den Beginn der Ausbildung ukrainischer Kampfpiloten gesprochen. Wie das Weiße Haus mitteilte, sollen die Piloten für den Einsatz von F-16-Kampfjets ausgebildet werden. Außerdem hätten die beiden Präsidenten über eine beschleunigte Genehmigung für andere Nationen gesprochen, die ihre F-16-Kampfjets an die Ukraine übergeben wollen.

Dem russische Verteidigungsministerium zufolge sind 42 von der Ukraine gestartete Drohnen über der Halbinsel Krim abgefangen worden. Wie das Ministerium mitteilte, hätten russische Streitkräfte die Drohnen am Morgen mit Hilfe von Flugabwehrraketen sowie Systemen der elektronischen Kriegsführung zerstört, beziehungsweise kontrolliert abstürzen lassen.

Nach Angaben des von Moskau in Sewastopol installierten Gouverneurs Michail Raswoschajew wurden einige Drohnen außerhalb der Stadt zerstört. Angaben über mögliche Opfer wurden zunächst nicht gemacht.

Konfliktparteien als Quelle

Angaben zu Kriegsverlauf, Beschuss und Opfern durch offizielle Stellen der russischen und der ukrainischen Konfliktparteien können in der aktuellen Lage nicht unmittelbar von unabhängiger Stelle überprüft werden.

Der Kommandeur des Russischen Freiwilligenkorps (RVC), Denis Kapustin, fordert die Kämpfer der Söldnergruppe Wagner auf, den möglichen und bisher nicht offiziell bestätigten Tod ihres Gründers Jewgeni Prigoschin und ihres Kommandanten Dmitri Utkin zu rächen. "Ihr steht jetzt vor einer schweren Entscheidung. Ihr könnt euch in ein Wachhaus des russischen Verteidigungsministeriums stellen und als Wachhunde für die Vollstrecker Eurer Befehlshaber dienen oder Rache nehmen", sagte Kapustin in einer am späten Donnerstag veröffentlichten Videoansprache. Um Rache zu nehmen, würden sie aber auf die Seite der Ukraine wechseln müssen. Der RVC ist eine Gruppe russischer Kämpfer, die auf ukrainischer Seite kämpfen.

Wie die russische Nachrichtenagentur Tass berichtet, haben die Moskauer Flughäfen Wnukowo und Domodedowo am frühen Morgen den Flugverkehr ausgesetzt. Das russische Militär erklärte, eine S-200 Langstreckenrakete aus der Ukraine über russischem Territorium abgefangen zu haben.

Bewohner der russischen Regionen Tula und Kaluga hatten nach Berichten des russischen Online-Medienportals Baza zuvor in sozialen Medien von Explosionen berichtet, die sie in der Nacht gehört hatten. Der Flugverkehr war bereits am Dienstag und Mittwoch wegen ukrainischer Drohnenangriffe kurzzeitig unterbrochen worden.

Das S-200-Flugabwehrsystem wurde von der Sowjetunion in den 1960ern entwickelt und stationiert. Die Ukraine musterte die letzten Einheiten schon vor Jahren aus, könnte das Waffensystem jedoch reaktiviert haben. Eine offizielle Bestätigung dafür gibt es nicht

Die USA wollen ukrainische Piloten ab Oktober an "F-16"-Kampfjets schulen. Dies teilte Pentagonsprecher Pat Ryder mit. Die Ausbildung der Ukrainer erfolge auf der Morris Air National Guard Base - einem Stützpunkt des für den Luftraum zuständigen Teils der Nationalgarde - in Tucson im Staat Arizona.

Zunächst sollen die Piloten auf der Luftwaffenbasis Lackland im texanischen San Antonio im September Englischunterricht erhalten, um ihre Sprachkompetenz auf einen Stand zu bringen, der für den Umgang mit den "F-16"-Jets nötig ist, wie Ryder ergänzte. Dänemark, die Niederlande und zuletzt Norwegen haben angekündigt, der Ukraine für deren Abwehrkampf gegen Russlands Truppen F-16-Jets aus US-Produktion zur Verfügung zu stellen.

In Berlin sind zahlreiche Menschen auf die Straße gegangen, um ihre Unterstützung für die Ukraine auszudrücken. Die UN prangern vorsätzliche Angriffe gegen Zivilisten in der Ukraine an. Alle Entwicklungen im Liveblog.

Dieses Thema im Programm: Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 25. August 2023 um 22:00 Uhr.