Volkswagen-Logo | Bildquelle: AFP

Wegen umstrittener Abgastests VW beurlaubt Generalbevollmächtigten

Stand: 31.05.2018 06:00 Uhr

Die Debatte um umstrittene Abgastests hat bei Volkswagen zu personellen Konsequenzen geführt: Der Generalbevollmächtigte Steg wurde beurlaubt. Er hatte die volle Verantwortung für die Vorgänge übernommen.

Nach Bekanntwerden von Abgasversuchen an Affen zieht der Volkswagen-Konzern "erste Konsequenzen" und beurlaubt seinen Generalbevollmächtigten Thomas Steg. Dieser habe erklärt, die volle Verantwortung für die "Vorgänge" zu übernehmen und angeboten, ihn zu beurlauben, teilte VW mit. Er werde bis zur vollständigen Aufklärung der Vorgänge von seinen Aufgaben entbunden.

"Wir sind dabei, die Arbeit der 2017 aufgelösten EUGT genau zu untersuchen und alle nötigen Konsequenzen daraus zu ziehen", sagte Konzernchef Matthias Müller. "Herr Steg hat erklärt, die volle Verantwortung zu übernehmen. Dies respektiere ich."

Thomas Steg | Bildquelle: imago/photothek
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Der Generalbevollmächtigte Thomas Steg wurde beurlaubt.

Die von BMW, Daimler und VW betriebene Europäische Forschungsvereinigung für Umwelt und Gesundheit im Transportsektor (EUGT) hatte Tests mit Affen und Menschen finanziert. Die Probanden waren Stickoxiden ausgesetzt worden. Negative Folgen sollen die Versuche für sie nicht gehabt haben.

VW distanzierte sich von den Versuchen und entschuldigte sich dafür. Zuvor hatte Steg angekündigt, dass Volkswagen künftig auf Tierversuche verzichte. "Wir wollen Tierversuche für die Zukunft absolut ausschließen. Damit so etwas nicht noch einmal passiert", sagte er der "Bild"-Zeitung. Der Autobauer lasse prüfen, was nach den Versuchen mit den Affen geschehen sei, in welchem Zustand sie übergeben wurden und wie es ihnen heute gehe. Auch Konzernchef Müller hatte die Versuche als inakzeptabel bezeichnet. VW-Betriebsratschef Bernd Osterloh forderte erneut vom Vorstand vollständige Aufklärung und personelle Konsequenzen.

Anhaltende Kritik

Dennoch reißt die Kritik an den Abgastests nicht ab. Bundesjustizminister Heiko Maas sagte der "Passauer Neuen Presse": "Was da berichtet wird, ist einfach schockierend. Wer solche Tests in Auftrag gibt, scheint jeglichen Maßstab verloren zu haben." Menschen und Tiere für die eigenen Zwecke zu missbrauchen, sei "einfach entsetzlich", so der SPD-Politiker.

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks betonte in Brüssel: "Das, was VW wohl führend und zusammen mit anderen Automobilherstellern gemacht hat an Versuchen mit Affen in New Mexico und mit Menschen in der Bundesrepublik Deutschland, halte ich für verantwortungslos." Die Grünen im Bundestag forderten, die Bundesregierung müsse schnell Antworten darauf geben, seit wann sie von den Affenversuchen wusste und ob öffentliche Gelder an die EUGT gezahlt wurden, um diese "menschen- und tierverachtenden Methoden" zu finanzieren.

Über dieses Thema berichtete am 30. Januar 2018 Inforadio um 13:42 Uhr und tagesschau24 um 14:00 Uhr.

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