Donald Trump | Bildquelle: AP

US-Präsident Empörung nach Trumps Twitter-Tirade

Stand: 28.07.2019 00:53 Uhr

US-Präsident Trump hat den afroamerikanischen Abgeordneten der Demokraten Cummings auf Twitter attackiert. Cummings Wahlbezirk sei ein "widerliches, von Ratten und Nagern" befallenes Chaos. Die Demokraten sprachen von Rassismus.

Nach Kritik an der Situation für Migranten an der US-Südgrenze hat Präsident Donald Trump den afroamerikanischen Abgeordneten Elijah Cummings verbal attackiert. Cummings habe die Angestellten des Grenzschutzes mit seinen Tiraden schikaniert, während in seinem Wahlbezirk Baltimore doch viel schlimmere und gefährlichere Bedingungen herrschten, schrieb Trump auf Twitter.

Cummings Bezirk sei ein widerliches, von Ratten und Nagetieren befallenes Chaos. Wenn er mehr Zeit in Baltimore verbringen würde, könnte er vielleicht dazu beitragen, diesen sehr gefährlichen und schmutzigen Ort aufzuräumen, so Trump.

Baltimore gilt tatsächlich wegen seiner hohen Kriminalitätsrate als Problemstadt. Dennoch erntete der US-Präsident einen Sturm der Empörung.

Die Vorsitzende des Abgeordnetenhauses Nancy Pelosi nannte Trumps Twitter-Botschaften "rassistisch". Cummings sei ein angesehener Kollege und trete für Bürgerrechte und wirtschaftliche Gerechtigkeit ein. "Wir alle weisen die rassistischen Attacken gegen ihn zurück."

Der Bürgermeister von Baltimore, der afroamerikanische demokratische Politiker Bernard Young, kritisierte Trumps Rhetorik als "schmerzlich und gefährlich" sowie "völlig unannehmbar".

Der Abgeordnete der Demokraten Elijah Cummings | Bildquelle: REUTERS
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Abgeordneter Cummings: Kritik an der restriktiven Migrationspolitik der Trump-Administration

Gegner des Präsidenten

Cummings ist einer der erfahrensten Abgeordneten der Demokraten im Repräsentantenhaus. Der 68-Jährige vertritt seit 1996 seinen Wahlkreis in Baltimore und Maryland. Als Vorsitzender des Kontrollausschusses gehört er zu den schärfsten Kritikern des Präsidenten, insbesondere von Trumps Einwanderungspolitik und der Zustände in den Sammellagern für Migranten an der Südgrenze. Der Abgeordnete verteidigte sich gegen Trumps Kritik. "Ich wache jeden Morgen auf und kämpfe für meine Nachbarn", schrieb er auf Twitter.

Trump stand zuletzt heftig in der Kritik, weil er vier Abgeordnete der Demokraten immer wieder attackierte. Er legte ihnen nahe, in die Herkunftsländer ihrer Familien zurückzukehren.

Mit Informationen von Martin Ganslmeier, ARD-Studio Washington

Trump attackiert afroamerikanischen Abgeordneten aus Baltimore
Martin Ganslmeier, ARD Washington
28.07.2019 00:30 Uhr

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Über dieses Thema berichtete NDR Info am 28. Juli 2019 um 03:00 Uhr.

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