Bundesgesundheitsminister Spahn bei einer Pressekonferenz. | dpa

Corona-Pandemie Spahn will Schnelltests für alle

Stand: 16.02.2021 14:37 Uhr

Um die Gefahr einer weiteren Corona-Ausbreitung zu begrenzen, will Gesundheitsminister Spahn ab März allen Bürgern kostenlose Schnelltests anbieten. Demnächst solle man sich auch selbst testen können.

Der Einsatz von Corona-Schnelltests soll ab 1. März weiter ausgedehnt werden. Mittlerweile seien deutlich mehr Tests am Markt verfügbar, sagte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. "Daher sollen alle Bürgerinnen und Bürger kostenlos von geschultem Personal mit Antigen-Schnelltests getestet werden können."

Demnach sollen Kommunen vor Ort Testzentren oder Apotheken mit solchen Angeboten beauftragen können, die Kosten dafür soll der Bund übernehmen.

Tests derzeit noch mit geschultem Personal

Die Pläne sollen zudem den Weg für den Einsatz von Laien-Selbsttests ebnen, die derzeit für eine demnächst erwartete Zulassung geprüft werden. Im Gespräch ist, sie gegen einen "geringen Eigenanteil" von einem Euro abzugeben. "Diese Tests können zu einem sicheren Alltag beitragen, gerade auch in Schulen und Kitas", sagte Spahn. Sie würden "schnellstmöglich geprüft und zugelassen".

Der Bund hatte den Einsatz von Corona-Schnelltests schon in mehreren Schritten ausgedehnt. Sie können bereits in Pflegeheimen, Kliniken und nach Infektionsfällen etwa auch in Schulen verwendet werden - aber vorerst mit geschultem Personal. Dabei brauchen die Proben nicht extra zum Auswerten ins Labor geschickt zu werden.

Antigen-Tests gelten aber als nicht so genau wie sonst genutzte PCR-Tests. Laut Robert Koch-Institut (RKI) muss ein positives Ergebnis eines Schnelltests daher mit einem PCR-Test bestätigt werden.

Die wichtigsten Corona-Tests

PCR-Tests weisen das Erbgut des Coronavirus Sars-CoV-2 nach und gelten als das derzeit genaueste verfügbare Verfahren, um eine akute Infektion festzustellen. Für den Abstrich ist Material aus dem Mund-, Nasen- oder Rachenraum erforderlich, da sich das Virus dort vermehrt. Das Verfahren ist vergleichsweise zeitaufwendig und teuer, gilt wegen der hohen Zuverlässigkeit aber als Referenzmethode.

Antigen-Tests weisen hingegen nicht das Erbmaterial des Erregers nach, sondern Antigene. Auch hier ist ein Abstrich erforderlich. Ist das Virus in der Probe enthalten, reagieren dessen Eiweißbestandteile mit dem Teststreifen, auf dem eine Verfärbung sichtbar wird. Der Test liefert zwar rasche Ergebnisse, ist günstig und kann auch von Laien eingesetzt werden. Doch Forscher warnen vor mangelnder Zuverlässigkeit.

Antikörper-Tests erfassen nicht das Coronavirus selbst, sondern die Reaktion des Immunsystems auf den Erreger. Sind Antikörper im Blut, können sie durch eine Farbreaktion auf einer präparierten Testoberfläche nachgewiesen werden. Der Test ist daher vor allem zum Nachweis früherer Infektionen geeignet.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau auf tagesschau24 am 16. Februar 2021 um 12:00 Uhr.