Ein Passagier geht durch die Abflughalle am Terminal 1 des Frankfurter Flughafens. | Bildquelle: dpa

Folgen der Corona-Pandemie Luftfahrt soll weitere Hilfen bekommen

Stand: 20.09.2020 11:00 Uhr

Der Luftverkehr gehört zu den Branchen, die in der Corona-Krise am schwersten belastet sind. Eine schnelle Erholung ist nicht in Sicht. Nun sagte der Verkehrsminister der Luftfahrt weitere Unterstützung zu.

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer hat neue Corona-Hilfen für die Luftfahrtbranche angekündigt. "Ich werde schnellstens zu einem Luftverkehrsgipfel einladen, der sich mit den Folgen der Corona-Krise für die gesamte Luftverkehrswirtschaft beschäftigt", sagte er der "Funke Mediengruppe". "Da werden wir helfen und retten müssen", so der Minister.

Vor allem gehe es um die 22 Flughäfen in Deutschland, die 180.000 Menschen beschäftigten. "Bei einem Passagieraufkommen von 20 Prozent des normalen Niveaus habe ich sehr große Sorge, dass der Erhalt dieser wichtigen Infrastruktur in Gefahr ist", sagte Scheuer. Deshalb werde er "ein Hilfskonzept für die Flughäfen" vorlegen.

"Wir werden über einen gewissen Zeitraum nicht mehr die ganze Bandbreite der Mobilität in der Luft haben. Manche freuen sich darüber, ich nicht."

Scheuer verwies bei der bereits genehmigten Unterstützung unter anderem auf das milliardenschwere staatliche Hilfspaket für die Lufthansa. "Aber wir denken natürlich auch an die Flughäfen. Wir bereiten gerade ein Konzept für die Regionalflughäfen vor und thematisieren die großen Verkehrsflughäfen." Wenn man an dieser Stelle wichtige Infrastruktur verliere, könne man sie nicht mehr reaktivieren. Das Ziel sei es, Struktur zu erhalten. "Alles, was schließt, was nicht mehr am Netz ist, wird nicht mehr aufmachen."

Zustimmung vom Verband

Der Flughafenverband ADV begrüßte die Ankündigung Scheuers, ein Hilfskonzept für die Airports zu prüfen. "Die Flughäfen stehen mit dem Rücken zur Wand", sagte ADV-Hauptgeschäftsführer Ralph Beisel. Ein Flugbetrieb ohne Einnahmen lasse sich auf Dauer nicht durchhalten. Die von den Flughäfen eingeleiteten Sparmaßnahmen könnten den Einnahmerückgang nicht auffangen. Die Verluste der deutschen Flughäfen summierten sich bis Ende nächsten Jahres auf über 2,2 Milliarden Euro.

Von der Corona-Krise und dem daraus resultierenden Passagiereinbruch sind laut Scheuer alle mit der Luftfahrt zusammenhängenden Branchen betroffen. Mit Blick auf Airbus sagte er, ein europäischer Flugzeugbauer sei im Gesamtsystem Luftverkehrswirtschaft genauso wichtig wie die Flugsicherung und die Gepäckabfertigung. Wenn weniger geflogen werde, habe dies zudem Auswirkungen auch auf Shops im Flughafen bis hin zum Bodenabfertiger. "Das ist ein Gesamtsystem in der Krise."

Scheuer kündigt neue Corona-Hilfen für Luftverkehr an
Kilian Pfeffer, ARD Berlin
20.09.2020 11:18 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Inforadio am 20. September 2020 um 08:23 Uhr.

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