Eine Frau putzt sich die Nase mit einem Taschentuch. | dpa

RKI-Wochenbericht Immer mehr akute Atemwegserkrankungen

Stand: 09.12.2022 09:03 Uhr

Momentan leiden mehr Menschen unter akuten Atemwegsinfektionen als auf dem Höhepunkt früherer Grippewellen. Laut RKI nahm auch die Zahl der Krankenhauseinweisungen zu. Eine neue Corona-Welle sei aber nicht erkennbar.

Nach zwei Corona-Wintern mit weniger Erkältungs- und Grippeviren sind in Deutschland derzeit wieder außergewöhnlich viele Menschen davon betroffen. Die Anzahl der Krankenhauseinweisungen mit schwerer akuter Atemwegsinfektion liege "insgesamt auf einem hohen Niveau, vergleichbar zum Wertebereich auf dem Höhepunkt früherer Grippewellen", schreibt das Robert Koch-Institut (RKI) in seinem Covid-19-Wochenbericht.

Für vergangene Woche würden 9,5 Millionen akute Atemwegserkrankungen in Deutschland angenommen - das sei über dem Niveau der Vorjahre zum Höhepunkt schwerer Grippewellen. Die Zahl der Arztbesuche wegen Atemwegserkrankungen schätzt das RKI auf zwei Millionen - so viele wie "sonst nur in Spitzenwochen starker Grippewellen".

Grippewelle begann früher als sonst

Neben verstärktem Übertragungsgeschehen könne der Wert aber auch damit zusammenhängen, dass Menschen bereits mit milden Symptomen zum Arzt gehen, heißt es im Bericht. Bei rund 330 stichprobenartig untersuchten Patientenproben aus Arztpraxen habe sich gezeigt, dass vorrangig die Grippe, das Respiratorische Synzytial-Virus (RSV) und "zu einem geringeren Teil" Corona vorkamen. Das vollständige Geschehen lasse sich aber kaum erfassen, schreibt das RKI.

Die Grippewelle in Deutschland begann dieses Mal früh: nach RKI-Definition in der Woche bis 30. Oktober. In den beiden Wintern zuvor waren Wellen wegen der Pandemie und den dagegen getroffenen Maßnahmen weitgehend ausgeblieben. Experten befürchten daher derzeit mehr anfällige Menschen in der Bevölkerung. Der Verlauf einer Saison gilt als schwer vorherzusehen, der Höhepunkt von Grippewellen wird oft nach dem Jahreswechsel verzeichnet.

Der Beginn einer befürchteten Corona-Winterwelle ist dem RKI zufolge bislang nicht sicher ablesbar. Das Institut schreibt zwar von einer Zunahme der bundesweiten Sieben-Tage-Inzidenz in der vergangenen Woche im Vergleich zur Vorwoche um acht Prozent. Ob es sich dabei um einen Trend handelt, könne aber noch nicht abschließend bestätigt werden. Zuletzt lagen die Werte längere Zeit auf ähnlichem Niveau.