Arbeiter vor der Fleischfabrik Toennies | Bildquelle: REUTERS

Nach Corona-Fällen Tönnies-Fabrik bleibt dicht

Stand: 03.07.2020 17:59 Uhr

Über 1500 infizierte Tönnies-Arbeiter, Tausende Bürger in Quarantäne: Deshalb bleibt Europas größte Fleischfabrik weiter geschlossen. Die Behörden verlängerten die Anordnung, ließen jedoch ein Hintertürchen offen.

Die Fleischfabrik Tönnies bleibt mindestens bis zum 17. Juli geschlossen, teilte die Stadt Rheda-Wiedenbrück mit. An diesem Tag endet auch die vom Land angeordnete Quarantäne für die über 1500 Mitarbeiter, die sich mit dem Coronavirus infiziert haben.

Nachdem in der Nacht eine "Schließungsverfügung" ausgelaufen war, beschlossen Vertreter von Stadt und Land, dass die Produktion weitere 14 Tage stillstehen soll.

Zahl der Infektionen im Kreis steigt weiter

"Ausschlaggebend für die Entscheidung war die überaus hohe Infektionsrate", so Theo Mettenborg, Bürgermeister der Stadt Rheda-Wiedenbrück. Sie spreche nach Aussagen von Fachleuten dafür, dass die betrieblichen Verhältnisse die Ausbreitung der Infektion stark begünstige.

Der Kreis Gütersloh hatte erst am Vortag darauf hingewiesen, dass die Zahl der positiven Befunde bei Bewohnern ohne Bezug zu Tönnies in der Tendenz weiter ansteigt. Laut Robert Koch-Institut verzeichnete der Kreis deutschlandweit die meisten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche.

Dennoch stellte Mettenborg ein schrittweises Anlaufen der Produktion vor Ablauf der Frist in Aussicht. Dafür müsse Tönnies jedoch ein Konzept zum Gesundheits- und Arbeitsschutz vorlegen, das den Vorgaben der Corona-Schutzverordnung des Landes Nordrhein-Westfalen entspricht.

Montag kommt ein Hygienekonzept auf den Tisch

"Ich nehme wahr, dass das Unternehmen deutliche Anstrengungen unternimmt, um den hygienischen Anforderungen für eine Wiederaufnahme des Betriebes gerecht zu werden", so Mettenborg.

Nach Angaben von Mettenborg wollen verschiedene Fachbehörden bereits am Montag über ein Hygienekonzept beraten, das der Fleischunternehmer zwischenzeitlich vorgelegt hat.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 03. Juli 2020 um 17:00 Uhr.

Darstellung: