Pisa-Studie  | Bildquelle: dpa

PISA-Studie Teamwork liegt deutschen Schülern

Stand: 21.11.2017 10:00 Uhr

Im Team zu arbeiten wird im Berufsleben immer wichtiger. Deshalb hat die neue PISA-Studie erstmals erhoben, wie gut Neuntklässler auf diese Herausforderung vorbereitet sind. Das Ergebnis für Deutschland kann sich sehen lassen - besonders bei den Mädchen.

Mit anderen zusammenarbeiten, Schwierigkeiten überwinden und Lösungen finden: Neuntklässler in Deutschland können komplexe Probleme gut im Team lösen. Im internationalen Vergleich zeigen 15-jährige Schüler bei den Sozialkompetenzen hierzulande bessere Leistungen als in vielen anderen OECD-Ländern. Das ergab die neue PISA-Studie, die erstmals den Faktor Teamarbeit analysierte.

Insgesamt nahmen 125.000 Schüler teil, rund 1900 davon in Deutschland. Sie bekamen am Computer Aufgaben gestellt, für deren Lösung sie mit mehreren anderen zusammenarbeiten mussten - diese wurden dabei von dem Programm simuliert. Die deutschen Schüler landeten im oberen Drittel - zwischen dem 10. und 14. Platz von gut 50 Bildungssystemen.

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In der neuen PISA-Studie wurde erstmals Teamfähigkeit untersucht.

Teamwork - Mädchen sind besser als Jungen

Etwa 13 Prozent der Schüler in Deutschland erreichen die höchste Kompetenzstufe beim Problemlösen im Team - im OECD-Durchschnitt sind es nur 8 Prozent. Auch der Anteil derjenigen, die schlecht abschneiden, ist vergleichsweises gering. Trotzdem können 21 Prozent der Schüler in Deutschland nur leichte Probleme lösen, bei denen die Zusammenarbeit wenig komplex ist.

Mädchen sind in allen Ländern besser darin, Probleme im Team zu lösen. Auch in Deutschland. Hier haben sie fast ein Schuljahr Vorsprung vor den Jungen. Auffällig: als die PISA-Studie 2012 testete, wie gut Schüler alleine Probleme lösen können, schnitten die Jungen besser ab. "Dies deutet darauf hin, dass die Mädchen vor allem in der Teamarbeit sehr große Fähigkeiten haben", teilte die Technische Universität München mit, die den deutschen Teil der Studie verantwortete.

Spitzenreiter der Teamarbeitserhebung sind Singapur und Japan, Deutschland liegt etwa auf einer Höhe mit den USA, Großbritannien und Dänemark.

"Abfragewissen verliert dramatisch an Relevanz"

Die OECD hält die Auswertung für wichtig, weil die Bedeutung sozialer Kompetenzen am Arbeitsmarkt zunehme. "Abfragewissen verliert dramatisch an Relevanz, weil Google das besser kann", so PISA-Chefkoordinator Andreas Schleicher. "Sowohl im Beruf als auch im Alltag stehen wir ständig vor Problemen, die wir ohne andere Menschen nicht lösen können", erklärte PISA-Koordinatorin Kristina Reiss von der Technischen Universität München (TUM). In der Arbeitswelt gebe es zunehmend Aufgaben, für die es keine Routine gebe. Deshalb sei es gut, dass die Gruppen- und Teamarbeit in den Schulen regelmäßig geübt werde.

PISA ist der weltweit wichtigste Schulvergleichstest. Er wird alle drei Jahre von der OECD organisiert, zuletzt 2015 - aus diesem Jahr stammen auch die Daten zur Teamarbeit. Kern von PISA sind die Kompetenztests für Naturwissenschaften, Mathematik und Leseverständnis, hier wurde die jüngste Auswertung bereits vor knapp einem Jahr veröffentlicht. Die Deutschen lagen dabei im oberen Drittel der internationalen Ranglisten.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 21. November 2017 um 10:00 Uhr.

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