Blick in ein Großraumbüro | ARD-aktuell / K. Hamann

Statistisches Bundesamt Frauen verdienen 18 Prozent weniger

Stand: 09.03.2021 12:08 Uhr

Die Verdienstlücke zwischen Frauen und Männern hat sich im vergangenen Jahr zwar leicht verringert. Aber: Frauen verdienen im Durchschnitt immer noch 18 Prozent weniger als Männer, wie das Statistische Bundesamt mitteilte.

Frauen haben in Deutschland auch im vergangenen Jahr durchschnittlich deutlich weniger verdient als Männer. Die Einkommenslücke, der sogenannte Gender Pay Gap, sank im Vergleich zu 2019 um einen Punkt auf 18 Prozent, wie das Statistische Bundesamt berichtete. Allerdings könnten sich dabei Sondereffekte wegen der verbreiteten Kurzarbeit in der Pandemie ausgewirkt haben.

Verdienstunterschied in Ostdeutschland geringer

Das Bundesamt teilte anlässlich des Internationalen Tages für die gleiche Bezahlung von Frauen und Männern (Equal Pay Day) am 10. März mit, dass Frauen im vergangenen Jahr mit durchschnittlich 18,62 Euro brutto pro Stunde 4,16 Euro weniger verdienten als Männer (22,78 Euro). 2019 hatte die Differenz noch 4,28 Euro betragen.

Nach wie vor fällt der unbereinigte Gender Pay Gap dabei in Ostdeutschland mit sechs Prozent viel geringer aus als in Westdeutschland (20 Prozent).

Teilzeit, Minijobs und schlechter entlohnte Berufe

Rund 71 Prozent des Verdienstunterschiedes zwischen Männern und Frauen hat strukturelle Gründe - etwa, weil Frauen häufiger in schlecht entlohnten Berufen tätig sind und seltener Führungspositionen erreichen. Außerdem arbeiten sie öfter in Teilzeit und Minijobs.

Laut Arbeitskräfteerhebung war 2019 in Deutschland fast jede zweite erwerbstätige Frau (47 Prozent) zwischen 20 bis 64 Jahren in Teilzeit tätig. Unter den Männern betrug dieser Anteil nur neun Prozent. Der überwiegende Teil der in Teilzeit arbeitenden Frauen gab demnach als Hauptgrund die Betreuung von Kindern oder Pflegebedürftigen (31 Prozent) oder andere familiäre oder persönliche Verpflichtungen (17 Prozent) an.

Doch selbst bei gleicher Tätigkeit und vergleichbarer Qualifikation verdienen Frauen noch sechs Prozent weniger Geld als ihre männlichen Kollegen. Für diesen bereinigten Gender Pay Gap lagen allerdings nur Werte für das Jahr 2018 vor. Die Wiesbadener Statistiker weisen außerdem darauf hin, dass er vermutlich geringer ausfallen würde, wenn weitere Informationen über relevante Einflussfaktoren zur Verfügung stünden - vor allem Angaben zu Erwerbsunterbrechungen.

Über dieses Thema berichtete B5 aktuell am 09. März 2021 um 11:07 Uhr.

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Moderation 09.03.2021 • 21:51 Uhr

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