In Los Angeles wird an einem Baseball-Stadium die Corona-Impfung angeboten | USA TODAY Sports
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Corona-Pandemie + Biden: Neugeimpfte sollen 100 Dollar erhalten +

Stand: 29.07.2021 22:19 Uhr

Jeder neu geimpfte US-Bürger soll nach dem Willen von Präsident Biden 100 Dollar erhalten. Ansteckungen, die wahrscheinlich auf Reisen passiert sind, spielen laut RKI eine zunehmende Rolle in Deutschland. Die Entwicklungen zum Nachlesen im Liveblog.

  • WHO sieht für Afrika "Licht am Ende des Tunnels" in Pandemie
  • Israel: Dritte BioNTech-Impfung für über 60-Jährige
  • Testpflicht für Einreisende kommt ab 1. August
  • Portugal will Beschränkungen schrittweise aufheben
  • RKI meldet 3142 Neuinfektionen
  • Weitere 24 Positiv-Tests bei Olympia
29.7.2021 • 22:19 Uhr

Ende des Liveblogs

Hiermit schließen wir den Liveblog für heute und danken für Ihr Interesse.

Jeder neu geimpfte US-Bürger soll nach dem Willen von Präsident Joe Biden 100 Dollar erhalten. Die Bundesstaaten und Kommunen sollten den Betrag zahlen, um das Impfprogramm voranzutreiben, erklärte das Finanzministerium in Washington unter Berufung auf Biden. Das Geld könne dabei aus den Covid-Hilfsgeldern des Bundes in Höhe von 350 Milliarden Dollar genommen werden.

Corona-Ansteckungen, die wahrscheinlich auf Reisen passiert sind, spielen laut dem Robert Koch-Institut (RKI) eine zunehmende Rolle beim Infektionsgeschehen in Deutschland. Das schreibt das RKI in seinem wöchentlichen Lagebericht. In der Zeit vom 28. Juni bis 25. Juli sind demnach 3662 Fälle gemeldet worden, in denen die Betroffenen dem Virus wahrscheinlich im Ausland ausgesetzt waren.

Als wahrscheinliche Infektionsländer in den vier betrachteten Wochen wurden Spanien, die Türkei und die Niederlande am häufigsten genannt, vor Kroatien und Griechenland. Der überwiegende Anteil der Corona-Übertragungen - mindestens 81 Prozent - finde allerdings weiterhin innerhalb Deutschlands statt, betont das RKI.

Angaben zum wahrscheinlichen Infektionsland liegen bei weitem nicht bei jedem Fall vor. In Deutschland und dem europäischen Ausland sind dem Bericht zufolge als besorgniserregend eingestufte Virusvarianten vorherrschend. Hierzulande wird die deutlich ansteckendere Delta-Variante in einer Stichprobe mittlerweile in rund neun von zehn Fällen gefunden (91 Prozent).

Portugal will angesichts sinkender Corona-Zahlen seine Beschränkungen in drei Schritten lockern. Ab Sonntag werde die nächtliche Ausgangssperre aufgehoben, sagte Ministerpräsident Antonio Costa. Auch Einschränkungen bei den Öffnungszeiten für Restaurants und Geschäfte würden fallen. Ab September werde die Verpflichtung zum Tragen von Masken in der Öffentlichkeit aufgehoben, ab Oktober dürften Bars und Nachtclubs für Besucher mit Negativtest wieder öffnen. Die Zahl der Corona-Toten und Klinik-Einweisungen war in Portugal zuletzt so langsam gestiegen wie seit Februar nicht mehr.

Erste Apotheken in Deutschland stellen nach einer Unterbrechung wieder digitale Corona-Impfzertifikate aus. Schrittweise werde begonnen, den Service für Geimpfte wieder anzubieten, wie die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (Abda) in Berlin mitteilte. Wer das Zertifikat haben möchte, solle sich jedoch vorab auf der Internetseite mein-apothekenmanager.de informieren, welche Apotheke man zu dem Zweck aufsuchen kann. Wie viele Apotheken bereits wieder Zertifikate ausstellen, war zunächst nicht bekannt. Man rechne damit, dass in den nächsten Tagen die Allermeisten wieder an das notwendige System angeschlossen seien, sagte ein Abda-Sprecher. Dies hänge von den jeweiligen IT-Dienstleistern ab.

Wegen drastisch steigender Corona-Fallzahlen werden in der thailändischen Hauptstadt Bangkok die Krankenhausbetten und die Quarantäne-Einrichtungen knapp. "Ich bin ganz offen, wir haben nicht genug Betten in den Krankenhäusern", sagte Somsak Akkasilp, Generaldirektor der staatlichen Gesundheitsdienste. In den großen Krankenhäusern seien die Intensivstationen überbelegt. Die Krankenhäuser in Bangkok hätten Kapazitäten für 1000 neue Patienten pro Tag, sagte Somsak. Derzeit seien die Zahlen aber deutlich höher. Allein am Donnerstag wurden 4000 Neuaufnahmen von Corona-Patienten in Bangkoks Krankenhäusern gezählt.

Die Behörden gehen angesichts der Entwicklung dazu über, leichter Erkrankten eine Isolation zu Hause zu empfehlen. Allerdings gebe es dabei Probleme mit der medizinischen Versorgung, räumte Somsak ein. Auch die Quarantäne- und Isolations-Einrichtungen der Stadt füllen sich. Die Behörden arbeiten mit Privatkrankenhäusern zusammen, um mehr Betten zu beschaffen. "Wir wissen noch nicht, ob die Pandemie schon ihren Höhepunkt erreicht hat. Wir müssen die Kurve abflachen", sagte er.

Das südostasiatische Land kämpft derzeit mit einer dritten schweren Corona-Welle, die durch die hochansteckende Delta-Variante befeuert wird. Trotz scharfer Maßnahmen und einer nächtlichen Ausgangssperre in den am stärksten betroffenen Provinzen wurden am Donnerstag landesweit rund 17.660 Neuinfektionen und 165 Todesfälle registriert.

Die Berliner Polizei hat zwölf für Samstag und Sonntag geplante Kundgebungen und Demonstrationen verboten. Laut einer Mitteilung der Polizei zählt dazu eine "Querdenken"-Kundgebung auf der Straße des 17. Juni, für die die Organisatoren von der Initiative "Querdenken 711" für Sonntagnachmittag 22.500 Teilnehmer angemeldet hatten. Eine weitere "Querdenken"-Veranstaltung unter dem Motto "Die Wiedererlangung unserer Grundrechte", für die bereits für Samstagnachmittag 10.000 Teilnehmer angemeldet waren, hat die Versammlungsbehörde der Polizei ebenfalls verboten.

Die Verbotsbescheide seien in den beiden Fällen bereits am Mittwochnachmittag zugestellt worden, so die Polizei. Unter anderem wurden außerdem weitere Kundgebungen von Gegnern der aktuellen Corona-Politik wie "Deutschland hat die Wahl" und der "Demonstrations-Umzug für die vollständige Öffnung von Kultur, Clubs und Veranstaltungen aller Art" untersagt.

Die Verbote betreffen der Polizei zufolge Versammlungen, deren Teilnehmerinnen und Teilnehmer regelmäßig gesetzliche Regelungen, etwa zum Infektionsschutz nicht akzeptierten und in einer Vielzahl von Versammlungen wiederholt unter Beweis gestellt hätten, dass Infektionsschutzregeln nahezu ausnahmslos nicht eingehalten würden.

In der slowakischen Hauptstadt Bratislava führen Proteste gegen eine gesetzlich festgeschriebene Testpflicht für Ungeimpfte Medienberichten zufolge zu Verkehrsbehinderungen. Die Menschenmenge vor dem Amtssitz von Präsidentin Zuzana Caputova sei den ganzen Tag über angewachsen, berichtet die Zeitung "Dennik N". Bislang seien die Proteste friedlich. Bei einer Blockade des slowakischen Parlaments am vergangenen Freitag setzte die Polizei Tränengas ein. Caputova unterzeichnete am Montag ein tags zuvor verabschiedetes Gesetz, das von Nicht-Geimpften einen negativen Test bei zahlreichen Gelegenheiten vorschreibt.

Personalausfälle in der britischen Automobilindustrie haben zu sinkenden Produktionszahlen geführt. Zahlreiche Arbeiter müssten sich aufgrund der staatlichen Corona-Regelungen zur Kontaktrückverfolgung zuhause isolieren, wie der Herstellerverband Society of Motor Manufacturers and Traders (SMMT) mitteilte. In einigen Firmen seien bis zu 30 Prozent der Arbeiter zuhause, da sie eine Benachrichtigung ihrer Corona-App erhielten. Der britische National Health Service (NHS) erklärte, die App habe in der Woche vom 21. Juli einen Rekord an nachverfolgten Kontakten ermittelt. Im ganzen Land klagen Unternehmen über Personalengpässe und Geschäftsbeeinträchtigungen, obwohl die meisten rechtlichen Beschränkungen am 19. Juli aufgehoben wurden.

In Österreich sind 215 Corona-Infektionen unter Reiserückkehrern nach einem Festival in Kroatien registriert worden. Die Veranstaltung "Austria goes Zrce" fand vorige Woche auf der Insel Pag statt. Knapp 8000 Menschen im Alter zwischen 19 und 27 Jahren waren zu der mehrtägigen Strandparty gereist, wie der Veranstalter Martin Reitstätter sagte.

Österreichische Gesundheitsbehörden haben Besucher nun aufgefordert, sich testen zu lassen, um weitere mögliche Infektionen aufzuspüren. Laut Reitstätter wurden alle Partygäste vor dem Betreten des Geländes zwei Mal überprüft, ob sie geimpft, getestet oder von Corona-19 genesen waren.

Der Verhaltensforscher Armin Falk von der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina hat das Ablehnen von Corona-Schutzimpfungen scharf kritisiert. "Sich nicht impfen zu lassen, hat nichts mit Rationalität zu tun, sondern einfach nur mit Eigennutz", sagte Falk der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". "Die Allgemeinheit muss hier zahlen für die Trägheit und die Dummheit der Impfgegner."

Weil die Nebenwirkungen des Impfens überschaubar und der Nutzen für die Gesellschaft riesig sei, forderte Falk eine "Impfverpflichtung", mindestens aber, den Zugang zu Restaurants, Reisen und Veranstaltungen für Nicht-Geimpfte zu erschweren. Sonst laufe es darauf hinaus, dass "die Kooperativen die Dummen sind". Menschen, die sich aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen können, nahm der Wissenschaftler von seiner Kritik aus.

Auch bei Krankenhausbehandlungen will Falk den Impfstatus berücksichtigen. "Wenn Beatmungsgeräte knapp werden oder wir nochmal in eine Triage-Situation kämen, was ich nicht hoffe, und wir dann vor der Wahl stehen, ob ein Geimpfter oder ein Nicht-Geimpfter die Behandlung bekommt, dann würde ich sagen, dass der Impfstatus mit in die Abwägung einfließen sollte", sagte er der "FAZ". 

Die Ausgangssperre in Barcelona und weiten Teilen der Urlaubsregion Katalonien ist bis 6. August verlängert worden. Ein Gericht habe grünes Licht für die zweite Verlängerung der Mitte Juli beschlossenen Corona-Maßnahme gegeben, erklärte eine Sprecherin der Regionalregierung. Die nächtliche Ausgangssperre von 1 Uhr nachts bis 6 Uhr morgens gilt für alle Ortschaften mit mehr als 5000 Einwohnern. 

Katalonien ist die am stärksten von der neuen Corona-Welle betroffene Region Spaniens. Der seit einigen Wochen andauernde Anstieg der Infektionszahlen hat die Krankenhäuser in der nordöstlichen Region unter Druck gesetzt. 45 Prozent der Intensivbetten sind dort nach Angaben des Gesundheitsministeriums mit Corona-Patienten belegt, während es landesweit nur 17 Prozent sind. Auf Landesebene hatten sich die Fallzahlen am Mittwoch erstmals seit Wochen wieder stabilisiert. In den vergangenen zwei Wochen wurden knapp 700 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern gemeldet - das sind immer noch fünf Mal mehr als vor einem Monat. In Katalonien liegt die Inzidenz noch immer bei über 1000.

Die Afrika-Direktorin der Weltgesundheitsorganisation hat den Impffortschritt auf dem Kontinent als ermutigend bezeichnet. Matshidiso Moeti erklärte, nach einem "düsteren Juni" beginne nun eine erfreulichere Phase. Allerdings seien bisher nur 82 Millionen Impfdosen in den afrikanischen Ländern eingetroffen. "Da ist ein Licht am Ende des Tunnels bei den Impfstofflieferungen nach Afrika, aber es darf nicht wieder ausgelöscht werden", sagte Moeti.

Sie warnte davor, dass die Entscheidung der Länder, eine dritte Auffrischungsdosis bereitzustellen, die Entscheidung über die Lieferung von Impfstoffen nach Afrika beeinflussen könnte. Ihren Angaben zufolge trafen in den afrikanischen Staaten bisher erst zehn Prozent der Impfdosen ein, die benötigt werden, um 30 Prozent der afrikanischen Bevölkerung bis Ende 2021 zu impfen.

Dabei beträgt das Impfziel zum Jahresende nur die Hälfte einer Durchimpfungsrate von 60 Prozent, die afrikanische Gesundheitsbehörden anstreben, um die so genannte Herdenimmunität zu erreichen. Der afrikanische Kontinent liegt bei den Impfungen weit zurück, da die reicheren Länder Impfdosen für ihre Bürger zurückhalten.

Israel wird nun auch über 60-Jährigen eine dritte Impfung mit dem Vakzin von BioNTech/Pfizer anbieten. Das berichten Kan public radio und der Sender Channel 13 TV. Das Gesundheitsministerium habe die Impfzentren informiert, dass sie die Auffrischung ab Sonntag anbieten können. Die Maßnahme soll die weitere Ausbreitung der Delta-Variante verhindern.

Eine Corona-Impfung in Jerusalem. | ABIR SULTAN/EPA-EFE/Shutterstock

Eine Corona-Impfung in Jerusalem. Bild: ABIR SULTAN/EPA-EFE/Shutterstock

Die Testpflicht für alle ungeimpften Einreisenden ab dem 1. August soll kommen. Das erfährt die Nachrichtenagentur Reuters aus Regierungskreisen. Bedenken gegen den Weg über eine Verordnung seien aus dem Weg geräumt, auch wenn die formelle Abstimmung in der Regierung noch ausstehe, heißt es.

Künftig sollen nicht nur Flugreisende, sondern auch Personen, die mit Auto, Bahn oder Schiff nach Deutschland kommen, bei der Einreise einen Test vorlegen. Damit soll die Ausbreitung des Coronavirus eingedämmt werden. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte dies vorgeschlagen, mehrere Ministerpräsidenten hatten sich dem Vorschlag angeschlossen.

Angesichts einer massiven dritten Corona-Welle im Land bittet die Junta in Myanmar um internationale Hilfe. Die Hilfeaufruf richte sich aber ausschließlich an Myanmar "freundlich gesonnene" Länder, berichten myanmarische Medien. Als solche gelten nach Ansicht von Experten vor allem China, das das Militärregime politisch stützt, Russland als wichtiger Waffenlieferant sowie die Mitglieder des südostasiatischen Staatenbundes ASEAN.

Der UN-Sonderberichterstatter für Myanmar, Tom Andrews, forderte am Mittwoch eine Resolution für einen "Covid-Waffenstillstand". Die UN-Mitgliedstaaten könnten nicht länger zuschauen, wie die Junta medizinisches Personal "rücksichtslos angreift, während sich Covid-19 ungehindert ausbreitet", betonte Andrews.

Die Gewerkschaft verdi ist gegen eine Impfpflicht am Arbeitsplatz und setzt stattdessen auf eine verbesserte Impfkampagne. "Wir lehnen eine Impfpflicht ab, auch für bestimmte Berufsgruppen", sagte Grit Genster, Leiterin des Bereichs Gesundheitspolitik bei Ver.di, der Nachrichtenagentur AFP. "Stattdessen setzen wir sehr darauf, dass gut informiert wird und niederschwellige Angebote gemacht werden."

In den USA verhängten zuletzt die US-Internetkonzerne Google und Facebook für Mitarbeiter, die nicht im Homeoffice arbeiten wollen, eine Impfpflicht. Die Regelung soll in den kommenden Wochen in den USA eingeführt und später auch auf andere Regionen ausgeweitet werden. Hierzulande forderte etwa der Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), Michael Hüther, eine Corona-Impfpflicht für Beschäftigte im Gesundheits- und Bildungswesen.

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) ist dagegen, Corona-Tests für Nicht-Geimpfte bald kostenpflichtig zu machen. "Solange die Pandemie anhält, würde ich nichts an der Kostenfreiheit ändern. Ich möchte, dass denen, die weder geimpft noch genesen sind, die Chance des Tests bleibt»" sagte Seehofer der "Mittelbayerischen Zeitung". "Was glauben Sie, wie viele Leute den Test nicht mehr machen oder machen können, wenn er nicht kostenfrei ist? Damit könnte ein verstecktes Infektionsgeschehen stattfinden", warnte er.

Seehofer stellte sich damit gegen jüngste Überlegungen von Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD), Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) und auch von CSU-Chef und Bayerns Regierungschef Markus Söder. Diese hatten zuletzt dafür plädiert, Corona-Tests auf Dauer nicht mehr öffentlich zu bezahlen - wenn alle, die sich impfen lassen können, ein Impfangebot erhalten haben.

Obwohl in Afrika erst 1,6 Prozent der Bevölkerung vollständig gegen Corona geimpft sind, beginnt die Zahl der Fälle leicht zu sinken. Im Wochenvergleich gingen die Neuinfektionen laut John Nkengasong von der Gesundheitsorganisation der Afrikanischen Union (Africa CDC) um 15 Prozent auf insgesamt 239.000 Fälle zurück.

Allerdings warnte die Regionaldirektorin der Weltgesundheitsorganisation WHO, Matshidiso Moeti: "Der Kontinent befindet sich noch immer im Griff der dritten Infektionswelle, wir sind definitiv noch nicht aus dem Gröbsten raus."

Eine Familie geht an einem Wandbild vorbei, das für die Impfung wirbt | dpa

Eine Familie geht an einem Wandbild vorbei, das für die Impfung wirbt. Bild: dpa

In England und Wales ruft die offizielle Corona-Warn-App fast 690.000 Menschen auf, sich in Isolation zu begeben. Sie seien in der Woche bis zum 21. Juli in Kontakt mit einer infizierten Person gewesen, wie offizielle Daten zeigen. Unternehmen aller Branchen beklagen, dass sie Schwierigkeiten haben, den Betrieb aufrechtzuerhalten, wenn so viele Beschäftigte angewiesen werden, zu Hause zu bleiben.

Die Gesundheitsbehörde der Stadt Athen hat einen mobilen Impfservice ins Leben gerufen. Vom 2. August an können ältere, kranke und behinderte Bürger telefonisch einen Termin vereinbaren und sich zu Hause impfen lassen, teilte die Verwaltung der griechischen Hauptstadt mit. Das Angebot ergänzt die bereits bestehende Möglichkeit für immobile Menschen, sich zu Hause abholen und zu einem Impfzentrum bringen zu lassen.

Wie in anderen EU-Staaten geht derzeit auch in Griechenland die Nachfrage nach Impfungen zurück. Aktuell sind laut griechischer Gesundheitsbehörde knapp fünf Millionen der etwa elf Millionen Einwohner des Landes vollständig geimpft.

Griechenland, Iraklia: Anwohner warten vor einem Impfzentrum auf ihre  | dpa

Bild: dpa

Das Robert Koch-Institut (RKI) hat seine Angaben von heute zu den Infektions- und Totenzahlen geändert. Demnach wurden den Gesundheitsämtern binnen 24 Stunden 3142 Neuinfektionen gemeldet. 21 Menschen starben mit oder an dem Coronavirus. Zunächst hatte das RKI 3520 Neuinfektionen und zehn weitere Todesfälle gemeldet.

Insgesamt registriert das RKI damit mehr als 3,76 Millionen nachgewiesene Infektionsfälle und 91.607 Tote. Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt bei 16,0, wie sie zuvor ausgewiesen wurde. Das RKI teilte zuvor mit, dass seine Angaben auf der Website auf ihre Richtigkeit hin überprüft würden.

Die Polizei in Sydney hat angesichts weiter steigender Corona-Infektionszahlen die Unterstützung des Militärs angefordert. 300 Soldaten sollen bei der Überwachung des Lockdowns in der australischen Millionenmetropole helfen, wie der Polizeichef des Bundesstaats New South Wales, mitteilte.

Der Lockdown gilt seit fünf Wochen. Die Restriktionen haben die Ausbreitung des Coronavirus bislang nicht bremsen können. Mit 239 Ansteckungsfällen wurde in Sydney zuletzt ein neuer Tageshöchstwert verzeichnet, wie die örtlichen Behörden mitteilten. Die Gesamtzahl der registrierten Infektionen während der aktuellen Corona-Welle in Sydney, die im Juni begonnen hatte, stieg demnach auf 2810. 

Unter den Lockdown-Regeln dürfen die Einwohner von Sydney ihre Häuser und Wohnungen nur verlassen, um sich zur Arbeit oder zum Arzt zu begeben, Lebensmittel und andere essenzielle Güter einzukaufen und Fitnesstraining zu machen. Viele Einwohner halten sich jedoch nicht an die Vorschriften. Parks und Strände sind weiterhin vielbesucht.

Polizisten patrouillieren vor dem Opernhaus. | AFP

Bild: AFP

In Deutschland sind inzwischen 50,9 Prozent der Gesamtbevölkerung vollständig geimpft. 61,3 Prozent haben den Angaben der Robert-Koch-Instituts (RKI) und der Bundesregierung zufolge mindestens eine Impfdosis erhalten.

Am Mittwoch seien 648.819 Impfdosen verabreicht worden. Das ist mehr als am Tag zuvor mit gut 512.481 Dosen. Die Impfkampagne hatte jüngst an Fahrt verloren. Am Sonntag wurde mit 119.376 verabreichten Dosen so wenig geimpft wie an keinem Tag seit dem 28. Februar.

Die vorgesehene generelle Testpflicht bei Einreisen nach Deutschland soll nach Plänen des Bundesgesundheitsministeriums eine neue raschere Corona-Ausbreitung bremsen. In einem Verordnungsentwurf aus dem Ministerium, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt, heißt es, es sei notwendig, "die Eintragung zusätzlicher Infektionen einzudämmen und die Infektionszahlen gering zu halten, um in dieser Zeit weiter die Impfquoten steigern zu können." Die nach aktuellen Prognosen zu erwartende nächste Welle an hohen Infektionszahlen solle möglichst weit nach hinten verzögert werden.

Der Referentenentwurf ist nach dpa-Informationen mit anderen Ressorts vorabgestimmt und wird nun weiter beraten. Er sieht ein Inkrafttreten der Verordnung an diesem Sonntag (1. August) vor. Die Bundesregierung hatte den Starttermin der Neuregelung aber zuletzt offen gelassen und auf noch nötige interne Abstimmungen verwiesen.

Grundsätzlich sollen laut dem Entwurf künftig alle Einreisenden ab sechs Jahren über einen negativen Testnachweis, Genesenennachweis oder Nachweis einer vollständigen Impfung verfügen müssen - egal von wo und auf welchem Weg sie nach Deutschland kommen.

Der Hamburger Virologe Jonas Schmidt-Chanasit hat sich dafür ausgesprochen, Reiserückkehrer im Fall einer Testpflicht nach ihrem Urlaub mit einer sogenannten Pooltestung auf das Coronavirus zu kontrollieren. Dabei werden mehrere Abstriche zusammengefasst und geprüft. Dem Radiosender Bayern 2 sagte Schmidt-Chanasit: "Wir kennen die ganzen Nachteile auch der Schnelltests, und sie kosten ja auch nicht unerheblich. Insofern wäre hier sicherlich eine Pooltestung mittels PCR-Verfahren durchaus überlegenswert." Eine Testpflicht für Reiserückkehrer sei dabei "nicht prinzipiell schlecht".

Aus Praktikabilitätsgründen sollte diese dann so einfach wie möglich gestaltet sein, auch wenn dadurch einige Reisende benachteiligt würden. Der Test aller sei aber erstmal besser als ein sehr kompliziertes Regelwerk, das vielleicht dann wenig Effekt habe. Hintergrund sei auch, dass die Qualität der Tests in den Urlaubsländern unterschiedlich sei, so der Tropenmediziner des Bernhard-Nocht-Instituts. "Da wird viel Schindluder getrieben." Man könne nicht sicher sein, ob die Tests so gut wie beispielsweise in Deutschland durchgeführt werden.

Die japanischen Behörden haben sich angesichts weiter steigender Corona-Neuinfektionen alarmiert gezeigt. Kabinettschef Katsunobu Kato sagte: "Wir haben noch nie eine Ausbreitung der Infektionen in diesem Ausmaß erlebt." Die Zahl der neuen Fälle steige nicht nur in der Region Tokio, sondern im ganzen Land.

Ein führender medizinischer Berater der Regierung verwies auf die Olympischen Spiele und die Sommerferien als Gründe. Das größte Risiko sei das Fehlen eines Krisenbewusstseins, ohne das sich die Infektionen weiter ausbreiten und die medizinischen Systeme stark belasten würden.

Tokio meldete am Dienstag 3177 Neuinfektionen und damit einen neuen Höchststand seit Beginn der Pandemie. Die Zahl der Infektionen und Todesfälle ist immer noch deutlich niedriger als in vielen anderen Ländern, aber die Sieben-Tage-Inzidenz steigt weiter an und liegt derzeit landesweit bei 28 pro 100.000 Einwohner. In Tokio beträgt die Inzidenz 88.

Nach dem Auslaufen der Homeoffice-Pflicht ist der Anteil der Beschäftigten, die von zu Hause aus arbeiten, noch weiter gesunken. Eine Umfrage des Münchner Ifo-Instituts zufolge liegt er bei 25,5 Prozent. "Die Menschen suchen wieder häufiger den persönlichen Kontakt im Büro", erklärte Ifo-Experte Jean-Victor Alipour. Der Anteil der Beschäftigten im Homeoffice war schon im Juni auf 28,4 Prozent gefallen.

"Wir erwarten, dass sich in Zukunft vor allem hybride Arbeitsmodelle durchsetzen werden", erklärte Alipour. Gefragt wurden Unternehmen danach, wieviele ihrer Beschäftigten ganz oder teilweise im Homeoffice arbeiten. Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) schloss eine erneute Homeoffice-Pflicht nicht aus. In der "Stuttgarter Zeitung" und den "Stuttgarter Nachrichten" verwies er auf die wieder steigenden Inzidenzen. Auf einen bestimmten Wert für eine Homeoffice-Pflicht wollte er sich aber nicht festlegen. 

Nach Beschwerden über die harschen Bedingungen in Japans Quarantäne-Hotels bei den Sommerspielen in Tokio hat das Internationale Olympische Komitee (IOC) Unterstützung für die betroffenen Athleten zugesichert. Man arbeite daran, dass die "Prozesse verbessert" werden, sagte Kirsty Coventry, Chefin der Athletenkommission beim IOC. Man stehe in Kontakt mit den betroffenen Athleten, ihre Beschwerden würden angegangen. Die IOC-Funktionärin wies allerdings zugleich darauf hin, dass die Quarantäne-Hotels Einrichtungen der japanischen Regierung seien.

Die niederländische Skateboarderin Candy Jacobs hatte in einer Video-Botschaft aus dem Quarantänehotel die Bedingungen dort als "unmenschlich" beschrieben. Auch der positiv getestete Radsportler Simon Geschke kritisierte in mehreren Interviews die Umstände in der ihm zugewiesenen Unterkunft.

Die Linksfraktion fordert von der Bundesregierung mindestens 400 Millionen Euro an Zuschüssen an Länder und Kommunen für mobile Luftfilter in Schulen. "Das Ziel muss garantierter und sicherer Präsenzunterricht sein", sagte die wissenschaftspolitische Sprecherin der Fraktion, Nicole Gohlke, der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. "Noch eine Schließungsrunde wäre für Kinder, Eltern und Lehrkräfte nicht verkraftbar."

Das Bundesamt für Strahlenschutz mahnt derweil zur Vorsicht beim Einsatz bestimmter Luftfilter. Die Bundesregierung fördert den Einsatz von Lüftungstechnik in der Corona-Krise nach einem Beschluss aus dem vergangenen Jahr mit insgesamt 500 Millionen Euro bis 2024.

Parallel zu den stark steigenden Corona-Zahlen in Tokio ist auch bei den Olympischen Spielen ein neuer Tages-Höchstwert an positiven Fällen registriert worden. Insgesamt 24 weitere Personen sind im Umfeld der Spiele positiv getestet worden. Das gaben die Organisatoren der Spiele bekannt. So viele Fälle sind seit Beginn der Erfassung am 1. Juli nicht an einem Tag verzeichnet worden. Unter den Positivfällen sind auch drei Athleten. Die Namen der Sportler werden von den Organisatoren nicht veröffentlicht. Die Zahl der positiven Tests rund um die Wettkämpfe in Japan stieg damit auf 193.

Insgesamt infizierten sich demnach bislang 20 Athletinnen oder Athleten mit dem Coronavirus. Im deutschen Team hatte es am vergangenen Freitag in Radsportler Simon Geschke den ersten Corona-Infizierten gegeben.

Die Hauptstadt Tokio hatte am Vortag mit 3177 Neuinfektionen einen Höchstwert in der Corona-Pandemie vermeldet. Das IOC sieht bislang keinen Zusammenhang mit den Olympischen Spielen. Soweit ihm bewusst sei, sei keine Infektion von Beteiligten an den Sommerspielen auf die japanische Bevölkerung übergegangen, sagte IOC-Sprecher Mark Adams.

Eine Olympia-Mitarbeiterin in Tokio hält ein Schild  der Aufschrift "keep physical distance" hoch, damit ausreichend Abstand gehalten wird. | dpa

Eine Olympia-Mitarbeiterin in Tokio hält ein Schild der Aufschrift "keep physical distance" hoch, damit ausreichend Abstand gehalten wird. Bild: dpa

29.7.2021 • 04:35 Uhr

RKI meldet 3520 Neuinfektionen

Das Robert-Koch-Institut (RKI) meldet 3520 neue Positiv-Tests. Das sind 1630 mehr als am Donnerstag vor einer Woche, als 1890 Neuinfektionen gemeldet wurden. Die Sieben-Tage-Inzidenz steigt auf 16,0 von 15,0 am Vortag. Der Wert gibt an, wie viele Menschen je 100.000 Einwohner sich in den vergangenen sieben Tagen mit dem Coronavirus angesteckt haben. Zehn weitere Menschen starben im Zusammenhang mit dem Virus. Damit erhöht sich die Zahl der gemeldeten Todesfälle binnen 24 Stunden auf 91.702. Insgesamt fielen in Deutschland bislang mehr als 3,76 Millionen Corona-Tests positiv aus.

Der Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), Michael Hüther, fordert eine Corona-Impfpflicht für Beschäftigte im Gesundheits- und Bildungswesen. Dies sei nötig, "weil wir es hier mit schutzbedürfigen Personen zu tun haben", sagte der Chef des arbeitgebernahen Instituts der "Rheinischen Post". "Kinder können sich noch nicht impfen lassen, kranke und alte Menschen haben trotz Impfung eine höhere Wahrscheinlichkeit für einen schweren Krankheitsverlauf."

Hüthers Auffassung nach sollte auch eine generelle Impfpflicht "je nach weiterem Verlauf der Pandemie" nicht von vornherein ausgeschlossen werden. Zum jetzigen Zeitpunkt seien aber abgesehen vom Gesundheits- und Bildungsbereich "kluge Anreize der bessere Weg". "Ab Anfang September, wenn alle Erwachsenen ein Impfangebot hatten, sollten Schnelltests kostenpflichtig sein", forderte der Wirtschaftsforscher außerdem. "Wer dann etwa ungeimpft eine Veranstaltung besuchen möchte, muss vorher einen PCR-Test machen und die Kosten dafür aus der eigenen Tasche zahlen."

Auch solle erwogen werden, "Impfunwillige bei einer Covid-Erkrankung an den Behandlungskosten zu beteiligen", fügte Hüther hinzu. "Wer sich dem Solidarprinzip entzieht, sollte es selbst nicht oder nur eingeschränkt in Anspruch nehmen können."

Der Impfstoff des US-Pharmaproduzenten Johnson & Johnson (J&J) ist nach Angaben der US-Behörde für Lebens- und Arzneimittelsicherheit (FDA) länger haltbar. Nach Überprüfung der von J&J eingereichten Daten ergebe sich eine Haltbarkeit von sechs anstelle der bislang angenommen viereinhalb Monate, wenn das Vakzin zwischen zwei bis acht Grad Celsius gelagert werde, teilt die Behörde mit.

SPD-Kanzlerkandidat Scholz ist dafür, Corona-Tests in absehbarer Zeit für viele Bürger kostenpflichtig zu machen. Auf einer Veranstaltung in Berlin sagte Scholz, es sei nicht einzusehen, dass der Staat Tests bezahle, wenn es die bessere Alterntive des Impfens gebe. Die Gebühr solle aber nicht sehr hoch sein, so Scholz. In Schulen und Betrieben sowie für diejenigen, die sich aus gesundheitlichen Gründen nicht impfen lassen können, sollten die Tests kostenlos bleiben.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn widerspricht dem Präsidenten des Robert Koch-Instituts, Lothar Wieler, in der Debatte um die Bedeutung der Inzidenz als Leitindikator in der Pandemie. "Mit steigender Impfrate verliert die Inzidenz an Aussagekraft", sagte Spahn der Zeitung "Bild". Daher brauche es "zwingend weitere Kennzahlen, um die Lage zu bewerten", etwa die Zahl der neu aufgenommenen Covid-19-Patienten im Krankenhaus. Aber: Noch seien "bei weitem nicht ausreichend Menschen in Deutschland geimpft, um ganz auf den Blick auf die Inzidenz verzichten zu können".

Lothar Wieler und Jens Spahn | dpa

RKI-Chef Lothar Wieler und Bundesgesundheitsminister Jens Spahn. Bild: dpa

Die geplante generelle Corona-Testpflicht für Urlaubsheimkehrer, die keinen Nachweis einer vollständigen Impfung oder Genesung haben, wird von den Regierungschefs mehrerer Bundesländer unterstützt. Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller sagte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland: "Die Tests sind der zentrale Baustein, um das Infektionsgeschehen in der ungeimpften Bevölkerung einzudämmen." Deshalb sollten alle Reiserückkehrer entweder einen negativen Test, einen Genesenen-Nachweis oder einen Impfnachweis vorlegen können, forderte der SPD-Politiker.

Auch Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer betonte, aus dem vergangenen Jahr wisse man, dass Reiserückkehrer viel zum Anstieg des Infektionsgeschehens beigetragen hätten. "Es ist ein kleiner Mehraufwand für Jeden von uns, schafft aber viel Sicherheit", sagte der CDU-Politiker über eine Corona-Testpflicht.

Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) erklärte, Ziel sei es, keine Infektionen ins Land zu tragen, um die Inzidenzen so niedrig wie möglich zu halten und Kindern und Jugendlichen einen möglichst normalen Schul- und Kitabesuch zu ermöglichen. Ein neuer harter Lockdown solle unbedingt vermieden werden. Dreyer erwartet von der Bundesregierung ein Konzept, "wie die Kontrolle und die Einhaltung der Testpflicht sichergestellt werden sollen".

Auch der bayerische Ministerpräsident Markus Söder macht weiter Druck für eine Corona-Testpflicht bei Urlaubsrückkehrern. Er dränge sehr darauf, dass man es jetzt mache, sagte Söder im ZDF. Die Delta-Variante breite sich weiter aus, man müsse sich auf den Herbst vorbereiten.

Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble hält es für angemessen, dass in der Corona-Pandemie Geimpfte und Genesene mehr Freiheiten genießen als Ungeimpfte. Es sei erwiesen, dass nach Genesung oder nach der vollständigen Impfung die Gefahr deutlich sinke, andere anzustecken, sagte Schäuble der "Neuen Osnabrücker Zeitung". "Daher werden wir diese Gruppen nicht dauerhaft allen Beschränkungen unterwerfen können, die für Nichtgeimpfte gelten müssen, um die Pandemie zu bekämpfen", betonte der CDU-Politiker. Für eine solche unterschiedliche Behandlung sehe er auch keine verfassungsrechtlichen Probleme.

Schäuble zeigte sich bekümmert über die gesunkene Impfquote in Deutschland. "Ich kann die mangelnde Impfbereitschaft nicht nachvollziehen, das macht mich maßlos traurig", sagte der Parlamentspräsident. Zu Jahresbeginn hätten die Menschen es nicht erwarten können, die rettende Spritze zu bekommen. "Und jetzt verzweifeln Hausärzte, weil Impfdosen massenhaft bei ihnen liegen bleiben." Dabei sei ein vollständiger Impfschutz für so viele Menschen wie möglich die einzige Chance, Corona in die Schranken zu weisen und die Freiheit zu sichern.

Die Mitarbeiter von Google und Facebook in den USA müssen sich vor einer Rückkehr in die Büros gegen das Coronavirus impfen lassen. Das teilten die Unternehmen unabhängig voneinander mit. Google-Chef Sundar Pichai erklärte, die Regelung betreffe zunächst die USA, werde in den kommenden Monaten aber auch für andere Regionen gelten, sobald dort Impfungen weithin verfügbar seien. Infolge des jüngsten Anstiegs der Corona-Neuinfektionen in den USA wegen der Delta-Variante verschiebt Google zudem die geplante größere Rückkehr in die Büros bis 18. Oktober, wie Pichai erklärte.

Apple wiederum hatte die Rückkehr in die Büros bereits vergangene Woche ebenfalls um zunächst einen Monat verschoben, nun bis Oktober. Das Unternehmen kündigte aber bislang keine Impfpflicht an. Bei Facebook erklärte Personalchefin Lori Goler, die Umsetzung der Impfpflicht für Mitarbeiter in den US-Büros werde von "örtlichen Bedingungen und Vorschriften" abhängen. Es werde auch eine Vorgehensweise geben für jene, die aus medizinischen oder anderen Gründen nicht geimpft werden können. Das Vorgehen mit Blick auf Standorte außerhalb der USA würde weiter geprüft, hieß es.

Die Impfkampagne in den USA tritt inzwischen auf der Stelle - und das trotz einer Fülle an Impfstoffen und vielen Impfanreizen. Daher haben inzwischen bereits die Bundesstaaten New York und Kalifornien sowie mehrere Städte eine Impfpflicht für Angestellte angekündigt. Auch die Bundesregierung prüft nach Aussage von Präsident Joe Biden für ihre gut zwei Millionen Angestellten eine Impfpflicht. Der offenbar erwogenen Regelung zufolge werden jene, die sich nicht impfen lassen wollen, sich regelmäßigen Corona-Tests unterziehen müssen. Der Idee einer landesweiten Impfpflicht hat Biden jedoch eine klare Absage erteilt.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 21. Juli 2021 um 05:48 Uhr.