Schärfere Corona-Regeln  | dpa

Fast 17.000 Neuinfektionen Schärfere Corona-Regeln in weiteren Ländern

Stand: 10.01.2021 07:49 Uhr

Nach den Bund-Länder-Beschlüssen treten heute in vier weiteren Ländern verschärfte Regeln in Kraft. Das RKI meldete am Morgen 16.946 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages, 532.878 Impfungen wurden erfasst.

In weiteren Bundesländern sind schärfere Corona-Regeln in Kraft getreten. Nachdem sie in Hamburg bereits seit Freitag gelten, ziehen nun Berlin, Niedersachsen, Thüringen und Mecklenburg-Vorpommern nach. Dazu gehören neue Kontaktbeschränkungen. Weitere Bundesländer folgen am Montag.

Bund und Länder hatten am Dienstag eine Verlängerung des Lockdowns bis Ende Januar mit verschärften Kontaktbeschränkungen beschlossen. Diese seien "leider erforderlich", sagte NRW-Ministerpräsident Armin Laschet der "Bild am Sonntag". Die Ende Dezember gestarteten Impfaktionen gegen das Coronavirus haben die Lage in Deutschland bislang nicht entspannt.

RKI meldet fast 17.000 Neuinfektionen

Die deutschen Gesundheitsämter meldeten aktuell 16.946 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages. Außerdem wurden 465 neue Todesfälle innerhalb von 24 Stunden verzeichnet, wie das Robert Koch-Institut (RKI) am Morgen bekanntgab. An Sonntagen sind die erfassten Fallzahlen meist niedriger, unter anderem weil am Wochenende weniger getestet wird.

Grundsätzlich ist die Interpretation der Daten momentan schwierig, weil um Weihnachten und den Jahreswechsel Corona-Fälle laut RKI verzögert entdeckt, erfasst und übermittelt wurden. Die Zahl der binnen sieben Tagen an die Gesundheitsämter gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag am Sonntagmorgen bei 162,2. Die Unterschiede zwischen den Bundesländern sind dabei jedoch enorm: Die höchsten Inzidenzen hatten Sachsen mit 269,8 und Thüringen mit 232,4. Den niedrigsten Wert verzeichnete Bremen mit 74,0.

Die meisten Impfungen in Mecklenburg-Vorpommern

Mittlerweile wurden vom RKI 532.878 Impfungen erfasst. Die meisten Impfungen pro 1000 Einwohner wurden laut der Statistik bisher für Mecklenburg-Vorpommern registriert (15,6), die wenigsten für Sachsen (4,4). Bundesweit liegt der Wert bei 6,4. In absoluten Zahlen kommt laut RKI Nordrhein-Westfalen auf den höchsten Wert mit 98.950 Geimpften. Mehr als 260.000 Personen wurden aus beruflichen Gründen geimpft, etwa Mediziner und Pflegekräfte. Mehr als 206.000 Bewohner in Pflegeheimen haben ebenfalls eine Impfung erhalten. Bundesweit haben auch zahlreiche Impfzentren ihre Arbeit aufgenommen, um zunächst hochbetagte Menschen zu immunisieren.

An dem schleppenden Start der Impfungen hatte es Kritik gegeben, so aus der SPD an die Adresse von Gesundheitsminister Jens Spahn. Der CDU-Politiker räumte in der "Welt am Sonntag" ein: "Ich sage nicht, dass alles perfekt gelaufen ist. Es gibt Dinge, insbesondere bei der Information zum Impftermin, die man besser machen kann." Er betonte aber auch: "Wir haben jetzt eine Struktur, die funktioniert und die hochfahren kann und wird."

Söder fordert schnellere Zulassung

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder forderte mehr Schnelligkeit bei der Zulassung von neuen Corona-Impfstoffen. "Wir sollten alle Möglichkeiten nutzen, rasch Impfstoff zu bekommen", sagte der CSU-Chef der "Welt am Sonntag". Die verlässliche Zulassung sei wichtig, aber jeder Impfstoff rette Leben. "Deshalb sollte man nicht die typischen bürokratischen Verfahren wählen, sondern sich in der Tat offensiv um eine Zulassung bemühen. Ein Impfstoff, der in einem Land schon zugelassen ist, könnte auch in der EU schnell zur Zulassung gebracht werden."

Bisher wird in Deutschland der Impfstoff der Mainzer Firma BioNtech und ihres US-Partners Pfizer verwendet. Der zweite in Europa zugelassene Impfstoff, der des US-Herstellers Moderna, soll ab Dienstag an die Bundesländer geliefert werden. Ende Januar könnte zudem die Zulassung eines dritten Impfstoffs des Herstellers AstraZeneca folgen.

Kalayci: Freie Auswahl in Berlin

Spahn hatte am Samstag ferner deutlich gemacht, dass die Bürger den Impfstoff vorerst nicht auswählen können. Eine solche Auswahl zu treffen, sei aufgrund der derzeit noch herrschenden Knappheit "im Moment und auch absehbar" nicht möglich, betonte Spahn in einer Online-Diskussionsrunde. In Berlin sollen Impfwillige laut Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) aber wählen können, mit welchem Impfstoff sie immunisiert werden wollen.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 10. Januar 2021 um 04:50 Uhr.