Juso-Chef Kevin Kühnert | Bildquelle: dpa

Debatte um Kollektivierung Heftiger Gegenwind für Juso-Chef Kühnert

Stand: 02.05.2019 09:12 Uhr

Nach Aussagen zur Vergesellschaftung von Großkonzernen und Beschränkung von Wohneigentum steht Juso-Chef Kühnert parteiübergreifend in der Kritik. Er kontert mit dem Grundsatzprogramm der SPD.

Von Christopher Jähnert, ARD-Hauptstadtstudio

"Was hat der geraucht?" fragt der SPD-Abgeordnete Johannes Kahrs. Die Frage geht in Richtung Kevin Kühnert, Chef der Jusos, also der Jugendorganisation der SPD. Der hatte mit einem Interview für Zündstoff gesorgt, in dem er darüber spricht, dass der Kapitalismus überwunden werden müsse.

Große Firmen wie BMW müssten kollektiviert werden. Damit meint er konkret: Profite müssten demokratisch kontrolliert werden. Ein kapitalistischer Eigentümer sei damit ausgeschlossen. Und das Vermieten von Wohnungen sei kein legitimes Geschäftsmodell, meint Kühnert. Jeder soll also maximal den Wohnraum besitzen, in dem er selbst wohnt.

"Unabgesprochen, grober Unfug, unsolidarisch"

Unabgesprochen, grober Unfug, unsolidarisch im Wahlkampf. So nennt Kühnerts SPD-Kollege Johannes Kahrs dieses Interview. Es sei nicht sozialdemokratische Linie, sagte der Sprecher des rechten "Seeheimer Kreises" innerhalb der Partei. SPD-Vizechef Ralf Stegner meint dagegen, ihm sei ein linker Juso-Chef lieber als eine Junge Union, die ihre Mutterpartei rechts überhole.

Kritik an Juso-Chef Kevin Kühnert wegen Äußerungen zum Sozialismus
tagesthemen 22:15 Uhr, 02.05.2019, Mareike Aden, Peter Jagla, NDR

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"Rückfall in klassenkämpferische Zeiten"

Für diese Mutterparteien übrigens scheint Kühnerts Interview eine Art Steilvorlage zu sein. CSU-Generalsekretär Markus Blume sagt, die Sozialismus-Fantasien seien ein Rückfall in klassenkämpferische Zeiten. Mit Leuten wie Kühnert könne eine Regierung jedenfalls nicht funktionieren, so Blume. Verkehrsminister Andreas Scheuer von der CSU diagnostiziert per "Bild"-Zeitung: Kühnerts Thesen zeigten das verschrobene Retro-Weltbild eines verirrten Fantasten.

Von der CDU hat sich ebenfalls in der Bild der baden-württembergische Landeschef Thomas Strobl zu Wort gemeldet: Erst spreche Robert Habeck von den Grünen von Enteignungen, jetzt kämen diese Stimmen auch aus der SPD. Und die neue FDP-Generalsekretärin Linda Teuteberg rät der SPD, sie solle dringend ihr Verhältnis zum Eigentum klären. Aus der Linken wiederum kommt Lob. Bundesgeschäftsführer Jörg Schindler twittert: Wo Kühnert recht hat, hat er recht.

Kühnert selbst verteidigt unterdessen seine Äußerungen - indem er per Twitter auf das Grundsatzprogramm der SPD verweist. Darin heißt es, der demokratische Sozialismus bleibe für sie die Vision einer freien, gerechten und solidarischen Gesellschaft.

"Was hat der geraucht?": Reaktionen auf Kühnerts Sozialismus-Thesen
Christopher Jähnert, ARD Berlin
02.05.2019 12:10 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 02. Mai 2019 um 08:39 Uhr in der Sendung "Informationen am Morgen".

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