Eine Frau putzt sich die Nase | Bildquelle: dpa

Grippewelle hat begonnen Schüttelfrost, Husten, hohes Fieber

Stand: 24.01.2019 14:28 Uhr

Pünktlich zum Januar hat die Grippewelle Deutschland erfasst. Mehr als 6000 Fälle wurden in dieser Saison bisher bestätigt - die tatsächlichen Zahlen dürften jedoch viel höher liegen.

In Deutschland macht sich derzeit eine Grippewelle breit. In der dritten Januarwoche wurden rund 2200 bestätigte Krankheitsfälle an das Robert-Koch-Institut gemeldet, teilte die Arbeitsgemeinschaft Influenza (AGI) mit. Das war mit Abstand der höchste Wert dieser Saison, die offiziell im Oktober begann und Anfang Dezember langsam an Fahrt aufnahm. Bisher gab es in Deutschland 20 gemeldete Todesfälle im Zusammenhang mit Influenza.

Nach der Definition der AGI hat die Grippewelle Mitte Januar begonnen. Es dominieren zur Zeit Viren des Typs A. Die Auswertung umfasst aber nur einen kleinen Ausschnitt des Krankheitsgeschehens. Lediglich ausgewählte Praxen schicken Proben ein und nicht jeder Grippekranke geht zum Arzt. Die realen Fallzahlen liegen deshalb wahrscheinlich weitaus höher als die bisher gemeldeten 6334 bestätigten Grippefälle in dieser Saison. Die Statistik gilt dennoch als guter Gradmesser für die Grippe-Entwicklung.

Neun Millionen Erkrankte in der vergangenen Saison

In der vergangenen schweren Grippesaison (2017/18) waren rund neun Millionen Menschen wegen einer Influenza-Erkrankung zum Arzt gegangen. Vermutlich starben mehr als 20.000 Menschen durch Grippe, vor allem Ältere mit Vorerkrankungen.

In den vergangenen Jahren begann die Grippewelle meist im Januar und dauerte drei bis vier Monate. Die Dauer kann aber nicht genau prognostiziert werden. Zum Beispiel dauerte die Grippesaison 2011/12 insgesamt 19 Wochen - und damit länger als in vielen anderen Jahren.

Impfstoff wurde knapp

Für diese Saison standen in Deutschland rund 15,7 Millionen Impfdosen bereit. Vielerorts ist er vergriffen. Es wurde noch weiterer Impfstoff aus anderen EU-Ländern zugekauft, weil das nicht ausreichte. Einen hundertprozentigen Schutz vor Grippe gibt es nicht. Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts ist aber etwa die Hälfte der Geimpften geschützt.

Grippe schlägt schnell und heftig zu

Symptome einer Grippe sind in der Regel plötzlich auftretendes hohes Fieber über 39 Grad Celsius, Schüttelfrost, Muskelschmerzen, Schweißausbrüche, allgemeine Schwäche, Kopf- und Halsschmerzen, trockener Reizhusten und gelegentlich Schnupfen. Nicht jeder Infizierte erkrankt allerdings auch. Die echte Grippe hat mit einer normalen Erkältung nichts zu tun, beide werden durch verschiedene Erreger verursacht. Im Gegensatz zu einer normalen Atemwegserkrankung, die meist nach wenigen Tagen überstanden ist, schlägt die Virusgrippe schnell und heftig zu.

Über dieses Thema berichtete der NDR am 09. Januar 2019 um 19:30 Uhr und der RBB am 17. Januar um 19:30 Uhr.

Darstellung: