Annegret Kramp-Karrenbauer (2.v.l) Bundesvorsitzende der CDU, geht neben Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), beim Gelöbnis im Bendlerblock. | Bildquelle: dpa

Ehrung von NS-Widerständlern "Sie begehrten gegen Hass und Verbrechen auf"

Stand: 20.07.2019 13:48 Uhr

Vor 75 Jahren scheiterte das Attentat auf Hitler. Kanzlerin Merkel und Verteidigungsministerin Kramp-Karrenbauer betonten vor Rekruten der Bundeswehr, wie wichtig das Vermächtnis der Widerstandskämpfer bis heute ist.

Bundeskanzlerin Angela Merkel und Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer haben am 75. Jahrestag des Hitler-Attentats die Verdienste der Widerstandskämpfer und ihre Rolle als Vorbilder für die Bundeswehr gewürdigt. "Die Offiziere um Claus Schenk Graf von Stauffenberg begehrten gegen Hass und Verbrechen auf. Sie sahen es als ihre soldatische Pflicht an", sagte Kramp-Karrenbauer vor 400 Rekruten, die auf dem Paradeplatz des Verteidigungsministeriums mit einem feierlichen Appell ihr Gelöbnis ablegten.

Gedenken an Hitler-Attentat vor 75 Jahren
tagesschau 20:00 Uhr, 20.07.2019, Justus Kliss, ARD Berlin

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An die Rekruten gewandt sagte die Ministerin, dass ihr Dienst in der Tradition des 20. Juli stehe. Denn auch heute erlebe Deutschland, dass Politiker als Volksverräter beschimpften würden. Zudem gebe es "Angriffe auf die Werte unserer Verfassung" und "Hetze von Populisten und politischen Brandstiftern".

Es war der erste große Auftritt der CDU-Chefin als neue Verteidigungsministerin seit ihrem Amtsantritt vor wenigen Tagen. Sie sicherte den Soldaten der Bundeswehr ihren vollen Einsatz für deren Belange zu. Auch heute brauche Deutschland Streitkräfte, die die Werte des Landes verteidigten. "Ihr Dienst verlangt Respekt ab", sagte die Verteidigungsministerin. "Soldatischer Dienst erfordert Gewissen und Haltung, keinen Kadavergehorsam."

Claus Graf Schenk von Stauffenberg | Bildquelle: AFP
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Claus Schenk Graf von Stauffenberg wollte am 20. Juli 1944 Hitler töten. Das Attentat misslang. Mitglieder der Widerstandsgruppe wurden im Bendlerblock erschossen.

"Gedenken weitertragen"

Auch die Bundeskanzlerin betonte vor den Rekruten, dass die Widerstandskämpfer gegen Hitler Patrioten gewesen seien.  Es sei nicht nur die Pflicht, das Gedenken an sie weiterzutragen, sondern sich auch an das Vermächtnis der Männer und Frauen zu erhalten.  

Hitlers Hauptquartier nach dem missglückten Attentat durch Stauffenberg und seine Mitstreiter | Bildquelle: AFP
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Hitlers Hauptquartier nach dem missglückten Attentat durch Stauffenberg und seine Mitstreiter

"Wir sind es den Widerstandskämpfern schuldig, Rassismus und Antisemitismus entgegen zu treten", so Merkel. Die Rekruten und Soldaten der Bundeswehr stünden für ein menschliches Deutschland. Sie erinnerte ebenso wie Kramp-Karrenbauer daran, wie fordernd der Dienst der Soldaten sei. "Ich zolle ihnen dafür Respekt", sagte die Bundeskanzlerin.

Bundespräsident erinnert an das Schicksal Sophie Scholls

Schon vor der Feierlichkeit sagte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier in einer Videobotschaft: "Alle, die Widerstand geleistet haben, haben Freiheit, Gesundheit, sogar ihr Leben riskiert." Er erinnerte auch an das Schicksal der Gruppe um Sophie Scholl, das von Georg Elser und anderen. Viel zu lange sei ihnen die Anerkennung verweigert worden, obwohl sie ein "so wichtiger Teil der deutschen Freiheitsgeschichte" seien.

Außenminister Heiko Maas erinnerte an Adam von Trott zu Solz. Für den Widerstandskämpfer seien "Heimat und Weltgewandtheit, Deutschland und Europa" zwei Seiten derselben Medaille gewesen. "Verbundenheit mit der Heimat und ein vereintes Europa, das Bekenntnis zum eigenen Land und zu friedlicher Zusammenarbeit in der Welt - das sind keine Gegensätze. Sondern Bedingungen für eine gute, friedliche Zukunft", so Maas.

Hans und Sophie Scholl | Bildquelle: picture alliance / -/dpa
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Die Studenten Hans und Sophie Scholl führten die Widerstandsgruppe "Weiße Rose" an. Das NS-Regime brachte auch sie um.

Widerstand als Vorbild

Am 20. Juli 1944 hatten Wehrmachtsoffiziere um Claus Schenk Graf von Stauffenberg vergeblich versucht, Hitler mit einer Bombe zu töten und den Krieg zu beenden. Stauffenberg und drei Mitverschwörer wurden noch am Abend des Attentats im Innenhof des Bendlerblocks erschossen. In den folgenden Wochen und Monaten richteten die Nazis 89 weitere Beteiligte und Unterstützer hin.

Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus erklärte, der 20. Juli erinnere nicht nur an Stauffenberg und seine Mitstreiter, sondern an alle Männer und Frauen, die im Widerstand gegen den Nationalsozialismus ihr Leben eingesetzt hätten. "Sie sind in den dunkelsten Zeiten der deutschen Geschichte ihrem Gewissen gefolgt und haben gezeigt, dass es auch ein anderes, besseres Deutschland gab. Sie sind Vorbild - ihr Tun bleibt für uns Verpflichtung", sagte der CDU-Politiker.

Stauffenberg-Enkelin unter Gästen

Zu den geladenen Gästen gehört auch Sophie von Bechtolsheim, die Enkelin von Claus Schenk Graf von Stauffenberg. Die Historikerin hat jüngst ein Buch veröffentlicht: "Stauffenberg - mein Großvater war kein Attentäter".

Gedenken an Widerstandskämpfer
Alfred Schmit, ARD Berlin
20.07.2019 09:29 Uhr

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Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 20. Juli 2019 um 13:00 Uhr.

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