Bluttest Corona | REUTERS

Neuartige Lungenkrankheit 16 Corona-Fälle in Deutschland

Stand: 12.02.2020 12:04 Uhr

In Bayern gibt es zwei weitere Coronavirus-Infektionen. Der besonders betroffene Autozulieferer öffnete wieder. Im Bundestag geht es um Vorbeugemaßnahmen. Und in China steigt die Zahl der Neuinfektionen - allerdings etwas langsamer.

In Bayern gibt es zwei weitere Infektionen mit dem neuen Coronavirus. Damit sei die Zahl der Fälle in dem Freistaat auf 14 gestiegen, erklärte das bayerische Gesundheitsministerium. Insgesamt gibt es in Deutschland nun 16 bestätigte Corona-Fälle. Das Virus wurde auch bei zwei Menschen nachgewiesen, die von China nach Deutschland ausgeflogenen worden waren.

Auch die neuen Infektionen in Bayern stehen nach Angaben der Behörden im Zusammenhang mit dem Autozulieferer Webasto aus dem Landkreis Starnberg, bei dem die meisten bislang bekannten Betroffenen arbeiten. Dort war eine infizierte Kollegin aus China zu Gast, die ihre Erkrankung erst auf dem Rückflug bemerkt hatte.

Nach zwei Wochen öffnete Webasto heute seine Firmenzentrale wieder. Der Hersteller von Cabriodächern und Standheizungen hatte den Standort mit rund 1000 Mitarbeitern geschlossen, um weitere Ansteckungen zu verhindern. Die Inkubationszeit des neuen Virus beträgt etwa 14 Tage.

Bundestag berät am Nachmittag

Am Nachmittag berät der Bundestag über die Lage und mögliche Vorbeugemaßnahmen. CDU, CSU und SPD haben dazu eine Aktuelle Stunde beantragt. Angesichts zahlreicher kursierender Falschmeldungen und Gerüchte dürfte es den Regierungsfraktionen vor allem darum gehen, die Diskussion zu versachlichen.

In China stieg die Zahl der Corona-Toten zuletzt etwas weniger stark an. Die staatliche Gesundheitskommission berichtete am Morgen von 97 weiteren Toten innerhalb der vergangenen 24 Stunden. Von Montag auf Dienstag waren es noch 108 weitere Tote gewesen. Insgesamt sind demnach bisher 1113 Menschen an der Krankheit gestorben.

Mehr als 44.600 Infizierte in China

Auch die Zahl der Infizierten stieg mit 2015 neuen Fällen den zweiten Tag in Folge weniger stark an. Betroffen sind nun offiziell insgesamt 44.653 Menschen in Festlandchina. Ausländische Experten gehen jedoch davon aus, dass eine große Zahl an Infektionen unerkannt geblieben ist. Die Erkrankung verläuft oftmals ohne Symptome.

Zudem änderte die chinesische Gesundheitskommission nach eigenen Angaben die Zählweise: Menschen, bei denen Lungenkrankheit zwar mit einem Test nachgewiesen wurde, die aber keine Symptome zeigen, würden seit einigen Tagen nicht mehr in die Statistik aufgenommen - ein Vorgehen, das der Definition der Weltgesundheitsorganisation klar widerspricht.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 12. Februar 2020 um 09:00 Uhr.