Eine Hand hält einen negativen Corona-Schnelltest | dpa

Spahn-Pläne Corona-Schnelltests für daheim?

Stand: 24.01.2021 15:49 Uhr

Bislang dürfen nur medizinische Fachkräfte oder Apotheker Corona-Schnelltests durchführen. Bald sollen diese einem Bericht zufolge aber für alle frei verkäuflich sein.

Nach dem Willen von Gesundheitsminister Jens Spahn sollen Verbraucher Corona-Schnelltests künftig selbst zuhause vornehmen können. Wie die "Rheinische Post" berichtet, soll dafür die Medizinprodukte-Abgabeverordnung geändert werden. "Antigentests zur Eigenanwendung mittels Antigenbestimmung werden von der Abgabebeschränkung ausgenommen", heißt es in einem Entwurf dazu, aus dem die Zeitung zitiert. Damit werde der sogenannte Arztvorbehalt für die Tests aufgehoben, auch Laien könnten dann Antigen-Tests in der Apotheke kaufen und zuhause vornehmen.

"Tests zur Eigenanwendung durch Laien werden perspektivisch eine entscheidende Rolle bei der Eindämmung der Pandemie spielen", heißt es laut dem Bericht in dem Entwurf weiter. "Darüber hinaus erscheinen Tests zur Eigenanwendung dort sinnvoll, wo eben kein professioneller Anwender vorhanden ist."

Zuletzt war der Kreis des medizinischen Fachpersonals, das Schnelltests durchführen durfte, bereits erweitert worden - etwa um Zahnarztpraxen, Apotheken und ambulante Pflegedienste.

Voraussichtlich einfachere Handhabung

Der Apothekerverband Nordrhein begrüßt Spahns Pläne. "Studien belegen, dass auch Laien gute Testergebnisse erzielen", sagte Verbandschef Thomas Preis der "Rheinischen Post". Der Test werde voraussichtlich als Spuck- oder Gurgeltest kommen, "damit ist das Handling einfacher als bei Rachenabstrichen per Wattestäbchen". Preis rechnet nach eigenen Angaben damit, dass die Tests ab Ende Januar in den Apotheken erhältlich seien. Voraussichtlich würden sie dann zehn bis 15 Euro kosten. Die Regierung werde überlegen müssen, ob sie Bedürftige mit Gutscheinen unterstützt, sagte Preis.

Ein positives Ergebnis sollte durch einen PCR-Test überprüft werden, ein negativer Test ist keine Garantie dafür, dass der Proband nicht ansteckend ist. Zudem sind die Antigentests nicht so zuverlässig wie PCR-Tests - es kann sowohl zu falsch positiven als auch falsch negativen Ergebnissen kommen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 24. Januar 2021 um 16:00 Uhr.

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KOMMENTARE

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smackwaterjack 24.01.2021 • 23:19 Uhr

17:07 von Robert Wypchlo

Ein Drive-in ist alles außer digital, ich fahre da jeden Werktag ganz analog Brot hin. Weiter bezweifle ich, daß ein "echter" Regierungswechsel einer wirtschaftskonformen Demokratie zu einer demokratiekonformen Wirschaft verhilft, speziell durch eine Partei, in der sich einzelne für "Das Volk" halten.