Eine Sichtschutzwand soll Gaffer vom Fotografieren eines Unfalls abhalten. | Bildquelle: dpa

Härtere Strafen für Gaffer Mehr Schutz für Verstorbene

Stand: 17.05.2019 12:36 Uhr

Der Bundesrat fordert härtere Strafen gegen Gaffer, die unerlaubt fotografieren: Auch die Rechte von Toten sollen geschützt werden. Das Justizministerium hat einen entsprechenden Gesetzesentwurf angekündigt.

Schaulustige fotografieren in Bayern einen Unfall neben einer Lärmschutzwand mit ihren Smartphones. | Bildquelle: dpa
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Schaulustige sollen laut Bundesrat für das "Gaffen" bei Rettungseinsätzen mit härteren Strafen belegt werden.

Der Bundesrat fordert, dass Schaulustige, die unerlaubt Verstorbene fotografieren und die Aufnahmen weiterverbreiten, künftig härter bestraft werden. Wenn Tote auf Fotos bloßgestellt werden, soll dies künftig mit Geldstrafen oder Freiheitsentzug von bis zu zwei Jahren geahndet werden. Dazu ist eine Ausweitung von Paragraf 201a Strafgesetzbuch notwendig. Bisher ist das Fotografieren und Weiterverbreiten von Fotos Verstorbener straffrei.

Das Bundesjustizministerium kündigte eine entsprechende Vorlage an. "Wir sind dabei, einen Gesetzentwurf zu erarbeiten, den wir zeitnah vorlegen werden", sagte eine Sprecherin. Eine entsprechende Vorgabe des Koalitionsvertrags solle nun umgesetzt werden.

Unterlassene Hilfeleistung

Seit 2018 können Gaffer, die Rettungseinsätze behindern, wegen unterlassener Hilfeleistung bestraft werden. Im Jahr 2017 hatte der Bundestag beschlossen, dass eine vorsätzliche Behinderung von Einsatzkräften eine Straftat ist. Trotz dieses Fortschritts sei es bisher noch nicht gelungen, die Missstände, die mit dem Gaffen verbunden seien, entscheidend zurückzudrängen, argumentierten die Länder.

Bundesrat: Gaffer härter bestrafen
Andrea Müller, ARD Berlin
17.05.2019 13:21 Uhr

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Über dieses Thema berichtete BR24 am 17. Mai 2019 um 11:30 Uhr.

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