Zwei Schülerinen und ein Schüler der Klasse 1/2 lesen am 05.12.2016 in der Schulbibliothek einer Schule Bücher. | Bildquelle: dpa

Mediennutzung von Kindern Computer und Bücher - beides geht

Stand: 07.08.2018 15:33 Uhr

Kinder interessieren sich heute nur mehr für Smartphones? Stimmt nicht, sagt zumindest eine Studie mehrerer Verlage. Viele Kinder bleiben auch den klassischen Medien treu.

Drei Viertel aller Kinder zwischen vier und 13 Jahren lesen einer repräsentativen Umfrage zufolge mehrmals in der Woche Bücher oder Zeitschriften auf Papier. Das hat die Kinder-Medien-Studie 2018 ergeben.

Die Verlage Gruner+Jahr, Panini, Spiegel und Zeit sowie Blue Ocean Entertainment und Egmont Ehapa Media hatten für die Studie rund 3300 Jungen und Mädchen befragt, um den Medienkonsum von 7,26 Millionen Kindern in Deutschland zu ermitteln.

Demnach spielten elektronische Endgeräte und Lesemedien in keinem Alter eine besondere Rolle.

Kinder bleiben klassischen Medien treu

Anders ist es der Studie zufolge bei Radio und TV: Hier würden kostenpflichtige Streaming- und kostenlose Videodienste im Laufe der Zeit interessanter. 35 Prozent der 13-Jährigen griffen mehrmals wöchentlich auf YouTube, Vimeo oder andere kostenfreie Dienste zurück, um Filme, Serien oder Fernsehsendungen zu sehen.

Dennoch blieben die Kinder auch hier den klassischen Medien treu und schauten Filme und TV-Sendungen auch mehrmals die Woche linear. Vor allem bei den Kleinen steht beim Hören die CD hoch im Kurs: 60 Prozent der Vierjährigen hören Musik, Hörspiele oder Hörbücher mehrmals wöchentlich auf CD.

Ob per Smartphone oder PC: Das Internet gehört für die meisten Kinder und Jugendliche heute fest in den Alltag.
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Das Smartphone steht ganz oben auf der Wunschliste von Kindern - trotzdem werden auch Bücher gelesen.

Tablets werden wichtiger

Digitale Beschäftigung an Tablet, Smartphone oder Computer nimmt laut der Studie mit dem Alter an Bedeutung zu. Während dies bei den Vierjährigen mit sieben Prozent noch keine große Rolle spiele, steigt der Wert bei den 13-Jährigen auf 71 Prozent. Insgesamt bekämen die Kinder die Balance zwischen beidem allerdings gut hin.

Auch beim Kommunikationsverhalten ändern sich die Gewichtungen mit dem Alter. Bei den Sechs- bis Neunjährigen sind Postkarten knapp beliebter als Textnachrichten (43 Prozent zu 42 Prozent). Am häufigsten telefonieren sie zumindest ab und zu (88 Prozent).

Bei älteren Kindern zwischen zehn und 13 Jahren ist WhatsApp mit 74 Prozent dann schon sehr beliebt, auch sie bleiben aber allen Kommunikationsformen gegenüber offen. So schicken 49 Prozent von ihnen immer noch gern handgeschriebene Grüße per Post.

Größter Wunsch: Eigenes Handy

Auch bei den Wünschen gibt es Platz für beides. Zwar steht ein eigenes Handy oder Smartphone für 41 Prozent der Kinder ganz oben auf der Liste. Diese wird allerdings durch die gesamte Bandbreite klassischer Kinderwünsche von Plüschtieren über Puzzles bis hin zu Fahrrädern ergänzt. Digitale und klassische Wünsche hielten sich "in der Summe die Waage", berichteten die Studienautoren.

Aktivitäten in der "wirklichen" Welt haben über alle Altersgruppen hinweg eine zentrale Bedeutung, hieß es in der Untersuchung. Das gelte etwa für "Mit Freunden zusammen sein" (89 Prozent) oder "Im Freien spielen" (81 Prozent).

Die Kinder-Medien-Studie wurde nach 2017 zum zweiten Mal veröffentlicht.

Dieser Beitrag lief am 07. August 2018 um 15:35 Uhr im Deutschlandfunk.

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