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Ostbeauftragter Wanderwitz "Bundestagswahl ist völlig offen"

Stand: 12.08.2021 21:52 Uhr

Der CDU-Politiker Wanderwitz, Ostbeauftragter der Bundesregierung, hat deutliche Kritik am Wahlkampf der Union geäußert. In den tagesthemen sagte er, weder Personal noch Inhalte überzeugten bisher wie gewünscht.

Der Ostbeauftragte der Bundesregierung und CDU-Spitzenkandidat in Sachsen Marco Wanderwitz hat nach den letzten Umfragen zur Bundestagswahl Kritik an der Union und an der Wahlkampf-Führung geübt.

In den tagesthemen sagte Wanderwitz, es sei der der Union bislang "nicht gelungen zu überzeugen". Weder mit dem Personal noch mit inhaltlichen Angeboten so "wie wir uns das selbst wünschen". Die Bundestagswahl sei "völlig offen".

Seine Kritik versteht Wanderwitz selbst als "Weckruf zur richtigen Zeit", nicht dass sich "das Gefühl breit macht, wir sind mit den Umfragen zufrieden". Man sei "besorgt, weil wir eigentlich besser dastehen wollten als das bis jetzt der Fall ist", so Wanderwitz.

"Wir müssen nach dieser langen Kanzlerschaft, nach dieser Ära von Angela Merkel über vier Wahlperioden, vor allem die Frage beantworten: Wie soll unser Land in eine weitere gute Zukunft gehen." Den Menschen sei bewusst, dass "wir uns in vielerlei Strukturwandeln befinden und dass das keine einfache Situation ist."

"Union hat ein gutes Programm"

Die Union habe ein gutes Programm, aber es sei noch nicht gelungen, die Menschen hinreichend davon zu überzeugen. Man müsse sich intenisv hinterfragen, ob die Antworten überzeugend seien.

Angesprochen auf Meinungsumfragen, in denen Unionsanhänger sich wünschten, Markus Söder solle Armin Laschet ersetzen, würden wahrgenommen und "legen den Finger in die Wunde". "Wir müssen daran arbeiten, dass sich das ändert".

"Ich möchte diese Wahl gerne gewinnen", so Wanderwitz, und das setze voraus, "dass die beiden Parteivorsitzenden im Team Hand in Hand miteinander arbeiten und nicht mit dem Finger aufeinander zeigen".

Kritik am eigenen Wahlkampf auch von Günther

Ähnlich äußerte sich auch Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther zum bisherigen Wahlkampf. Dem "Handelsblatt" sagte der CDU-Politiker: "Das überzeugt niemanden." Es brauche eine stärkere inhaltliche Auseinandersetzung. "Wir müssen die Themen in den Mittelpunkt rücken, die für die Menschen wichtig sind."

Günther sagte, der Anspruch von CDU/CSU müsse es sein, bei "mindestens 30 Prozent" zu liegen - und "wir werden unseren eigenen Ansprüchen derzeit nicht gerecht".