Angela Merkel und Laschet gucken nach Links | AFP

Endspurt der Parteien Ein letztes Werben vor der Wahl

Stand: 25.09.2021 18:10 Uhr

In den letzten Stunden vor der Wahl haben Kanzlerin Merkel und Unionskandidat Laschet noch einmal um Stimmen geworben. Für die SPD versuchte Vizekanzler Scholz, Unentschlossene zu überzeugen. Auch FDP-Chef Lindner trat noch einmal auf.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat bei ihrem letzten Auftritt vor der Bundestagswahl noch einmal für Unionskanzlerkandidat Armin Laschet geworben. "Es geht morgen darum, dass Deutschland stabil bleibt", sagte Merkel bei einer Kundgebung mit Laschet in dessen Heimatstadt Aachen. "Es ist nicht egal, wer Deutschland regiert."

Laschet habe als Ministerpräsident nicht nur Nordrhein-Westfalen erfolgreich geführt. Er habe auch viel für die Einigung Europas getan. Sein Handeln sei geprägt davon "Brücken zu bauen" und die Menschen mitzunehmen. Laschet habe in seinem ganzen politischen Leben gezeigt, dass er für Zusammenhalt und die CDU stehe, nicht nur theoretisch, "sondern mit Leidenschaft und Herz". Inhaltlich betonte sie, dass Deutschland auf dem Weg zu Klimaneutralität bis 2045 sei.

Laschet warnt erneut vor Linksbündnis

Laschet dankte Merkel für ihre "16 Jahre harte Arbeit", kam in seiner Rede dann aber schnell vor allem auf den politischen Gegner zu sprechen. Erneut warnte er vor einer möglichen Koalition aus SPD, Grünen und Linkspartei. Da SPD-Präsidiumsmitglied Kevin Kühnert die FDP kritisiert habe, sei sicher: "Die wollen keine Ampel." Die SPD plane bereits ein Bündnis mit der Linkspartei, die wiederum "bei jedem Einigungsschritt der EU mit Nein gestimmt hat". Sein Fazit: Wer für die SPD stimme, bekomme ein Linksbündnis, wer Stabilität wolle, müsse Union wählen.

Er warnte auch vor "ideologischen Experimenten" in der Wirtschaftspolitik im Falle eines Wahlsiegs der SPD. Damit werde "alles verspielt, was wir in den letzten 16 Jahren aufgebaut haben".

Scholz wirbt für mehr Mindestlohn

Parallel zu der Veranstaltung in Aachen hatte SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz seinen letzten Auftritt in seinem Wahlkreis in Potsdam. Er warb mit inhaltlichen Argumenten, wie einer Bildungspolitik, die auch benachteiligte Menschen unterstütze und fördere, für seine Partei. Ebenfalls versprach er, im Falle eines Wahlsieges das Thema bezahlbares Wohnen anzugehen und sich für ein stabiles Rentenniveau einzusetzen.

Ein Thema liege ihm aber besonders am Herzen, so Scholz, und das sei eine Erhöhung des Mindestlohns. "Ein Anstieg auf zwölf Euro bedeutet Gehaltserhöhungen für zehn Millionen Menschen in diesem Land, deshalb ist das auch ein Thema, das das ganze Land bewegt."

Olaf Scholz spricht mit Bürger:innen bei einer Wahlkampfveranstaltung. | picture alliance/dpa/dpa-Zentral

SPD-Kanzlerkandidat Scholz nutzte den Tag vor der Wahl für ein "Zukunftsgespräch" in seinem Wahlkreis. Bild: picture alliance/dpa/dpa-Zentral

FDP in Köln und Düsseldorf

Auch die FDP mit ihrem Parteichef Christian Lindner warb noch einmal mit Kundgebungen in Köln und Düsseldorf um Wählerstimmen. Dabei warnte Lindner vor den Grünen. Diese wollten mehr Staat und mehr Regulierungen - die FDP stünde für das genaue Gegenteil. "Geld haben wir, Know-how haben wir auch - uns fehlt nur eins: grünes Licht. Wir brauchen schnellere Planungs- und Genehmigungsverfahren in Deutschland."

Grünen-Spitzenkandidatin Annalena Baerbock hatte dagegen nach dem offiziellen Abschluss des Wahlkampfes am Freitag für heute keine offiziellen Termine geplant. Ihre Partei Grüne sowie AfD und Linkspartei hatten ihre offiziellen Schlussveranstaltungen bereits am Freitag absolviert. Einige Spitzenkandidaten sind aber teilweise noch in ihren Wahlkreisen aktiv.

Spannender Wahltag erwartet

Für Sonntag deutet sich ein spannender Wahlabend an. In den Umfragen konnte die SPD ihre Führung zuletzt halten, teilweise aber nur sehr knapp. Sie lag je nach Meinungsforschungsinstitut bei 25 bis 26 Prozent - und damit ein bis vier Prozentpunkte vor der Union. Die Grünen mit ihrer Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock liegen in den Umfragen auf dem dritten Platz.

Der Ausgang der Wahl gilt angesichts zahlreicher noch unentschlossener Wählerinnen und Wähler als offen. Grundsätzlich spiegeln Wahlumfragen nur das Meinungsbild zum Zeitpunkt der Befragung wider und sind keine Prognosen auf den Wahlausgang. Sie sind außerdem immer mit Unsicherheiten behaftet.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 24. September 2021 um 11:00 Uhr.