Blick in den Plenarsaal des Bundestags im Reichstagsgebäude. | dpa

Bundestagswahl Jung, politisch, in den Bundestag?

Stand: 21.09.2021 09:03 Uhr

Der Bundestag sieht ziemlich alt aus: Der Durchschnitts-Abgeordnete ist knapp 50. Doch das könnte sich ändern - zu dieser Wahl streben ungewöhnlich viele junge Menschen ins Parlament. Was treibt sie an? Sechs Kandidatinnen und Kandidaten verschiedener Parteien sprechen über ihre Motive und Erwartungen.

Von Jan Koch, WDR

Von wegen unpolitisch: Ob für mehr Klimaschutz, Europa oder Digitalisierung - junge Menschen sind so politisch interessiert und engagiert wie lange nicht. Und sie gehen nicht nur auf die Straße. So viele Parteimitglieder unter 30 wie noch nie drängen in den Bundestag, kämpfen um ihren Einzug ins höchste deutsche Parlament. Und das könnte auch mehr junge Mitglieder vertragen: Momentan sind 21 der 709 Abgeordneten zwischen 21 und 29 Jahren alt. Gemessen am Anteil in der Gesamtbevölkerung müssten es 63 Parlamentarierinnen und Parlamentarier sein.

Jan Koch

Damit es aber mehr junge Abgeordnete werden können, müsste es aber auch mehr Kandidatinnen und Kandidaten mit Chancen auf Erfolg geben - entweder durch ein aussichtsreiches Direktmandat oder einen attraktiven Listenplatz. Aber was bewegt junge Menschen überhaupt, in die Politik zu gehen? Und welche Themen wollen sie ins Parlament bringen? tagesschau.de stellt sechs junge Kandidatinnen und Kandidaten vor.

Noreen Thiel, 18, FDP

Noreen Thiel | Johannes James Zabel

"Politik kann auch anders sein" - Noreen Thiel kandidiert für die FDP im Berliner Wahlbezirk Lichtenberg. Bild: Johannes James Zabel

Als die FDP Noreen Thiel für den Berliner Wahlbezirk Lichtenberg nominierte, war sie 17 Jahre alt. Inzwischen ist die Marketing-Studentin volljährig und die jüngste Direktkandidatin Deutschlands - allerdings gelten ihre Erfolgschancen als gering. Denn sie tritt dort an, wo seit der Wiedervereinigung immer PDS oder Linkspartei gewann. Linken-Vize-Fraktionschefin Gesine Lötzsch gilt auch in diesem Jahr wieder als Favoritin. Jung-Kandidatin Thiel versucht es trotzdem - und legt den Fokus vor allem auf ein Thema: Depression und mentale Gesundheit.

tagesschau.de: Warum wollen Sie in den Bundestag?

Noreen Thiel: Mir ist es sehr wichtig, gerade jungen Menschen zu zeigen, dass Politik nicht nur für alte Leute ist, für Menschen, die den ganzen Tag in Anzügen herumlaufen. Politik kann auch anders sein. Meine Message ist: Lass dir niemals von irgendwem sagen, du darfst es nicht, weil du zu jung bist. Das will ich mir und anderen jungen Menschen beweisen: Dass sie das können und dass das kein Problem ist.

tagesschau.de: War es schwer für Sie, nominiert zu werden?

Thiel: Ich wusste, dass die FDP für Berlin-Lichtenberg noch Kandidaten sucht und da habe ich erstmal scherzhaft gesagt: Es wäre doch was, wenn ich mich mit 17 Jahren aufstellen lasse. Eine Woche später gab es ein Telefonat und ich wurde gefragt, ob ich Direktkandidatin sein möchte. Und ja, dann hatte ich ein bisschen Bedenkzeit, das mit ein paar Leuten durchgesprochen, ob ich das will. Ich wollte und dann wurde ich gewählt.

tagesschau.de: Was wollen Sie im Bundestag für junge Menschen bewegen?

Thiel: Bessere Bildungspolitik. Mir ist es ganz wichtig, dass wir bundesweit vergleichbare Abschlüsse in Deutschland haben. Ich habe genug Leute erlebt, die umgezogen sind, dann wiederholen mussten und nicht versetzt wurden. Das ist ein Zustand, der geht so nicht. Aber ich würden den Fokus auch gerne auf mein Spezialthema lenken: psychische Gesundheit. Da passiert immer noch zu viel Stigmatisierung. Da müssen wir über Klischees aufklären, Menschen Hilfe geben. Dafür sorgen, dass wir mehr Therapeuten in Deutschland haben. Die Anzahl psychisch belasteter Menschen steigt - auch ein ganz wichtiges Thema unter jungen Menschen.

Daniel Baldy, 26, SPD

Daniel Baldy | Christian Spies

"Ein junges Thema ist Bildungsgerechtigkeit" - Daniel Baldy hat den aussichtsreichen fünften Listenplatz der SPD in Rheinland-Pfalz. Bild: Christian Spies

Seit zehn Jahren ist Daniel Baldy schon politisch aktiv, davon sieben Jahre in der Kommunalpolitik. Jetzt will der Lehrer für Geschichte, Religion und Sozialkunde in den Bundestag. Er tritt als Direktkandidat im Wahlkreis 205 (Mainz und Mainz-Bingen) an. Die SPD in Rheinland-Pfalz hat ihm zudem den aussichtsreichen fünften Listenplatz gegeben. Aus dem ehemaligen Schülersprecher könnte also ein junger Abgeordneter werden, der sich für eine bessere Bildungspolitik einsetzen will.

tagesschau.de: Warum wollen Sie in den Bundestag?

Daniel Baldy: Unsere Generation ist ja die, die von von Klimawandel noch am stärksten betroffen ist und gleichzeitig aber auch eine Generation, die nicht nur alles kritisieren will, sondern Dinge auch wirklich verändern will. Das war auch meine Motivation.

tagesschau.de: Was wollen Sie im Bundestag für junge Menschen bewegen?

Baldy: Der Kampf gegen den Klimawandel ist da ein großes Thema. Das betrifft unsere Generation. Aber auch die Frage nach bezahlbarem Wohnraum. Das betrifft junge Menschen und junge Familien. Es betrifft nicht nur diejenigen, die vielleicht gerade zum Studium irgendwo hinziehen, sondern auch wirklich die, die klassisch sagen: Ich will ein Haus bauen und kann mir noch nicht mal mehr das Grundstück leisten, auf dem ich mein Haus bauen will. Genauso ein junges Thema ist Bildungsgerechtigkeit. In den vergangenen 16 Jahren - und da nehme ich jetzt die SPD auch nicht heraus - ist auch leider durch die Große Koalition viel liegengeblieben. Ich hoffe, diese Erkenntnis hat sich jetzt auch in meiner Partei durchgesetzt.

tagesschau.de: Wie zufrieden sind Sie mit dem Wahlkampf, vor allem, was Themen für die jüngere Generation angeht?

Baldy: Viele sagen ja, dass diese Regierung, die jetzt kommen wird, die letzte ist, die in Deutschland die Klimakrise noch abwenden kann. Daher müssten wir viel konkreter reden. Was mir auch hier im Wahlkreis wichtig ist, ist das Thema Mobilitätswende. Wir sprechen immer noch viel zu viel darüber, Autobahnen auszubauen. Anstatt uns die Frage zu stellen: Brauchen wir diese Autobahn oder den Ausbau? Bräuchten wir die noch in 20, 30 Jahren? Oder ist es nicht sinnvoller, das Geld in die Schiene zu investieren und so mehr Pendler dazu zu bringen, zu sagen: Ich verzichte zumindest einen Teil der Strecke auf das Auto und nehme den Zug. Eine Überlegung.

Wiebke Winter, 25, CDU

Wiebke Winter | Gottfried Schwarz

"Wir brauchen aber auch mehr Frauen, mehr Menschen mit Migrationshintergrund" - Wiebke Winter kandidiert für die CDU im Wahlkreis Bremen II - Bremerhaven. Bild: Gottfried Schwarz

Wiebke Winter ist nicht nur die Vorsitzende der Jungen Union Bremen, sondern auch das jüngste Mitglied im CDU-Bundesvorstand - und gilt somit als eine Hoffnung der Christdemokraten in Deutschland. Sie studiert Jura in Hamburg und Oxford, schreibt gerade an ihrer Doktorarbeit. Winter engagiert sich für Klimaschutz und ist Mitbegründerin der KlimaUnion. Die 25-Jährige weist eine gradlinige Karriere vor und will nun nach Berlin in den Bundestag. Sie tritt als Direktkandidatin im Wahlkreis 55 an, also Bremen II und Bremerhaven.

tagesschau.de: Warum wollen Sie in den Bundestag?

Winter: Ich bin davon überzeugt, dass, genau wie in einem Unternehmen, Diversität auch in der Politik sehr hilfreich und förderlich sein kann. Und deswegen brauchen wir mehr junge Menschen, denn derzeit ist der Anteil der unter 30-Jährigen im Bundestag wirklich verschwindend gering. Wir brauchen aber auch mehr Frauen, mehr Menschen mit Migrationshintergrund.

tagesschau.de: Was wäre das Erste, das Sie angehen würden?

Winter: Damals bin ich in die Junge Union eingetreten, weil ich mich in meiner Heimatstadt Bremen für eine bessere Bildung einsetzen wollte. Außerdem braucht es auch Lösungen für die Klimakrise. Ich würde mich dafür einsetzen, dass wir die erneuerbaren Energien noch schneller und weiter ausbauen, um klimaneutral zu werden. Wir können 85 Prozent der Treibhausgasemissionen einsparen, wenn wir alles mit sauberem Strom elektrifizieren. Und dafür brauchen wir die erneuerbaren Energien. Auch gerade für meine Heimat, für Bremen und Bremerhaven ist Offshore-Windkraft eine riesige Chance für die Wirtschaft, weil wir so neue Arbeitsplätze schaffen können.

tagesschau.de: Wie ist es als junger Mensch Politik zu machen - werden Sie ernst genommen?

Winter: Ich glaube, das ist die Frage, die mir in diesem Wahlkampf am allermeisten gestellt wurde. Ich mache mir wenig Gedanken, denn für mich ist wichtig, dass ich meine Themen nach vorne bringe. Und wenn ich mir Gedanken darüber machen würde, wie ernst man mich nimmt, würde mich das nur abhalten. Außerdem würde ich nicht sagen, dass es schwieriger ist für junge Menschen Politik zu machen. Es gibt ja auch Themen, die nicht nur junge Menschen, sondern einfach alle betreffen. Dazu gehört das Klima, aber auch Renten - oder Familienpolitik.

Nyke Slawik, 27, Bündnis90/Die Grünen

Nyke Slawik | Elias Keilhauer

"Das Ruder herumreißen und mehr Tempo beim Klimaschutz machen" - Nyke Slawik ist Direktkandidatin der Grünen im Wahlkreis Leverkusen – Köln IV. Sie hat aber auch mit dem elften Listenplatz ihrer Partei gute Chancen, in den Bundestag einzuziehen. Bild: Elias Keilhauer

Die Leverkusenerin versucht sich als Direktkandidatin der Grünen unter anderem gegen den SPD-Gesundheitsexperten Karl Lauterbach durchzusetzen, der seit 2005 den Wahlkreis 101 (Leverkusen - Köln IV) für sich entscheidet. Aber Nyke Slawik, die bisher als wissenschaftliche Mitarbeiterin im Landtag gearbeitet hat, könnte es auch über einen guten Listenplatz schaffen - und so als erste Transperson im Deutschen Bundestag Geschichte schreiben.   

tagesschau.de: Warum wollen Sie in den Bundestag?

Nyke Slawik: Ich möchte als junge Person in den Bundestag, weil wir in der Politik aktuell stark unterrepräsentiert sind. Es gibt kaum junge Menschen im Bundestag und ich habe auch das Gefühl, dass die Anliegen unserer Generation gar nicht mehr gehört werden. Was einerseits am demografischen Wandel liegt und noch viel mehr ältere Leute in unserer Gesellschaft leben. Wir diskutieren viel über Rente in öffentlichen Debatten, aber Themen, die jungen Menschen wirklich am Herzen liegen? Schulausstattung? Digitalisierung? Klimawandel?

tagesschau.de: Was wollen Sie im Bundestag bewegen?

Slawik: Es gab noch nie Transpersonen im Deutschen Bundestag. Es gibt auch weitere trans-geschlechtliche Menschen, die jetzt für den Bundestag kandidieren und ich fände das großartig, wenn wir das auch als Gruppe schaffen würden, den Bundestag diverser zu machen. Als Jugendliche kannte ich keine Transpersonen in der Politik oder in den Medien und ich habe mich als Jugendliche immer gefragt: Haben Menschen wie ich das denn nicht verdient, repräsentiert zu sein? Ich möchte Teil des gesellschaftlichen Wandels sein und daran arbeiten, dass die Gesetze, die wir haben, die diskriminierend für queere Menschen sind, endlich abgeschafft und reformiert werden. Dafür müssen wir auch Teil dieser Diskussion sein und mit am Tisch sitzen als selbst Betroffene.

tagesschau.de: Was wäre das Erste, das Sie angehen würden?

Slawik: Der Ausbau der erneuerbaren Energien geht viel zu langsam. Die Kohlekraftwerke sollen noch fast 20 Jahre weiter laufen. Wir sind nirgendwo auf einem Kurs. Ganz im Gegenteil rasen wir eigentlich gerade mit Vollgas Richtung Klimakatastrophe. Ich glaube, dass wir jetzt einen Generationenwechsel brauchen. Viele Ältere haben das Ausmaß der Katastrophe, auf die wir zusteuern, noch nicht wirklich begriffen und ich hoffe, dass über alle Parteigrenzen hinweg jetzt auch junge Menschen in den Bundestag nachkommen, die endlich das Ruder herumreißen und mehr Tempo beim Klimaschutz machen.

Zara Kızıltaş, 22, Die Linke

Zara Kisiltas | FotoAgenten Heidelberg

" Ich wurde eigentlich von Geburt auf politisiert" - Zara Kızıltaş kandidiert für die Linkspartei im Wahlkreis Heidelberg. Bild: FotoAgenten Heidelberg

Nach ihrem Bachelor in Politik und Anglistik will Zara Kızıltaş nun nicht mehr nur Lehrerin, sondern auch Bundestagsabgeordnete werden. Mit 14 fing sie an sich politisch zu engagieren, trat dann im Studium der Linken Hochschulgruppe bei und sammelte als Stadträtin in Heidelberg weitere politische Erfahrungen. Nun will sie für die Linkspartei in den Bundestag. Sie ist Direktkandidatin der Partei im Wahlkreis 274 (Heidelberg). Für sie könnte es unter Umständen aber auch über die Landesliste klappen. Dort steht sie auf Platz sieben.

tagesschau.de: Warum wollen Sie in den Bundestag?

Zara Kızıltaş: Ich wurde von Geburt auf politisiert. Mir blieb eigentlich nichts anderes übrig, als politisiert zu werden. Meine Großeltern sind als türkische Gastarbeiter nach Deutschland gekommen, meine Eltern haben sehr hart gearbeitet. Mein Vater im Schichtsystem, meine Mutter ist gelernte Einzelhandelskauffrau und jetzt im Gesundheitswesen aktiv. Ich bin eine migrantische Frau. Da begegnet man natürlich auch vielen unterschiedlichen Dingen im Leben, sei es Rassismus, sei es Sexismus. Und dann dachte ich: Entweder ich meckere jetzt über alles und warte darauf, dass andere Leute irgendetwas ändern - oder ich mache mich selbst ran.

tagesschau.de: Was wollen Sie im Bundestag für junge Menschen bewegen?

Kızıltaş: Wir haben junge Leute, die regelmäßig auf die Straße gehen, aber irgendwie hört man ihnen nicht richtig zu. Wir haben viele junge Menschen, die sich wirklich Sorgen um ihre Zukunft machen. Aber stattdessen diskutieren wir über Dinge, über Kleinigkeiten, anstatt wirklich mal über die Umwelt, über konsequenten Klimaschutz zu reden. Wir wollen ja eine Zukunft für uns, für unsere Kinder, unsere Enkelkinder, die noch lebenswert ist. Daher finde ich es wichtig, dass auch unsere jungen Stimmen endlich ausreichend gehört werden. Es gibt da einfach eine Repräsentationslücke.

tagesschau.de: Was wäre das Erste, das Sie angehen würden?

Kızıltaş: Geld ist nicht alles, aber Geld ist viel in der Gesellschaft, in der wir leben. Daher glaube ich, dass finanzielle Sicherung super wichtig ist. Das wäre wahrscheinlich das erste Thema, das ich angehen würde, damit sich alle Menschen Teilhabe und ein gutes Leben leisten können. Und da fällt zum Beispiel auch das BAföG rein, das grundlegend reformiert werden muss, weil so viele Studierende neben dem Studium einen Nebenjob haben müssen. Generell Bildungsgerechtigkeit. Das Kooperationsverbot zwischen Bund und Ländern in der Bildungspolitik muss aufgeweicht werden oder idealerweise ganz abgeschafft werden, weil wir zentralere Ansätze brauchen, die eben allen Schülern in ganz Deutschland zugutekommen.

Jan Wenzel Schmidt, 29, AfD

Jan Wenzel Schmidt | Jan Wenzel Schmidt

"Grundsätzlich möchte ich mich im Ausschuss für Familien, Jugend, Senioren engagieren" - Jan Wenzel Schmidt kandidiert für die AfD im Wahlkreis Börde -Jerichower Land und steht auf dem zweiten Listenplatz seiner Partei in Sachsen-Anhalt. Bild: Jan Wenzel Schmidt

Als sein Sohn vor gut sieben Jahren geboren wird, beschließt Jan Wenzel Schmidt in die Politik zu gehen und sich für die AfD zu engagieren. Er wurde Landeschef der Jungen Alternative und war die vergangenen fünf Jahre Landtagsabgeordneter in Sachsen-Anhalt. Er gilt als "Flügel"-Anhänger und sprach 2016 auf einer Veranstaltung der rechtsextremen "Identitären Bewegung" in Wernigerode. Nun könnte er in den Bundestag einziehen. Er kandidiert im Wahlkreis Börde und auf dem zweiten Platz der Landesliste der AfD in Sachsen-Anhalt.

tagesschau.de: Warum wollen Sie in den Bundestag?

Jan Wenzel Schmidt: Grundsätzlich haben wir als Jüngere den Vorteil, dass wir am längsten noch in diesem Land leben werden. Also ist es eigentlich eine logische Schlussfolgerung, dass wir uns politisch engagieren müssen, um selbst die Zukunft mitgestalten zu können. Sicherlich finde ich das nicht so toll mit "Fridays For Future", mit Schule schwänzen - da bin ich kein Fan von. Aber es ist grundsätzlich schön, dass auch die Jugend sich wieder politisch interessiert und engagiert. Das erleben wir bei uns in unserem politischen Spektrum - genauso wie im linken. Und das ist erst mal grundsätzlich positiv zu bewerten.

tagesschau.de: Was wollen Sie im Bundestag für junge Menschen bewegen?

Wenzel Schmidt: Ich möchte ich mich im Ausschuss für Familien, Jugend, Senioren engagieren. Und ich möchte es hinbekommen, dass es eine staatliche Institution gibt, die einen Gesetzentwurf im Vorfeld auf ihre Familienfreundlichkeit überprüft. Wir wollen, dass Familien und somit auch Kinder gefördert werden. Und da ist es unabhängig, ob das ein heterosexuelles oder homosexuelles Paar ist. Es spielt keine Rolle. Entscheidend ist, dass wir mehr Kinder in Deutschland bekommen und das Land familienfreundlicher gestalten. Das gelingt, indem man die Menschen überzeugt, dass Kinder keine Belastung mehr sind und auch kein Karriere-Hemmnis.

tagesschau.de: Wo sehen Sie weiteren Handlungsbedarf?

Wenzel Schmidt: Wir haben einen Klimawandel, wir erleben gerade eine warme Phase und wir müssen darauf reagieren. Da helfen uns aber nicht unzählige Elektroautos, sondern wir müssen mit den Umständen, die sich dadurch ergeben, auch leben und uns anpassen, so wie es auch die Natur macht. Da müssen politische Konzepte erstellt werden, und selbstverständlich gehört auch Umweltschutz dazu. Deswegen muss man hier mit Logik rangehen und versuchen, auch die Wissenschaft mit einzubinden.

IHRE MEINUNG

KOMMENTARE

Avatar
Moderation 21.09.2021 • 14:14 Uhr

Schließung der Kommentarfunktion

Sehr geehrte User, die Meldung wurde bereits sehr stark diskutiert. Entscheidende neue Aspekte, die einer konstruktiven Diskussion förderlich wären, sind nicht mehr hinzugekommen. Deshalb haben wir beschlossen, die Kommentarfunktion zu schließen. Die Moderation