Polizisten vor einem Impfzentrum in Sachsen, auf das ein Brandanschlag verübt wurde. | dpa

Bilanz seit Impfbeginn Bundesweit Angriffe auf Impfzentren

Stand: 25.09.2021 07:56 Uhr

Drohungen, Brandstiftung, Sachbeschädigung - in allen Bundesländern außer Hamburg hat es Angriffe auf Impfzentren gegeben. Besonders viele Straftaten gab es in Sachsen und Bayern.

Seit Beginn der Impfungen gegen das Coronavirus gab es in nahezu allen Bundesländern Angriffe gegen Impfzentren oder Störungen von Impfaktionen, besonders viele in Bayern und Sachsen. Wie eine Umfrage des Evangelischen Pressedienst (epd) unter den Ministerien, Landeskriminalämtern und einer Kassenärztlichen Vereinigung ergab, handelte es sich dabei meistens um Sachbeschädigungen, vor allem Schmierereien. Es gab aber auch Drohungen, Beleidigungen, körperliche Angriffe und in Sachsen eine Brandstiftung.

Mordaufruf gegen Lehrer

Die Angriffe gegen Impfzentren werden nicht einheitlich erfasst. Der Umfrage zufolge gab es bundesweit mindestens 190 polizeilich relevante Fälle, die im Zusammenhang mit Corona-Schutzimpfungen stehen. Hamburg hingegen meldete, dass nichts "Gravierendes" im Zusammenhang mit Angriffen gegen das zentrale Impfzentrum in den Messehallen oder mobile Impfaktionen bekannt sei.

In Schleswig-Holstein gab es zwei Drohungen gegenüber Schulpersonal im Zusammenhang mit Impfaktionen, in denen derzeit die Staatsantwaltschaft ermittelt: eine Gewalt-Androhung gegen die Lehrer einer Gemeinschaftsschule in Niebüll sowie ein Mordaufruf in einer Telegram-Chatgruppe gegen Schulleitung und Lehrende an der Grundschule in Altenholz bei Kiel. In Mecklenburg-Vorpommern forderten Störer einer Impfaktion in einem Bürgerhaus nach Angaben des Innenministeriums lautstark, sich nicht impfen zu lassen. Sie hätten das Haus verlassen, nachdem die Polizei alarmiert worden war, hieß es.

Bayern und Sachsen traurige Spitzenreiter

Während der bundesweiten Impfaktionswoche vom 13. bis 19. September gab es in mehreren Bundesländern auch Störungen von Impfaktionen. In Bayern und Hessen wurden Impfangebote an Schulen gestört. In Bayern gab es nach Auskunft des dortigen Innenministeriums 56 Straftaten im Zusammenhang mit Impfzentren seit Dezember 2020, in Sachsen allein in diesem Jahr 54.

Alle Bundesländer melden vor allem Sachbeschädigungen. Im Saarland wurde etwa aus dem Schriftzug "Impfzentrum" das Wort "Giftzentrum" gemacht. Es war dort allerdings auch der einzige Fall. Auch Bremen registrierte nur einen Fall. Die beiden Länder führen bei der Quote bislang verabreichter Corona-Schutzimpfungen.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 25. September 2021 um 08:03 Uhr.