Männer mit Laptops vor CIA-Logo | Bildquelle: REUTERS

Nach WikiLeaks-Enthüllung CIA sieht "Gefahr für US-Bürger"

Stand: 09.03.2017 05:27 Uhr

Die CIA hat der Enthüllungsplattform WikiLeaks vorgeworfen, mit ihren neuen Veröffentlichungen über Cyperspionage-Techniken das Leben der US-Bürger zu gefährden. Auch die US-Regierung reagierte erstmals: Präsident Trump sei "extrem besorgt".

Nach den WikiLeaks-Enthüllungen zu den Hackerangriffen der CIA auf Smartphones, Fernseher und andere Geräte hat der US-Geheimdienst der Enthüllungsplattform vorgeworfen, das Leben von US-Bürgern zu gefährden. Derartige Enthüllungen "bringen nicht nur US-Personal und Einsätze in Gefahr, sondern statten unsere Gegner auch mit Werkzeugen und Informationen aus, um uns zu schaden", sagte CIA-Sprecherin Heather Horniak. Zur Echtheit der Dokumente wollte sich die Sprecherin nicht äußern.

Trump "extrem besorgt"

Auch die US-Regierung reagierte nun erstmals offiziell auf die Enthüllungen: US-Präsident Donald Trump sei "extrem besorgt" über das Datenleck bei der CIA, das die jüngsten WikiLeaks-Enthüllungen ermöglicht habe, sagte sein Sprecher Sean Spicer. Er kündigte zudem ein hartes Vorgehen gegen Informanten an: "Bei jedem, der vertrauliche Informationen weitergibt, wird die volle Härte des Gesetzes angewandt", sagte er.

Die neuen WikiLeaks-Veröffentlichungen von mutmaßlichen CIA-Spionagetechniken und dem Inhalt von E-Mails von Hillary Clintons Wahlkampfmanager seien nach Ansicht des Weißen Hauses nicht vergleichbar. Dazwischen gebe es einen "gewaltigen, gewaltigen Unterschied", sagte Spicer. Die Enthüllungen der E-Mails hatten im vergangenen Jahr für Wirbel im Wahlkampf gesorgt. US-Präsident Donald Trump hatte während seiner Kampagne noch gesagt "Ich liebe WikiLeaks" und die Bekanntmachung der E-Mails von Mitarbeitern um Clinton durch die Plattform gelobt.

Hackertruppe in Frankfurt

Die Enthüllungsplattform hatte am Dienstag 8761 Dokumente veröffentlicht, die aus dem CIA-Zentrum für Cyberaufklärung in Langley bei Washington stammen und über die Computer- und Internetspionage des US-Geheimdiensts Auskunft geben sollen. Die Hackertruppe operiert demnach vom US-Konsulat in Frankfurt am Main aus.

WikiLeaks-Enthüllung nennt Frankfurt als CIA-Hackersitz
tagesthemen 22:15 Uhr, 07.03.2017, Svea Eckert/Jan Lukas Strozyk, NDR

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Das Konsulat diene als heimliche Basis der Hacker für Spähaktionen in Europa, dem Nahen Osten und Afrika, hieß es. Aus den Dokumenten geht laut WikiLeaks hervor, dass die US-Regierungshacker unter anderem iPhones von Apple, Android-Geräte von Google, Software von Microsoft und sogar Samsung-Fernseher angreifen, um Nutzer auszuspionieren. Der frühere US-Geheimdienstmitarbeiter Edward Snowden, der 2013 die massiven Spähprogramme des US-Geheimdienstes NSA enthüllt hatte, erklärte im Kurzbotschaftendienst Twitter, die veröffentlichten Dokumente wirkten "authentisch".

Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 07. März 2017 um 22:15 Uhr.

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